Zurück in Saigon

Donnerstag, 09.12.2004

Nach dem Abschiedsbaden und dem Frühstück bezahlten wir unsere letzte Rechnung, verabschiedeten uns von Reinhard, der uns versicherte: "Hier bleibt alles so, wie es ist", stiegen auf die bereitstehenden Mopeds und ab ging es in Richtung Airport.

Mein Fahrer schaute nach der Hälfte der Fahrtstrecke immer nach unten aufs Hinterrad, welches immer mehr Luft ließ und schließlich völlig platt war.
Er rief dem vor ihm fahrenden Fahrer noch etwas zu und dann hielt er an, ich stieg und er schob das Fahrzeug an eine Hütte an der Straße, aus der eine junge Frau kam welche sich sofort daran machte, den Schlauch zu reparieren.  Dazu wird in Vietnam nicht extra das Rad demontiert, sondern nur der Schlauch aus dem Mantel gezogen und vor Ort geklebt.

Nach einigen Minuten kam dann Harrys Fahrer zurück und holte mich ab, um nicht zu spät zum Abflug zu kommen.

Einchecken und Abfertigung verliefen normal und nach einer Stunde Flug erreichten wir das leicht bedeckte Saigon, wo uns ein Taxi zum Hotel "Spring House" brachte, wo wir bereits vor einer Woche übernachtet hatten. Da hier alles belegt war, schickte man uns zwei Häuser weiter ins HHH, wo wir zwei Zimmer für 20 und 15 Dollar bezogen.

Der Zirkus, der unweit des Hotels sein Zelt aufgeschlagen hatte und den wir heute besuchen wollten, gab leider nur am Wochenende Vorstellungen und so spazierten wir über einen kleinen Markt in der Nähe, kauften eine Stinkfrucht (Durian), die wir schon immer mal probieren wollten und welche wir von unverschämten 150.000 Dong auf immer noch zu teure 30.000 Dong herunter handelten. In der De Tham Street aßen wir vier leckere Nudelsuppen und danach im Hotel die Durian, welche leider schon zu reif und deshalb etwas matschig war und daher auch nicht so umwerfend schmeckte.

Unser nächstes Ziel wir der Markt, wo wir - am Ende unserer Reise angelangt - einige Souvenirs einkaufen wollten.
Wir handelten dann auch fleißig und erstanden neben diversen Kleinigkeiten zwei schöne, aus Wasserbüffelhorn gefertigte dekorative Schnitzereien, diverse Essstäbchen, Untersetzer aus Bambus und einen sehr schönen Drachen aus Ebenholz.

Abends brachte uns ein Taxi für 12.000 Dong zum Saigon-River, wo wir eine Bootsfahrt in einem der mit vielen kleinen Lämpchen geschmückten großen Restaurantschiffe machen wollten.
Wir bestiegen ein wie ein Haifisch aussehendes Schiff, wo auf allen drei Decks lange Reihen von gedeckten Tischen standen.
Mit dem Essen beschlossen wir zu warten, bis das Boot für eine Stunde Fahrt ablegt.
Inzwischen wurden massenweise Japaner auf das Boot geladen, bis schließlich kein Stuhl mehr frei war.

Monika bestellte sich einen Frosch, Bärbel und Harry Fisch und ich als mein Abschlussessen einen Hot Pot mit Fleisch.
Dazu tranken wir ein Wasser sowie zwei Bier 333 und bezahlten dafür 330.000 Dong.
Die Fahrt war angenehm und man konnte am Reling stehend, die nächtliche Skyline Saigons mit den vielen Lampen und Leuchtreklamen bewundern.
Nach den vielen tollen individuellen Erlebnissen unserer Reise war dieser sehr massentouristisch organisierte Abend leider kein so toller Abschluss.

Gegen 22 Uhr fuhren mir mit dem Taxi zurück zum Hotel, tranken in einem kleinen Lokal nebenan einige Gläser vietnamesischen Rum und Whisky sowie Obstshakes und beobachteten dabei die von der Straße kommenden und zwei Meter neben uns hinter der Theke verschwindenden Ratten.

Rückflug nach Frankfurt über Kuala Lumpur

Freitag, 10.12.2004

Am letzten Vormittag besuchten wir noch einmal den Bin Than Markt, nachdem wir in der Ratten-Schänke von gestern Abend gefrühstückt hatten, kauften noch einige schöne Lackarbeiten und andere Sachen.

Monika musste dringend den Tee vom Frühstück loswerden und fragte sich im Markt zu einer Toilette durch, die sie dann auch hinter einem großen Blumenstand fand.
Ich gab ihr 500 Dong für die Benutzung und wartete am CD-Stand nebenan, wo man alle möglichen Musik-CDs und Film- sowie Spiele-DVDs kaufen konnte, natürlich wie überall als sehr preiswerte Raubkopie. Als Monika nach einigen Minuten erschien, lachte sie laut und meinte, das was sie soeben gesehen habe, hat sie noch nie erlebt.

Und zwar hockten beim Betreten des Toilettenraumes die einheimischen Frauen alle nebeneinander an einer Rinne und besorgten dort ihre verschiedenen Geschäfte. Anschließend reinigten sie sich mit einem mitgebrachten Lappen, den sie anschließend unter fließendem Wasser sorgfältig auswuschen und einsteckten.
Aber es gab glücklicherweise auch eine Kabine, in die man sich diskret zurückziehen konnte.  Wir gingen zurück ins Hotel, aßen noch etwas in der De Tham Street und genossen die letzten Eindrücke von den Bildern und Menschen Saigons. Die Cyclofahrer, die Verkäuferin von raubkopierten Büchern, die Müllfrau und den Kokosnussverkäufer...
Danach ließen uns von einem Taxi vom Hotel zum Airport fahren um dort, nach normaler Abfertigung über Kuala Lumpur, wo wir vier Stunden Zwischenstop hatten, die allerdings, anders als auf dem Hinflug, rasch vergingen, da wir uns diesmal im Zentrum des Airports aufhielten, wo es eine Menge Shops gibt.

Als wir am anderen Morgen im nebligen Frankfurt landeten, lagen dort einige Zentimeter Neuschnee, die uns die Rückkehr ins kalte Deutschland noch schwerer machte, als sie ohnehin schon war.

Bis zu unserem Zug nach Leipzig hatten wir noch über zwei Stunden Zeit, die wir beim deutschen Frühstück im Bahnhofsrestaurant (was nach fast vier Wochen auch wieder ganz gut schmeckte) verbrachten.

 


Nun sitze ich zu Hause, während ich diese Erinnerungen aufschreibe und sie in die internettaugliche Form bringe. Von den 1.600 Fotos, die wir in Vietnam schossen, habe ich 550 mit Photoshop bearbeitet und entwickeln lassen und Monika gestaltet davon ein Album. So kann man seinen Urlaub künstlich verlängern, noch länger von den Urlaubseindrücken zehren und nach einigen Monaten oder Jahren die Reise nachempfinden.

Übrigens - die nächste Tour für 2005 ist schon in Vorbereitung - diesmal soll es nun eine Zeltreise nach Namibia und Botswana werden... falls uns nicht wieder jemand von einem anderen verlockenden Reiseziel berichtet... Cool