2. April 2016 - Fahrt zu den Nyangatom

Am heutigen Morgen wollten wir eigentlich schon 7 Uhr aufbrechen, da wir bis fast an die Grenze zu Kenia wollten, wo das Volk der Nyangatom lebt und die Straßen dahin ziemlich schlecht waren. Ein gewaltiger Regenguss über den außer uns sich sicher alle Einheimischen freuten, verzögerte die Abfahrt allerdings um 40 Minuten.

8 Uhr konnten wir abfahren und erreichten eine Stunde später einen Kontrollpunkt, wo wir unsere Pässe zur Registrierung vorlegen mussten. Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichten wir 9 Uhr den Omo-Fluss, kletterten die Uferböschung hinab, bestiegen den krummsten Einbaum, mit dem wir je gefahren sind, um über den Fluss zum Dorf der Nyangatom überzusetzen.

Der 90-minütige Besuch dieser überaus gastfreundlichen und hübschen Menschen war ein super Erlebnis.
Die Nyangatom stammen ursprünglich aus Uganda, von wo sie Mitte des 19 Jhd. einwanderten. Sie leben ebenfalls von Ackerbau und Viehzucht und pflanzen sogar Tabak an. Neben Rindern besitzen sie auch Esel als Lasttiere.

Allerdings tauschten sie auch als erste vor ca. 30 Jahren Speere gegen Gewehre ein und gelten noch heute als kriegerisch, was sicher durch die Einwanderung und die damit verbundenen Schwierigkeiten in Zusammenhang steht.

Wir freundeten uns mit einigen jungen Frauen an, die uns sogar in ihr lediglich mit Strohmatten ausgelegtes Zelt einladen. Als Dank schenkten wir ihnen Rasierklingen, die sie sehr dankbar annahmen.
Auf dem Rückweg zu den Jeeps begleiteten sie uns und die Gruppe war mittlerweile auf 10 junge Frauen angewachsen. Ein Gruppenfoto zum Freundschaftspreis von 20 Birr rundete den netten Besuch ab.

Danach setzten wir wieder über den Fluss, tranken am anderen Ufer noch etwas Kühles und fuhren zurück.

Marktbesuch in Dimeka

Als besondere Überraschung besuchten wir unterwegs noch einen Markt der Hamer, Dassanech und Abore in Dimeka. Hier erlebte man das Zusammenleben de einzelnen Völker hautnah. Dort handelte man alles, was die Menschen für das alltägliche Leben so benötigten. Das war eigentlich nicht sehr viel. Neben Töpferwaren, Kalebassen und Schmuck wurden Getreide und Butter sowie Lehmfarbe für die Haare angeboten. Die Stunde Aufenthalt war ein interessantes Erlebnis und wir kauften einer Hamerfrau ein mit Kaurimuscheln verziertes Ziegenfell ab.

Danach traten wir die Rückreise ins Resort an. Es begegneten uns wieder viele Frauen, die schwere Holzbündel und Strohballen auf ihren Rücken nach Hause trugen und an den wenigen Wasserläufen wurde emsig gewaschen. Rechtzeitig zum Abendessen erreichten wir das Ressort um die letzte Nacht im Omo-Gebiet zu verbringen.