Fahrt zum Waterberg Plateau National Park

Freitag, 28.10.05

Als meine Armbanduhr uns um 5.40 Uhr weckte, war das Wetter regnerisch und nach dem Zeltabbau nahm der Regen so zu, dass wir gezwungen waren, das Frühstück im Bus einzunehmen. Vorher wurde noch schnell ein Zelt wieder aufgebaut, damit die Matratzen trocken blieben.
Die ungefähr 260 Kilometer lange Fahrt zum Waterberg Plateau begann um 7.45 Uhr, wurde 10 Uhr Halt in Otjiwarougo unterbrochen und endete schließlich gegen 13 Uhr im Camp Bernarbe De La Bat am Fuße des Plateaus, wo es nach dem Zeltaufbau das Brötchen-Lunch gab.

Das Camp machte insgesamt einen sehr gepflegten Eindruck. Duschen, WC und Wäscheräume waren sehr sauber, es gab einen Trockenplatz mit Wäscheleinen und auf dem Rasen Wasserhähne, Steckdosen und Feuerplätze. Im Shop konnte man sich mit dem Wichtigsten versorgen. Den Rasen teilten sich mit uns große Ameisen und Erdhörnchen, welche überall ihre Löcher gegraben hatten und ab und zu frech herausschauten.
Um 15 Uhr brachen wir vier zu einer zweistündigen Wanderung zum Plateau auf und konnten es nach einer mehr oder weniger mühsamen Klettertour auch erklimmen, um dort eine beeindruckende Aussicht über die endlosen Weiten der Savanne zu genießen. Zwischen den Felsen schauten uns neugierig einige Klippschliefer an, die mit Elefanten und Seekühe verwandt sind, denn ihre DNS haben die drei Verwandten von einem gemeinsamen Vorfahr geerbt, der vor 80 Millionen Jahren in Afrika lebte. In einiger Entfernung grunzte eine Horde Affen, die sich ab und zu auch sehen ließ.  
Oberhalb des Camps gibt es einige Wanderwege und ein Restaurant mit benachbartem Swimmingpool. Der Himmel war den ganzen Tag bedeckt, was die Natur nicht ganz so schön aussehen ließ, aber das Wandern und Klettern um so erträglicher machte.

Das 20 Kilometer breite und 50 Kilometer lange Waterberg Plateau besteht aus porösem Sandstein und erhebt sich rund 200 Meter aus der umgebenden Ebene, die früher zum Siedlungsgebiet der Hereros gehörte. Im August 1904 wurden rund 40.000 Männer, Frauen und Kinder am Waterberg von 1.600 deutschen Kolonialsoldaten unter der Führung des Generals von Trotha eingekesselt und in einem dramatischen Kampf vernichtend geschlagen. Nur sehr wenige Hereros überlebten das Gemetzel.

Zurückgekehrt ins Camp duschten wir uns und wuschen einige Wäschestücke, die wir an der Leine zum Trocknen aufhängten. Die etwas zähen Steaks zum Dinner wurden mit Kürbis, Salat, Reis und Mischgemüse komplettiert und 21 Uhr besahen wir uns das Zelt von Innen.