Freitag 16.11.18 - Fahrt nach Vientiane (180 km)

Nachdem wir das Frühstück auf der Terrasse mit der herrlichen Aussicht genossen hatten, überraschte uns Khamchan mit einer Kostprobe von frisch gebratenem Ziegenfleisch. Dann startete um 8 Uhr die Fahrt auf schlechter Straße in Richtung Vientiane, der Hauptstadt von Laos.
Staubige Pisten wechselten sich mit scharfen Kurven und tiefen Schlaglöchern ab. An besonders gefährlichen Stellen waren Geisterhäuschen aufgestellt, um die Reise unbeschadet zu überstehen.
Interessant waren auch immer wieder die entgegenkommenden Fahrzeuge, die oft total überladen oder in einem jämmerlichen Zustand waren.

Im Dorf Tha Heua, welches für seinen Fischmarkt bekannt ist, erfolgte der erste Halt. Es liegt am Ufer des Nam Ngum Stausees, etwa 90 Kilometer nördlich von Vientiane. Neben allen Arten kunstvoll angeordneter Fische gab es auch frisches Gemüse und Streifen von Büffelhaut zu kaufen.
Auf der Weiterfahrt begegneten uns am Straßenrand Frauen, welche beim Annähern von Fahrzeugen die Deckel großer Töpfe auf- und abschwenkten. Es waren frisch gedämpfte Maiskolben, die hier angeboten wurden.

Der nächste Halt erfolgte an den historischen Stätten von „Vang Xang“, hier sind in Stein gehauene überlebensgroße Buddhas zu sehen. Die größten Figuren messen fünf Meter und stammen aus der Zeit zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert.
Unsere Aufmerksamkeit erregte am Eingang ein besonders schönes Exemplar einer Beiwagenmaschine.

Ein Highlight des Tages war der Besuch eines lokalen Marktes kurz vor 13 Uhr in Songpeuai. Gegrillte Ratten, Raupen, Heuschrecken und Schnecken am Spieß ließen uns das „Wasser im Mund zusammenlaufen“ und wir machten auch verschiedene Kostproben - etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus essbar.
Khamchan hatte für uns Schneckenspieße gekauft, die er anschließend im Bus verteilte - sie waren gut gewürzt und schmeckten hervorragend, auch wenn es einige unserer Gruppe verschmähten - die meisten probierten sie.

Nachdem wir kurz nach 14 Uhr in Vientiane ankamen, wurde zuerst am Hotel das Gepäck entladen und danach besuchten wir während einer Stadtrundfahrt das "Wat Si Saket" aus dem 16. Jahrhundert.
Das Bauwerk wurde allerdings ab 1930 nach starken Beschädigungen durch Kriege und Umwelteinflüsse nach einer Zeichnung von1867 originalgetreu neu aufgebaut.
Besonders beeindruckend war der innere überdachte Wandelgang, in dem viele Statuen aufgestellt sind.

Danach besuchten wir 15.30 Uhr das Wahrzeichen der Stadt, den „That Luang Stupa“.
Als erstes mussten sich unsere Frauen den Unterkörper mit großen Tüchern verhüllen, bevor sie die Anlage betreten durften.
Der Komplex mit seinem Hauptgebäude ist von einer Mauer mit mehr als 2.000 Buddha Figuren umgeben.
Khamchan erklärte uns im Innenhof zuerst etwas über die Entstehung des Buddhismus, bevor wir uns die schön restaurierten Gebäude und auch den etwas abseits zu findenden liegenden Buddha ansehen konnten.

Auf dem Platz vor dem Tempel sollte am Abend eine Feierlichkeit stattfinden, bei der hohe Gäste erwartet wurden. So waren überall Soldaten und sich verdächtig unauffällig verhaltende Herren zu sehen.
Neben der Statue des Königs Sethathirath, der den Bau des Stupas veranlasst haben soll, warteten junge Frauen einer Tanzgruppe in nationalen Trachten auf ihren Auftritt.

Nachdem sich der Bus durch den Nachmittagsstau gekämpft hatte, erreichten wir gegen 18 Uhr das Hotel „City Inn“ und verabschiedeten uns mit einem angemessenen Trinkgeld von dem grandiosen Busfahrer, da wir ab morgen einen anderen lokalen Veranstalter bekommen sollten.
Wir bezogen unser Zimmer im Hotel und spazierten etwas später in Richtung Mekong, um an der Uferpromenade in einem einheimischen einfachen Restaurant ein leckeres Abendessen zu genießen. Zu Beginn gab es einige lustige Übersetzungsschwierigkeiten der laotischen Speisekarte mit Hilfe einer freundlichen jungen Kellnerin.
Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir am öffentlichen Chinesischen Theater vorbei und schauten einige Minuten der farbenfrohen Vorführung zu.

In der Hotelbar trafen wir noch einige Leute unserer Gruppe und ließen dort den erlebnisreichen Tag ausklingen, bevor wir uns in das sehr geräumige Zimmer zurückzogen.