Rach Gia

Freitag, 03.12.2004

Es hatte die ganze Nacht geregnet und früh tanzten einige Tiere auf unserem Dach umher.

Nach einem ausgiebigen Frühstück um Acht Uhr im Restaurant am Fluss kam um 9.30 Uhr unser Privattaxi vorgefahren, ein neuer größerer Daewoo mit Klimaanlage und ausreichend großem Kofferraum, um unsere vier Rücksäcke und das Kleinzeug aufzunehmen.

Wir bezahlten unsere Rechnung (10 Dollar für die gestrige Bootsfahrt zum Markt, 60 Dollar für die Bungalows und 50 Dollar für das Auto, also 30 Dollar pro Person, was ein guter Preis für die drei schönen Tage war, die wir hier verbracht hatten.)
Der Fahrer fuhr sehr vorsichtig, einerseits um seine Fahrgäste gut zu bedienen, denn 50 Dollar sind dort eine Menge Kies, andererseits gehörte dem jungen Mann der Wagen garantiert nicht, sondern irgendeinem reichen Chinesen.

Kurz vor 13 Uhr erreichten wir Rach Gia, der Fahrer fragte sich zur Anlegestelle durch, da ich ihm die in Saigon gelösten Tickets mit der Anschrift unter die Nase hielt (er konnte kein Wort englisch) und so fanden wir in kurzer Zeit die Bootsanlegestelle und 200 Meter davon entfernt ein kleines Hotel, in welchem wir nach Besichtigung bei der netten Dame an der Rezeption ein kleines und ein größeres Doppelzimmer mit Klimaanlagen und Bad (kaltes Wasser) für je 150.000 Dong buchten.

Anschließend sahen wir uns etwas am Pier um, wo uns überall lebende und tote Ratten begegneten. Es fuhren von hier drei verschiedene Bootslinien nach Phu Quoc. Wir hatten in Hanoi vier Sitzplätze für die "Superdong" gekauft.

Fünf Minuten vom Hotel entfernt gab es eine große Vietcombank, in der wir Geld tauschten, da wir nicht wussten, wie die Möglichkeiten dazu auf der Insel sind.
Über eine Brücke gelangten wir dann linkerseits zum Markt, der sehr "ursprünglich" war.
So sahen wir einen Mann, der Frösche köpfte und ihnen anschließend die Haut abzog, was diese nicht davon abhielt, in der Schale, in die sie dann geworfen wurden, weiter umher zu hüpfen.
Überhaupt begegneten uns dort sehr viele interessante Stände und Menschen. 

Der dortige Menschenschlag war ein ganz anderer als uns bisher in Vietnam begegnet war. Sie hatten eine dunklere Hautfarbe und die Gesichter erinnerten uns an Seezigeuner, denen wir schon in anderen Südostasiatischen Ländern begegnet waren.

Das Viertel war ziemlich unsauber und vereinzelt hockten sich die Kinder (aber auch Erwachsene) hin, um ihre Notdurft zu verrichten, so dass man beim Laufen Acht geben musste, wo man hintrat.
Die Kinder waren zum Teil sehr aufdringlich bedrängten uns und hielten ständig die Hand nach Geld auf. Mit geschenkten Spielsachen allein gaben sie sich nicht zufrieden.
Wir wurden teilweise als Exoten bestaunt und überall mit "Hallo" begrüßt.

Als ich ein Kind fotografierte und der Oma anschließend das Bild auf dem Display meiner Kamera zeigte, war das Staunen groß und alle Nachbarn holten ihre Kinder aus den Häusern, damit ich sie fotografieren sollte.

Wir versorgten uns mit Obst und Reisschnaps, der in großen Glasflaschen im Laden stand und den man uns aus Mangel an Flaschen in einer Plastiktüte abfüllen wollte. Daraufhin kauften wir eine Flasche Wasser und tranken diese aus, um einen haltbareren Behälter für den Schnaps zu haben, für den Harry für einen halben Liter 20.000 Dong (gerade mal einen Euro) bezahlte.

Am Ufer des Flusses kauften wir uns einige leckere, in Öl gebackene Teigtaschen mit Obstfüllung, setzten uns auf winzige Höckerchen und leerten die Flasche Reisschnaps auf Bernd, Harrys Schwager, der heute in Deutschland seinen 65. Geburtstag feierte.

Das restliche Obst brachten wir ins Hotel und ich rief Reinhard auf Phu Quoc an, bei dem wir von Deutschland aus unsere letzte Woche in dem von ihm geleiteten Ressort auf der Insel gebucht hatten.
Wir hatten ausgemacht, dass wir uns kurz vorher bei ihm melden, damit er uns von der Bootsanlagestelle der Insel abholen lassen kann. Wir erklärten, dass wir das Speedboot morgen früh um 8 Uhr nehmen und er sagte, dass er uns abholen ließe.

Abends schlenderten wir noch in einem Pionierpark umher, wo den Kindern viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung geboten wurden.
Wir schauten eine Weile bei einer Gruppe Karate trainierender Kinder zu, ich las und verschickte inzwischen einige E-Mails und anschließend tranken wir im einfachen kleinen Lokal "Com Tay Ho" noch sechs Dosen-Bier 333 für je 10.000 Dong, welche im Eiskübel serviert wurden und ein Wasser für 5.000 Dong, bevor wir zurück ins Hotel spazierten und 21 Uhr ins Bett gingen, wo wir gut schliefen, da dort kein Verkehr tobte.