23. September - Auf nach Rio de Janeiro

Nach einem sehr zeitigen Frühstück brachte und 7 Uhr der Bus zum Flughafen. Dort verabschiedeten wir uns von Traudi und checkten unser Gepäck ein, um mit der Maschine um 9.40 Uhr zu starten. Es lag immerhin eine Gesamtstrecke von 1.580 km vor uns.
12.55 Uhr erreichten wir Sao Paulo und flogen von dort 15.00 Uhr weiter nach Rio de Janeiro, um dort eine Stunde später zu landen.
Dort empfing und Markus, ein Brasilianer mit Österreichischen Wurzeln. Zuerst wollte er von uns wissen, wer in zwei Tagen an einem fakultativen Ausflug zum Christo teilnehmen möchte, der Preis dafür betrug 250 Real pro Person, was umgerechnet immerhin 67 Euro sind.
Wir mussten uns auch gleich entscheiden, da er es der Agentur mitteilen muss, da man nur mit Voranmeldung ein Ticket bekommt. Gutgläubig buchten fast alle unserer Gruppe. Wie wir später erfuhren, gab es auch wesentlich preiswertere Möglichkeiten, auf den Berg zu gelangen. Natürlich fühlten wir uns deshalb ein wenig über den Tisch gezogen.

Anschließend wurden wir zu unserem Hotel für die nächsten drei Nächte gebracht. Im Bus wurden wir über die Sicherheitsregeln in Rio belehrt. Die Kriminalität ist hier sehr hoch und man sollte möglichst nie allein unterwegs sein, keinerlei Schmuck tragen und die Kamera nicht offen tragen. Vor allen Dingen keine Gegenwehr gegenüber Räubern leisten.

Das "Golden Tulip Rio Leme" lag am Ende der Copacabana, gleich in der zweiten Reihe hinter der Strandpromenade.
Nach dem Check in ließ ich mir mit einigen andern von Markus den relativ langen Weg zur nächsten Bank zeigen, um die Reisekasse aufzufüllen. Wieder zurück musste ich gleich wieder los, denn wir hatten uns mit Hartmut und Gudrun zum Abendessen verabredet.
Wir landeten nach einem kurzen Bummel auf dem Freisitz des "Bistro Salome" direkt gegenüber der Copacabana. Die von uns gewählten Steaks schmeckten hervorragend und der aus Mexiko stammende Kellner war sehr nett.

Nach dem Essen schlenderten wir zurück zum Hotel und kauften uns unterwegs noch eine Flasche Wasser für die Nacht.
Unser Zimmer in der siebenten Etage hatte einen Safe und die WLAN-Verbindung funktionierte aus gut.
Die Fenster waren allerdings etwas dünn, so dass der Straßenlärm von der Straße zu hören war, der allerdings am späten Abend merklich nachließ.

24. September - Zuckerhut im Dunst

Nach dem sehr guten Frühstücks-Buffet begannen wir den Tag mit einer Fahrt mit der Seilbahn auf den 396 Meter hohen "Zuckerhut". Allerding war heute dazu ein sehr ungünstiger Tag, denn es war total trübe und dunstig, so dass man von oben kaum etwas in der Ferne erkennen konnte und wir die berühmte Aussicht auf Rio nur ahnen konnten. Die Kassen waren heute auch sehr schwach besucht.

Es folgte eine Besichtigung des berühmten Sambadromos. In dieser, 1984 von Oscar Niemeyer erbauten, 700 Meter langen Tribünenstraße im Stadtteil Cidade Nova finden jedes Jahr im Karneval die Umzüge und der Wettbewerb der Sambaschulen statt. Hier finden 88.500 Zuschauer einen Platz.

Im Anschluss besichtigten wir die 1979 eröffnete römisch-katholische "Catedral Metropolitana de São Sebastio".
Das über 90 Meter hohe stählerne Gebäude ist Sitz des Erzbischofs von Rio de Janeiro und bekannt wegen ihrer einer Maya-Pyramide nachempfundenen Form. Hier fand gerade ein Gottesdienst seinen Abschluss.
Ein offener Glockenturm aus Beton steht gleich neben der Kathedrale.

Danach wollte Markus mit uns ins Hotel zurück. Ich klärte ihn auf, dass in unserer Reisebeschreibung noch ein Spaziergang durch das charmante Villen- und Künstlerviertel Santa Teresa geplant war. Er besaß diesen Plan gar nicht aber willigte nach einer Diskussion mit dem Busfahrer ein und wir fuhren nach Santa Teresa, wo uns der Bus absetzte und wir einen kleinen Spaziergang machten. Danach konnte, wer wollte, mit dem Bus ins Hotel zurückkehren.
Wir blieben noch ein wenig hier und aßen in dem Restaurant als Mittagessen eine Suppe. Danach fuhren wir auf eigene Faust mit der historischen Straßenbahn zur unteren Endstelle und danach mit der U-Bahn zur Copacabana.

Wir zogen im Hotel unsere Badesachen an und bummelten danach zum Strand, um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Danach genehmigten wir uns auf der Dachterrasse des Hotels zwei Maxi-Caipis und genossen den schönen Ausblick auf das Meer mit der Hoffnung auf besseres Wetter am nächsten Tag.

25. September - Hinter den Kulissen des Karnevals

Heute Morgen besuchten wir nach einem kleinen Bummel am Strand die "Escola de Samba Acadêmicos do Grande Rio", eine der berühmtesten Sambaschulen Rios.

Eine quicklebendige nette junge Frau empfing uns dort im Bus und zeigte uns anschließend die Schule.
Zuerst kamen wir in eine riesige Halle, in der die Aufbauten für die Karnevalswagen aus Stahlrohren zusammengeschweißt und dekoriert werden.

Anschließend sahen wir verschiedene kostümierte Puppen und im Anschluss erzählte uns die junge Frau in ihrer mitreißenden Art und in gutem Deutsch etwas über die Geschichte und die jährlichen Vorbereitungen für die sehr aufwendigen Umzüge. Ein kleiner Film verdeutlichte uns dann die Eindrücke von dem bunten Treiben der vergangenen Jahre im Sambadrom.
Danach konnten wir uns verkleiden und in ein Karnevalskostüm - eine „Fantasia“ - schlüpfen.

Mit unserem Besuch unterstützten wir die sozialen Projekte der Sambaschule, um Kinder und Jugendliche zu fördern. Monika kaufte sich aus diesem Grund ein T-Shirt und zum Abschluss gab es einen Caipirinha.

Weiter ging die Fahrt kurz vor 12 Uhr zum Eingang der Zahnradbahn, welche auf den Berg zur Jesus Statue führt.

Markus bewies hier wieder einmal wenig Organisationstalent. Da er Karten für die 14 Uhr-Bahn hatte, sollten wir hier warten, um eventuell einzeln in einer Bahn vorher mitgenommen zu werden. Wir machten den Vorschlag, in den fast zwei Stunden Zwischenzeit doch lieber gemeinsam essen zu gehen.

Es war ein Restaurant in der Nähe, für welches Frauen mit Speisekarten in der Hand Werbung machten. Markus meinte jedoch, dass dieses nicht gut wäre und er mit uns bergab in ein besseres gehen würde. Der Weg wurde aber immer länger und in dem Restaurant gab es dann kein Essen. Er wollte dann noch weiter mit uns in ein anderes laufen.

Da die Zeit sinnlos verstrich, kehrten wir um und gingen aus Verzweiflung in ein Fastfood-Burger-Restaurant, wo es sehr lange dauerte, bis der Burger fertig war. Kurz vor 14 Uhr waren wir an der Bahn und ab ging die Fahrt nach oben.

Das Wetter war heut schon besser als gestern und die Aussicht dementsprechend auch. Das Gedränge auf der Plattform vor der Statue ist groß und jeder möchte einen Schnappschuss mit der 31 Meter hohen Statue von 1931 im Hintergrund erhaschen. Besonders beliebt waren die Fotos im Liegen, dazu gab es extra Matten.

Auf der Rückfahrt zum Hotel machte Monika den Vorschlag, am späten Nachmittag nochmals auf den Zuckerhut zu fahren, um Rio bei Nacht zu bestaunen. Hartmut und Gudrun waren auch sofort dafür und so charterten wir vier uns ein Taxi zum Zuckerhut.

Nach kurzem Anstehen nach Tickets erreichten wir den Gipfel kurz nach Sonnenuntergang. Der Himmel hatte sich bereits schön gefärbt und die Unmengen von Lampen hatten die 6-Millionenstadt in einen Sternenhimmel verwandelt, der umso intensiver wirkte, je dunkler es wurde. Es war ein toller Abschluss des Tages.

Da wir inzwischen hungrig geworden waren, suchten wir uns ein nettes Lokal unweit unseres Hotels.
Im relativ kleinen aber feinen "Restaurante Shirley" wurden wir sehr zuvorkommend bedient und das Essen war super. Monikas Fischtopf und mein Pfeffersteak schmeckten ganz vorzüglich.

26. September - Abschied

Heute trennte sich unsere Gruppe. Zehn Teilnehmer flogen schon am frühen Morgen zum Iguazu und für fünf - einschließlich uns beiden - brach der letzte Tag in Brasilien an.
Das Wetter war heute super und wir wurden erst 16 Uhr vom Hotel zum Flughafen gebracht. Also hatten wir noch genügend Zeit, etwas zu unternehmen.

Gleich nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Taxi in das Viertel Santa Teresa zur "Escadaria Selarón", einer berühmten Treppe, auf deren 250 Stufen Fliesen und Mosaike eigenhändig seit 1990 von dem Künstler Jorge Selarón verlegt wurden.
Sie ist hauptsächlich in grün, gelb und blau gehalten, was die brasilianische Flagge darstellen soll. Viele Kacheln erinnern an bekannte Persönlichkeiten Brasiliens.

Es taucht immer wieder das Motiv einer schwarzen schwangeren Frau auf. Der aus Chile geflohene Selarón wollte damit die Geschichte seiner zurückgelassenen schwangeren Frau, die leider verstarb, bevor er sie nach Brasilien nachholen konnte, verarbeiten. Bis zu seinem Tode 2013 arbeitete der exzentrische Künstler er an dieser Treppe.

Danach nahmen wir ein Taxi zum Zuckerhut, von dem wir heute endlich bei klarem Wetter die Aussicht genießen wollten.
Wir kauften Tickets - über 60jährige bezahlen nur die Hälfte - und fuhren mit der Seilbahn mit 31 km/h nach oben.
So kamen wir doch noch zu einer grandiosen Aussicht, nachdem es vorgestern so furchtbar dunstig war. Vor uns lagen die schönen Buchten Rios und die Copacabana, auch die über fünf Kilometer entfernte Christo Statue konnte man sehr gut erkennen.

Wir besichtigten die beiden alten Gondeln, die erste von 1912 und die zweite von 1972. Auf deren Dach hatte im Film  "Moonraker" James Bond gegen den "Beißer" gekämpft.
Vor der Rückfahrt kauften wir uns einen Becher leckeres frisches Obst im "Republica da Fruta" und genossen es auf einer Bank, von neugierigen Pinselohräffchen beobachtet.

Zurück im Hotel packte Monika die Koffer und anschließend gingen wir noch einmal an den Strand der Copacabana baden. Danach genossen wir ganz allein die Aussicht von der schönen Dachterrasse mit Pool und tranken zum Abschied einen Caipirinha.

16 Uhr wurden wir von Markus mit einem Kleinbus zum Flughafen gefahren, wo er uns beim Einchecken behilflich war.
Kurz nach 19 Uhr starteten wir dann den Heimflug über Paulo. Dort hatten wir wieder fast zwei Stunden Aufenthalt.
Um 22.10 Uhr verließen wir Sao Paulo und landeten am nächsten Tag um 15 Uhr pünktlich in Frankfurt, um zwei Stunden später mit dem Zug nach Leipzig zu reisen, wo uns ein befreundetes Ehepaar abholte.