Ushuaia

Sonntag, 27.1.2008

Nach einer sehr guten Nacht rief Sonia am Morgen mit der Mitteilung an, dass unser Flug einige Stunden später als noch gestern Abend mitgeteilt geht. So hatten wir bis 13.30 Uhr Zeit, durch das gemütliche kleine Städtchen zu bummeln (was auf dieser Reise wirklich eine Seltenheit war).
Der von Sonia mitgeteilte Abflug war dann um 14.20 Uhr 25 Minuten früher als geplant und so verpassten wir noch fast den Flug.

Der Kapitän drehte kurz nach dem Start zwei „Ehrenrunden“, damit alle Passagiere den Perito Moreno Gletscher von oben bestaunen konnten. Es war sicher gut gemeint, aber das Flugzeug wurde derart durchgeschüttelt und fiel in mehrere Luftlöcher, dass es an ein Wunder grenzte, dass es nicht abstürzte. Es waren die schlimmsten Flugminuten unseres Lebens und wir dachten schon, unsere letzte Stunde hat geschlagen...

Nach einem dann doch noch relativ ruhigen Flug (der Bordservice wurde trotzdem wegen der Turbulenzen eingestellt) landeten wir wohlbehalten auf Feuerland, in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Das Gepäck kam kleckerweise auf dem Laufband an und wir waren zum Schluss froh, dass nichts fehlte.

Der Transferbus zum Hotel wartete schon auf uns. Diesmal wurde unser Gepäck sogar in einem separaten Auto zum Hotel gebracht. Wir checkten kurz ein - das Hotel war okay - und begaben uns 10 Minuten später auf Erkundungstour. Zuerst bekamen unsere Pässe in der Touristeninformation einen Stempel für den Besuch der "südlichsten Stadt der Welt", danach tranken wir im Café einer Schokoladenfabrik eine heiße Schokolade (einen Coupon dafür hatten wir gleich beim Empfang im Bus bekommen). Auch eine Besichtigung des ehemaligen berühmten Gefängnisses von Ushuaia stand auf unserem Programm.

Sonia hatte für unsere Gruppe für 20 Uhr Plätze in einem Krabbenlokal bestellt. Als wir dort ankamen wusste man nur nichts davon und wir wurden inzwischen an Einzeltischen platziert - denn Sonia kam (wie meist) etwas später. Die danach eilig zusammengestellte lange Tafel war sehr eng und wir hatten nach mittlerweile 40 Minuten Wartezeit noch immer nichts zu Trinken bekommen, dass wir vier beschlossen, uns ein anderes Lokal zu suchen. Wir landeten dann einige Häuser weiter in einem einfachen Lokal, wo wir von einem sehr lustigen, flinken Ober (was für Argentinien bislang untypisch war) zügig mit hervorragenden Steaks (mit Tischgrill), einer ausgelösten Krabbe und einer großen Portion leckerem Fisch (Negro) sowie Getränken versorgt wurden.

Montag, 28.1.2008

Nach einer Nacht mit häufigem Hundegejaule (wie wir später erfuhren, lag direkt unter unserem Fenster der Innenhof eines Tierarztes, der übers Wochenende kranke Hunde aufnahm) gingen wir 8 Uhr zum Frühstück, um danach 9 Uhr von einem sehr netten Busfahrer aus Uruguay zum Nationalpark abgeholt zu werden. 10 Uhr begann eine sehr schöne Wanderung am Ufer eines Sees mit Raol, der durch seine deutsche Großmutter gut die deutsche Sprache beherrschte. 13.30 Uhr erwartete uns ein Grillpicknick mit ziemlich fetten Würstchen und Gemüsekuchen - dazu gab es Cola, Bier und Wein.

Auf der anschließenden Schlauchbootfahrt (wir zogen dafür Gummihosen, -stiefel und -jacken über) konnten wir unsere Fähigkeiten im Paddeln beweisen. Bevor es zurück zum Hotel ging, hielten wir an dem Schild, was das Ende der 4.930 km langen Nord/Süd-Route dokumentierte. Wir vier hatten uns fürs Abendessen ein "all you can eat"-Lokal ausgesucht, wo es für 46$ ein leckeres Buffet und herrlich frisch gegrilltes Fleisch vom Spieß gab. Ein Taxi brachte uns zum Hotel, wo wir schon um 21.40 Uhr - müde von der Tageswanderung - im Bett verschwanden.

Dienstag, 29.1.2008

9 Uhr wurden wir von Roal zur heutigen Fahrt zu drei Seen abgeholt. Es war ein insgesamt recht beschaulicher und ruhiger Tag, was nach dem doch recht anstrengendem bisherigem Tourverlauf gut tat. 20 Uhr beobachteten wir aus größerer Entfernung einige Bieber, die nach langer Wartezeit ihren Bau verließen. 22.30 Uhr bereitete man in einer gemütlichen, rustikalen Baude Pizza für uns zu. Nach einigen Bieren und Rotwein waren wir um Mitternacht im Hotel.

Mittwoch, 30.01.2008

Am letzten Tag in Ushuaia weckte uns um 7.15 Uhr das laute Plätschern des Regens. 8.45 Uhr wurden unsere Koffer zum Flughafen gefahren, während wir uns auf den Weg zur Bootsanlegestelle machten (der Regen hatte zum Glück inzwischen aufgehört). Auf der Fahrt im Beagekanal verwöhnte uns dann doch wieder (wie gewohnt) die Sonne und wir konnten gute Fotos von der Insel mit hunderten Kormoranen und einigen Seelöwen machen.

Nach dem Rückflug nach Buenos Aires besuchten wir unter anderem den Friedhof mit dem Grab von Evita und am Abend war ein gemeinsames Abschiedsessen in einem typischen argentinischem Restaurant geplant.
Monika verzichtete auf das Essen und absolvierte statt dessen einen Kurs in einer Tango-Schule, in der wir uns nach dem Essen um 21 Uhr mit der gesamten Gruppe eine Tangoshow ansahen.
Auf der Rückfahrt durch das nächtliche BA fielen uns die vielen Leute auf, die Nachts den Müll in den Tonnen am Straßenrand nach etwas Verwertbarem durchsuchten. Wir verbrachten unsere letzte Nacht in Argentinien, bevor wir am nächsten Tag um 12.15 Uhr vom Bus zum Airport für den angenehmen Flug nach Frankfurt über Madrid gebracht wurden.

Good bye Argentina!  Weinend