31. März 2016 - Unterwegs nach Turmi

Auch am heutigen Morgen zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und nach dem Frühstück schenkten wir dem netten jungen Kellner noch eine fast neue Jeans, die uns unser Sohn mitgegeben hatte, dem sie nicht mehr passte.

Die Fahrt ging in den Mago Nationalpark und dort standen mehrere Dörfer auf dem Programm. Zuerst hieß es Wasserflaschen im Ort kaufen, da im NP keine Gelegenheit mehr dazu bestand.
Um 9 Uhr erreichten wir den Eingang des Nationalparks, wo uns eine Frau mit einem kleinen Jungen auf dem Arm begegnete. Ihre Unterlippe war geschlitzt und hing etwas herab, da sie im Moment keinen Tonteller darin trug.

Besuch eines Mursi-Dorfes

Nach 40 Minuten Fahrt über sandige enge Pisten erreichten wir dann ein Dorf der Mursi. Hier erfuhren wir, dass die Mursi als Nomaden Bauern und Rinderzüchter sind. Sie bauen Sorghum (eine Hirseart), Mais und Hülsenfrüchte an.
Die Rinder liefern Milch, Fleisch und Blut, das hier als Nahrungsmittel dient.

Auch hier hatten wir vorher einen ortskundigen Guide mitgenommen, der uns durch das Dorf führte und etwas über Tradition und Lebensweise der Mursi erklärte. Monika und ich machten abseits hinter den Hütten einige Bilder von uns besonders fotogenen Bewohnern dieses Dorfes. Hier kostete ein Foto 5 Birr (etwa 20 Cent) und wir waren froh, im Norden genug 5 Birr-Scheine besorgt zu haben.

Die Mursifrauen tragen Lippenteller, dazu wird die Unterlippe bei jungen Mädchen aufgeschnitten und die vorderen Schneidezähne ausgeschlagen. Immer größer werdende, selbst hergestellte Tonteller werden danach eingesetzt, damit sich die Unterlippe immer mehr dehnt.

Auch hier sahen wir Männer und auch Frauen mit Feuerwaffen, die leider auch bei Zwistigkeiten mit anderen Volksgruppen eingesetzt werden.

Marktbesuch unterwegs

Nach einer reichlichen Stunde (wir wären gern länger geblieben) verabschiedeten wir uns von den Mursi und bedankten uns für die Gastfreundschaft. Danach fuhren wir die Strecke durch den Park zurück, um zu unserem nächsten Hotel im Ort Turmi zu gelangen.

Unterwegs wartete um 14 Uhr ein nächster Höhepunkt auf uns: ein Besuch eines Marktes.
Hier handelten die einzelnen Volksgruppen, die von ihnen hergestellten Waren, Wir sahen hauptsächlich Arbore mit den halbierten Kalebassen auf dem Kopf und Hamer mit den kunstvoll gedrehten Zöpfchen aber auch andere Volksgruppen mit einander feilschen. Die eine Stunde Marktbesuch war eine sehr interessante Abwechslung und mein 60fach-Zoom hat sich dafür bestens bewährt.

Ankunft in Turmi

Gegen 17 Uhr erreichten wir die "Avangadi Lodge" in Turmi. Wir bezogen einen schönen Bungalow mit WC und Dusche. Leider kamen nur Tropen aus dem Duschkopf, da hier wegen der Wasserknappheit Grundwasser in einen Hochbehälter gepumpt wurde und dieser nur ein begrenztes Volumen hatte. Also musste man warten, bis wieder Wasser drin war und nicht gerade jemand anderes duschte. Genauso verhielt es sich mit der Toilettenspülung. Es stand zwar ein Plastikeimer daneben, den man füllen konnte, wenn gerade mal Wasser lief, allerdings hatte unserer einen Riss im Boden, so dass er nach 3 Minuten leer war. Zwei Kaugummis verschafften hier zum Glück Abhilfe, da in der Lodge kein anderer aufzutreiben war. Solche Situationen gehören in solchen Ländern dazu und statt sich aufzuregen, sollte man nach einfachen Lösungen suchen.

Das Duschen schafften wir dann noch vor dem Abendessen, wo ein Buffet im Restaurant auf uns wartete.