Yellowstone NP

Dienstag, 15.8.2006

Am Vormittag besichtigten wir den Nationalpark per Auto; fuhren über den Scenic-Drive, wo wir viele Fotostopps machten, bis zur Kirche am Jackson Lake, dann noch zur Menor's Ferry und wieder zurück.

13.30 startete die 90-minütige Bootstour auf dem Jackson-Lake (hatten wir am Vortag gebucht). Es war ganz nett, aber eine individuelle Paddel- bzw. Kanutour wäre sicher romantischer und vor allen Dingen billiger gewesen.
Gleich danach starteten wir zum Yellowstone-NP, den wir bereits nach zwei Stunden Fahrt bei strömendem Regen und empfindlich kühlen Temperaturen erreichten. Auch hier hatten wir wieder eine Blockhütte vorgebucht – Natur pur!

Nach dem Abendessen in der Lodge wärmten wir uns noch am Kamin und erlangten die nötige Bettschwere durch einen Drink an der Bar.

Mittwoch, 16.8.2006

Der Yellowstone-NP sollte der Höhepunkt unserer Rundreise werden und dementsprechend hatten wir viel Zeit – sprich vier Nächte = drei ganze Tage eingeplant.

Heute stand die „obere Schleife der 8“ auf dem Plan:
Abfahrt 8.00 Uhr
Über Mud-Volkano, Tower-Fall, Petrifried Tree, Wrait Falls, Undine Falls erreichten wir Mammoth Hot Springs gegen Mittag. Unterwegs begegneten wir „unseren“ ersten Büffeln und Kojoten und eine ziemlich gefährlich aussehende Schlange kreuzte unseren Weg – tolles Erlebnis!!!

Weiter ging es über Sheepeater Cliff (ein kapitaler Elch graste am Flussrand), Ranger Museum, Norris Geysie Basin, Virginia Kaskade und Sulphur Caldon zurück zur Lodge, wo wir 19.30 Uhr eintrafen. In der Dämmerung waren wieder viele Büffelherden unterwegs und man hätte die Kolosse aus dem Autofenster heraus streicheln können…

Donnerstag, 17.8.2006

„Die Südschleife der 8“ war dran.

Wieder Abfahrt 8.00 Uhr, Halt bei Bridge Bay Marina und Morgenwanderung zur Natural Bridge. Dieser einstündige Spaziergang war ein erfrischender Start in diesen Tag. Wir ließen die kühle und saubere Morgenluft auf uns wirken und nur die unzähligen Streifenhörnchen waren außer uns zu dieser frühen Zeit unterwegs

Über West Thumb ging die Fahrt zum „Old Faithful“, dem bekanntesten Geysir der Welt. Der wird regelmäßig alle 91 Minuten aktiv. Gegen 11.00 Uhr kamen wir an, setzten uns zu den vielen wartenden Touristen in die Runde und hatten Glück, denn nach nur 20 Minuten Wartezeit begann das atemberaubende Schauspiel – eine riesige Wasserfontäne schoss in den Himmel. Ich war so überwältigt, dass ich fast das Fotografieren verpasste. Nach vier Minuten war alles vorbei – doch das Erlebnis werde ich nie vergessen.

Unsere anschließende Wanderung führte uns durch das Upper Geyser  Basin vorbei an unzähligen gerade nicht aktiven Gaysieren, Schlamm- und Wasserlöchern bis zum „Morning Glory“. Die intensive Farbenpracht ist überwältigend. Den Rückweg legten wir im Eiltempo zurück, denn den nächsten Ausbruch des Old Faithful wollten wir auf keinen Fall verpassen. Die letzten Meter Dauerlauf und wir kamen gerade noch rechtzeitig  zum nächsten Ausbruch. Die Fontäne war noch höher und der Ausbruch dauerte noch langer als beim ersten Mal.

Nach der Suppe des Tages ging unsere Tour über Midway Geyser Basin, Firehole Lake Drive, Fountain Paint Pot weiter. Am Firehole River machten wir eine wohlverdiente Rast, um danach die letzten Kilometer über Gibbon Falls und Lake Village zu unserer Blockhütte im Wald zurückzulegen. Unterwegs (wieder in der Dämmerung) sahen wir wieder viele Büffel und einige Elche.

Freitag, 18.8.2006

Heute stand die „Mitte der 8“ auf dem Programm. Doch zuerst fuhren wir noch einmal zur Bridge Bay Marina, um von dort aus eine Bootsfahrt auf dem Yellowstone-Lake zu unternehmen. Diese Möglichkeit hatten wir am Tag zuvor entdeckt. Die einstündige Fahrt war ganz nett, muss man aber nicht unbedingt gemacht haben.

Vorbei am Mud Vulcano und Sulphur Caldon waren wir gegen Mittag in Canyon Village, wo wir in der Canyon-Lodge (piekfein) Mittag aßen, und das ohne einen Cent zu bezahlen! Und das kam so:

Nachdem wir unsere Wünsche dem Kellner Kund getan hatten, brachte dieser auch sofort unsere Getränke. Doch als Jürgen sein Glas Cola anhob, fiel plötzlich der Glasboden ab und die gesamte Cola ergoss sich über die Hosen und Schuhe meines Mannes. Sofort waren drei Kellner zur Stelle und versuchten das Malheur zu beheben, was natürlich angesichts brauner Cola auf beigefarbenen Hosen und Schuhen aussichtslos war.

Als kleine Entschädigung bekamen wir das komplette Essen und die Getränke umsonst. Ich schätze man war froh, dass wir keinen weiteren Terror gemacht haben; ein Ami hätte bestimmt auf Schadensersatz gemacht…

Nach dem Essen waren die Sachen fast trocken und wir setzten unsere Fahrt fort zum Artist Point. Von dort wanderten wir auf dem South Trail bis zum Lower-Fall. Auf dem „Uncle Tom’s Trail“ läuft man anstrengende 528 Stufen bis zum unteren Aussichtspunkt, wo man einen wunderschönen Ausblick auf den Fall hat und sich bei etwas Glück ein Regenbogen zeigt.

Ein kurzer Abstecher zum North Trail und zum Upper Fall folgte. Auf der Rückfahrt über Fishing Bridge und Lake Butte waren wieder viele Büffelherden unterwegs. „Zu Hause“ angekommen, kauften wir im Shop für die Weiterreise am nächsten Tag ein und wurden dabei von Rehböcken beobachtet; die grasten direkt neben den Hütten! Nach dem dringend notwendigen Wäschewaschen und Abendessen nahmen wir bei einem Drink am Kamin von diesem Tag aber auch vom Yellowstone-Park Abschied.

Unser Tipp: Wer den Yellowstone besuchen möchte, sollte so wie wir  unbedingt drei ganze Tage einplanen, um (fast) alles sehen zu können. Diese einmaligen Naturschauspiele in dieser Vielfalt und Konzentration gibt es nur hier. Wir können mit Recht und voller Überzeugung sagen: „Wir waren in der Hexenküche der Erde.“