Zhangmu in Tibet (2.500 m)

Der kleine Ort Zhangmu liegt auf einer Höhe von 2.300 m auf tibeter Seite und ist durch die Brücke der Freundschaft mit Nepal verbunden.
Die Grenzstation auf der tibetischen Seite wird von zahlreichen finster blickenden Grenzsoldaten bewacht. Wir hatten noch in Nepal entsprechend der vorher angemeldeten Visaliste jeder eine Nummer bekommen, in deren Reihenfolge wir uns aufstellen mussten. Danach wurden wir von einer blutjungen Grenzsoldatin einzeln streng gemustert und durften über die Brücke laufen, vorbei an Wachen mit aufgepflanzten Bajonetten.
Unsere schweren Koffer wurden von nepalesischen Frauen auf dem Rücken vom Bus über die Brücke geschleppt. Dann begann die Gepäckkontrolle. Jedes Gepäckstück wurde geöffnet und durchwühlt. Reiseführer, auf oder in denen irgendwo das Wort Tibet stand, wurden eingezogen.

Nach dieser langen Einreiseprozedur stiegen wir in den tibetanischen Bus, der bedeutend moderner und geräumiger war als der in Nepal und fuhren in Richtung Shegar, um dort auf der langen Strecke nach Lhasa eine Nacht zu verbringen.
Der Himmel hatte sich bedeckt, es nieselte und unser Guide teilte uns am Abend mit, dass die Weiterfahrt am nächsten Morgen noch fraglich sei, da der Pass wegen starkem Schneefall momentan geschlossen war.
Wir machten einen kleinen Stadtbummel zum VISA-Automaten, wo wir uns mit chinesischer Währung eindeckten.

Am nächsten Morgen hatte sich der Regen verzogen und wir erfuhren, dass der Pass zum Glück wieder frei sei und unserer Weiterfahrt nichts im Wege stand. Wir fuhren dann auf dem Friendship-Highway durch eine herrliche schneebedeckte Berglandschaft in Richtung Shegar. Die staubige Huckelpistee Nepals hatte sich plötzlich in eine komfortable, zur Häfte vom Schnee befreite Bitumenstraße verwandelt.