Saigon

Donnerstag, 25.11.2004  » (Flug nach Saigon)

Nach unserem Acht-Uhr-Frühstück bezahlten wir die Zimmer (je 30 Dollar pro Nacht) und die Wäsche (3,70 Dollar) und ließen uns vom am Vortag im Hotel bestellten Großraumtaxi 9 Uhr abholen.

Die Abfahrt verzögerte sich allerdings etwas, da das Taxi von zwei Mopeds mit drei Polizisten begleitet wurde, welche sofort nach dem Anhalten die Papiere des Fahrers sehen wollten, ewig diskutierten und erst nach einigen Telefonaten im Hotel wieder abzogen. Polizeistreife Das Taxi brachte uns dann mit 15 Minuten Verzögerung für 14 Dollar zum Flughafen, von wo wir sehr angenehm mit einer Boing 777 von Vietnam-Airlines um 11 Uhr nach Saigon flogen.

Etwas unangenehm war uns, dass man uns Europäer zuerst mit Essen (Huhn oder Fisch mit leckerer Soße) und Getränken bediente und danach erst die einheimischen Fluggäste. Sicher waren hatten wir für die Tickets etwas mehr bezahlen müssen.
Neben Monika saß ein Japaner, der uns nach unserer Herkunft fragte. Auf der Weltkarte im Flugzeugprospekt zeigten wir ihm, wo Deutschland liegt.

Da ich keine Dong mehr hatte, wechselte ich am Saigoner Flughafen nach einer normalen Abfertigung meine zweiten 50 Euro in Dong, allerdings zu einem sehr schlechten Kurs (925.000 Dong), was ich aber zu spät bemerkte.

Ein Taxi brachte uns für fünf Dollar (welche wir vorher ausmachten) in 20 Minuten zum "Spring House Hotel" in die Pham Ngu Loa, in welchem ich kurz vor unserem Abflug aus Deutschland noch per Internet zwei Doppelzimmer für je 20 Dollar gebucht hatte. Es lag sehr günstig gleich neben der De Tham Street, mitten im Backpackerzentrum.
Allerdings hat man auf den Prospekten und auf dem Bild im Internet gemogelt und es mit einigen Etagen mehr abgebildet. Vielleicht war das Geld vorher alle, als man es baute.

Die Plastik-Schnapsflasche mit dem Hochprozentigen vom Vortag schien nicht ganz dicht gewesen zu sein, denn Monikas Rucksack, in dem wir sie verstaut hatten, roch wie eine Schnapsdestille.

Um unsere Touren im Süden zu organisieren, wollten wir nun die Hauptfiliale von TravelToVietnam aufsuchen, da wir mit dieser Reisegesellschaft in Hanoi so ausgezeichnete Erfahrungen gemacht hatten.
Mit dem zu Hause ausgedruckten Stadtplan fanden wir dann auch die Nebenstraße, mussten aber erst mehrere Leute nach der Nummer fragen, da wir sie nicht fanden.
Endlich zeigte man uns in einer winzigen Gasse einen klitzekleinen Raum, wo die Hauptstelle der Agentur residierte.
Hier erlebten wir das ganze Gegenteil wie in Hanoi. Das Englisch war schlecht und der Service auch. Wir buchten trotz allem eine Privat-Tagestour nach Chu Chi für 19 Dollar pro Person.

In der De Tham Street hatten wir dann mehr Glück, als wir bei TNK-Travel auf eine freundliche und sehr kompetente Frau stießen, welche sogar deutsch sprechen konnte.
TNK Travel Eigentlich hatten wir vor zwei Tage in den Cat Thien NP zu fahren, aber es stellte sich heraus, dass im Gästehaus des Parks am gewünschten Tag keine Zimmer frei waren. Also entschlossen wir uns für Plan B und buchten vier Opentour-Bustickets nach Moi Ne für je 10 Dollar und im dortigen Hotel zwei größere Bungalows im Finnhüttenstil für je 35 Dollar.

Weiterhin regelten wir, wie wir ins Mekong Delta kommen.
Man bot uns an, den ersten Teil einer Tour mitzumachen, welche über My Tho nach Kan Tho führte, was eines unserer nächsten Ziele war.

In einem der zahlreichen Fotoläden gegenüber TNK-Travel ließ Harry die Bilder von Bärbels Speicherkarte - welche durch die vielen Fotomotive in Vietnam schon gefährlich voll war - für 30.000 Dong (incl. Rohling) innerhalb einer halben Stunde auf CD brennen.
Dieser Service wurde in allen etwas größeren Orten angeboten.

Für unser Abendessen hatten wir uns schon zu Hause aus einer Reisebeschreibung von 2000 das Restaurant Canh Buom in der Pasteur Street 127 ausgesucht. Diese Straße war allerdings eine der längsten und wir begannen zufällig bei Hausnummer 10 unsere Wanderung. So wurde aus unserem "schnell mal was Essen gehen" eine längere Wanderung.
Ein Taxi wollten wir auch nicht nehmen, da wir immer dachten, nach der nächsten Querstraße haben wir unser Ziel erreicht.

Anfangs stiegen die Hausnummern ziemlich rasch an und wir rechneten uns schon aus, wie weit es etwa noch sein würde. Als aber dann nach Nummer 61 nicht die 63, sondern 63A bis 63F kamen und teilweise mehrer Häuser die gleiche Nummer trugen, machten wir uns auf eine noch längere Wanderung gefasst.

Es verging dann auch eine Stunde, bis wir unser Ziel erreichten. Dort war eine Baulücke mit einem großen Schild, auf dem stand, dass dort ein Neubau entsteht - entsetzt schauten wir uns an und unsere Mägen meldeten auch ihren Protest an.
Nudelrestaurant

Also wurde der nächste Restauranttipp auf unserer Liste angepeilt - das Nudelsuppen-Restaurant "Pho Hoa" in der Pateur Street 260c, welches dann nach einer weiteren halben Stunde leibhaftig vor uns stand.
Hier ließen wir uns für je 21.000 Dong die beste Hühner-Nudelsuppe schmecken, die wir auf der gesamten Reise aßen und tranken vietnamesischen Tee dazu.

Für den Rückweg gönnten wir uns ein Taxi für 30.000 Dong und ließen uns in die De Tham Street fahren, wo wir zwei frische Kokosnüsse für je 6.000 Dong, eine große Flasche Tigerbier für 16.000 Dong sowie einen Drachenfrucht-Shake für 6.000 Dong tranken.
Auf dem kurzen Weg zum Hotel kauften wir noch einige Ansichtskarten für 2.500 Dong das Stück sowie 8.000 Dong-Briefmarken für Europa.

Im Hotel mussten wir wieder an der Rezeption Bescheid sagen, dass man unsere Sicherungen einschaltet, da man diese beim Abgeben der Schlüssel meist wegen der Klimaanlagen ausschaltete. Wir tranken einen Schluck des geschenkten Schnapses und schliefen satt und ein wenig geschafft vom langen Abendspaziergang ein.

Freitag, 26.11.2004  » (Saigon)

Heute werden wir uns Saigon anschauen.

Nach einer ziemlich warmen Nacht - wir haben ab und zu die Klimaanlage an- und, damit wir uns nicht erkälteten, wieder ausgeschaltet - und dem Frühstück um 7.30 Uhr in der De Tham Street nahmen wir uns 8 Uhr ein Taxi zum Cho Long Markt in Chinatown.
Der Markt liegt im 5. Distrikt und wurde von reichen chinesischen Flüchtlingen als Handelsumschlagplatz (Cho Lon = großer Markt), gegründet.

Dieser Markt ist sehr groß und sehenswert. Man findet Fotomotive ohne Ende und kann das eine oder andere Schnäppchen machen oder leckere Früchte essen.
Harry kaufte sich dort ein Edelstahlbeil für drei Dollar, welches uns später noch gute Dienste beim Öffnen von Kokosnüssen leistete.

Auf der Straße hinter dem Markt fuhr ein Moped im dichten Verkehr ein Fahrrad mit zwei jungen Mädchen an, welches danach eine mächtige Acht im Vorderrad hatte.
Der Mopedfahrer fuhr weiter, als wenn nichts geschehen wäre und auch die Mädels trugen es total locker.
Sofort sprang aus einem Geschäft ein Mann heraus und versuchte, in dem er sich mit den Füßen auf das liegende Vorderrad stellte, dieses wieder gerade zu treten, was auch irgendwie gelang.

Monika unterhielt sich mit einer freundlichen Vietnamesin, welche sehr gut englisch sprach und Mangos verkaufte, um für das Studium Ihrer zwei Söhne zu finanzieren.
Marktfrau Sie war sehr nett und bescheiden. Natürlich kauften wir ihr eine Mango ab und schenkten ihr zum Abschied ein kleines Fläschchen Parfüm, worüber sie sich sehr freute.
An einem steinernen Tisch im Innenhof des Marktes, aßen wir die gekauften Mango, Drachenfrüchte und andere lilafarbene Früchte. Beim fachgerechten Schälen half uns ein netter Vietnamese.
Überall wurden wir sehr freundlich begrüßt.

Anschließend ließen wir uns mit einem Taxi für 60.000 Dong zur Giac Lam Pagode fahren, wo wir einige Räucherstäbchen entzündeten, die uns eine ältere Frau vor der Pagode für 10.000 Dong verkauft hatte. Vom Turm der Pagode konnten wir die schöne Aussicht auf Saigon genießen.
Urnenschränke

Der Weg im Gelände der Pagode führte weiter zu einer Art chinesischen Friedhof, wo in einem von dichten Räucherschwaden durchzogenen Haus Hunderte mit Fotos der Verstorbenen versehene Urnen in verglasten Schränken standen.

In einem Nachbargebäude standen kunstvoll verzierte Holztische und -sessel, an denen Angehörige der Toten teils üppige Mahlzeiten einnahmen.
Da es weder Küche und Bedienung gab, mussten die Leute das Essen mitgebracht haben, um hier im Kreise ihrer Verstorbenen - als eine Art Totenzeremonie - zu essen.
Der Ort hatte etwas ziemlich mystisches an sich.
In einem Raum waren so dichte Räucherschwaden, dass mir unweigerlich die Tränen kamen und ich mich beeilte, wieder raus zu kommen.

Im Garten fielen uns zahlreiche Obeliske und andere Steine auf, welche reichlich mit Hakenkreuzen verziert waren. Wir hatten diese religiösen Zeichen vereinzelt schon auf unserer Reise durch Thailand gesehen, nur waren da die Kreuze anders herum und nicht so zahlreich wie hier.
Auf uns Deutsche hat dies immer eine besondere Wirkung, obwohl es nichts mit dem nazionalsozialistischen Symbol zu tun hat und ja auch wesentlich älter war.

Vor dem Haupteingang Pagode suchten wir uns ein neues Taxi, was dieses mal einige Minuten dauerte und erreichten nach zehn Minuten die innen ebenfalls sehr mystisch anmutende Pagode des Jadekaisers.

Im Vorgarten sahen wir mehrere mit Vögeln vollgestopfte Käfige und Schildkrötenteiche.
Bärbel hatte das seltene Glück, von einer ganz sicher heiligen Taube einen reichlichen Klecks auf Kopf und rechte Schulter zu bekommen - Glück muss man haben!

Weiter ging es mit dem Taxi zur Kathedrale Notre Dame - allerdings war der Fahrer entweder nicht ortskundig, oder verstand unser Englisch nicht (oder beides).
Er wollte uns vor irgendeinem fremden Hotel absetzen, womit wir natürlich nicht einverstanden waren.
Nach einer kurzen Verhandlung zwischen uns, dem Hotelangestellten und dem Fahrer, fuhr er uns dann doch noch für 27.000 Dong zur Kathedrale, die im Zentrum des Regierungsviertels liegt und zwischen 1877 und 1883 erbaut wurde. Sie ist neoromanischen Stils und hat zwei hohe quadratische Türme mit eisernen Spitzen.

Zu Fuß schlenderten wir dann zur Hauptpost, einem Gebäude im französischen Stil mit gläsernem Vordach und eisernen Rahmen.
Sie wurde zwischen 1886 und 1891 erbaut und ist das größte Postgebäude in Vietnam mit einem sehenswerten, im französischen Kolonialstil erbauten Inneren.
Auf dem Platz davor musste eine Abteilung Soldaten unaufhörlich das Marschieren im Verband üben.

Unterwegs stillten wir unseren Durst mit dem Saft zweier frischer Kokosnüsse, welche uns ein Händler für zusammen 30.000 Dong (viel zu teuer) verkaufte.
Da sich auch der Hunger meldete - denn es war inzwischen später Nachmittag geworden - beschlossen wir, ein in der Nähe liegendes Restaurant, welches auf unserer Favoritenliste stand, aufzusuchen.
Leider war dieses inzwischen auch dem Bagger zum Opfer gefallen und an der angegebenen Adresse war eine große Baustelle.

Also zum nächsten in der Liste, dem Chao Thai in der Thai Van Lung Street 16, welches wir nach 15 Minuten auch fanden - aber leider verschlossen, da es erst am Abend öffnete.
Um unsere Serie von Misserfolgen zu beschließen, ließen wir uns von einem Taxi für 15.000 Dong ins Hotel fahren, wo wir uns erst mal frisch machten, um danach ins Sasa Cafe in der De Tham Street zu essen, wo man eine große Auswahl an preiswerten Speisen hat.
Hängemattenkauf Anschließend wechselten Harry und ich an der Ecke De Tham/Pham Ngu Loa wieder einige Dollar in Dong, während unsere Frauen sich von einem Händler, der uns schon ein paar mal über den Weg gelaufen war, die Vorzüge einer Hängematte erklären ließen und schließlich so lange handelten, bis er ihnen eine für einen Dollar verkaufte.

Da es noch früh am Abend war, machten wir noch einen Bummel zum Bin Than Markt, vorbei an einem großen Platz mit einer Bühne für die am Wochenende stattfindende Anti-AIDS-Kampagne, wo gerade einige Kinder ihre Tänze probten.

Ich hatte zufällig noch einige Luftballons in meiner Kameratasche und da vor uns ein niedliches kleines Mädchen stand, blies ich ihn auf, verknotete ihn und schenkte ihm den Ballon.
Das bemerkten natürlich die zahlreich in der Nähe stehenden anderen Kleinkinder nebst Müttern und so hatte ich eine Weile zu tun, bis die Ballons alle waren und mir meine Wangen weh taten.

Im Bin Than Markt bekommt man alles zu kaufen, was der Durchschnitts-Vietnamese so braucht und auch für Touris gibt es jede Menge interessanter Sachen.
Hier kann man in Ruhe auswählen und handeln, was das Zeug hält und so beschlossen wir, am letzten Tag vor dem Heimflug hier unsere Souvenirs einzukaufen.

Da wir noch nicht die nötige Bettschwere hatten, kam Monika die gute Idee, der Dachterrasse des "REX-Hotels" noch einen Besuch abzustatten. Hotel REX Wir hatten im Internet gelesen, dass man dort bei einem Drink einen schönen Blick über Saigon hat.

Gesagt - Getan. Vier Cyclofahrer freuten sich über je einen Dollar und ab ging es durch die nächtlichen Straßen Saigons zum Hotel.
In nur 10 Minuten waren wir dort und unsere Fahrer freuten sich natürlich über den Lohn, für den sie sonst eine Stunde trampeln mussten.

In der sechsten Etage des "REX" gelangten wir zur Poolterrasse und von dort eine Treppe tiefer zum Roofgarden, wo wir uns einen freien Tisch suchten - es war ziemlich voll - und für 530.000 Dong zwei Pinacolada, drei Bier und einen Obstshake tranken.
Nach 15 Minuten begann ein Programm - der Manager des Hotels persönlich trug mit perfekter Stimme einige Songs im perfekten Englisch vor und eine Tänzerin führte einen Feuertanz vor. Feuertänzerin

Wir bekamen mit, dass im "REX" jeden Freitag und Samstag "Steamboat" stattfindet. Da bekommt man für 10 Dollar pro Person eine mit Fleischbrühe gefüllte Schüssel auf einem Feuertopf auf den Tisch (das Steamboat) und kann an einem langen Buffet die verschiedensten Leckerbissen (Meeresfrüchte, Fleisch, Gemüse) aussuchen und dann im Topf garen.

Wir hatten aber bereits gegessen und beschlossen, unser Steamboat am morgigen Abend in See stechen zu lassen.

Zwischendurch zogen einige schwarze Wolken über das "REX" und es goss fünf Minuten lang in Strömen, was uns nicht störte, da wir im überdachten Teil der Terrasse saßen.
Wohl aber die "Tornados", eine Musikgruppe von den Philippinen, die sich schnell einen neuen Musizierplatz suchen mussten.

Nach diesem netten Abend fuhr uns ein Taxi für 17.000 Dong zum Hotel, wo wir noch ein paar am Tage gekaufte Früchte aßen, den letzten Schnaps tranken und die Tragfähigkeit der gekauften Hängematte testeten.