25. März 2018 - Fahrt zur Petite Cote

Das Ende unserer Rundreise war angebrochen und wir näherten uns wieder der Westküste. Heute hatte uns die Zeitumstellung eine Stunde geschenkt und wir starteten um 9 Uhr die vor uns liegenden 120 Kilometer bei sehr dunstigem Wetter.

Unseren ersten Fotostopp legten wir am sogenannten Palmenwald ein. Wir hatten vorher zwar noch nie einen Wald gesehen, in dem die Bäume so einen großen Abstand zueinander hatten aber für ein meist so karg bewachsenes Land kann man es gerade so als "Wald" durchgehen lassen.

Eine halbe Stunde später erreichten wir den angeblich dicksten Baobab Senegals mit stolzen 33 Metern Stammumfang. Der Riese war ziemlich beeindruckend und sein Alter war sicherlich beachtlich.

Um 10 Uhr erreichten wir die Brücke zur Muschelinsel Joal-Fadiouth. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und der nette 50jährige Guide Nikolas spazierte mit uns über die Brücke zur Insel. Er gehörte zum christlichen Teil der Bevölkerung und erzählte uns viel Interessantes und Wissenswertes über die Insel und das relativ friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen (zumindest auf dem Friedhof).

Auffallend war die für Senegal ungewohnte Sauberkeit, was auf die private Initiative der Bewohner zurückzuführen war. Der Müll wurde gesammelt und auf einer Halde hinter dem Friedhof verbrannt. Sicher nicht die ökologischste Art der Müllentsorgung aber besser als das, was wir bisher überall im Lande gesehen hatten.

Nikolas berichtete auch, dass das soziale Zusammenleben im Dorf sehr ausgeprägt ist und jeder von der Gemeinschaft oder der Verwandtschaft unterstützt wird. Problematisch sei allerdings, dass der muslimische Teil der Dorfbewohner immer mehr zunehme, da die Männer mehrere Ehefrauen und damit sehr viele Kinder hätten.

Das Dorf besteht aus drei Inseln. Eine dient zum Wohnen, eine als Vorratsspeicher und die dritte als Friedhof.

Zum Abschied wünschten wir Nikolas alles Gute und schenkten ihm ein Hemd und eine Lesebrille. In der Taverne tranken wir ein Tonic und einen Guavesaft.

Nun fuhren wir weiter nach Mbour, um uns den dortigen Fischmarkt anzusehen. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde bei Mbour von den Franzosen eine Militärbasis errichtet. Seitdem entwickelte der Ort  zu einem der größten Fischumschlagplätze in Westafrika.

Bei unserem Besuch stellte er sich als ziemlich schmutzig und chaotisch heraus und Mamadou wurde von einigen frechen jungen Männern ziemlich bedrängt, als diese sich als unsere Führer anboten und er dazu meinte, dass es unser Guide sei und wir keinen Bedarf hätten.

 

Etwas später stoppten wir an dem sehr modernen Supermarkt Auchan. Dort kaufte Monika für zu Hause Curry und Curcuma zu unschlagbar niedrigen Preisen.

Um 14.45 Uhr erreichten wir das Hotel "La Lagune" in Somone und checkten im Zimmer 5 ein. Nach einer halben Stunde machten wir zwei uns daran, die nähere Umgebung des Hotels zu erkunden. Nach 50 Metern beschallten uns die Lautsprecher einer lautstarken Wahlveranstaltung und die Gäste fuhren in stattlichen Limousinen vor. Zum Glück fand das Spektakel am späten Nachmittag sein Ende.

Wir fanden auch ein annehmbares Restaurant, in dem wir am Abend Essen gehen wollten. In der Wechselstube gleich nebenan tauschte ich 20 Euro zu einem guten Kurs. Der freundliche junge Mann an der Kasse war glücklich, als ich ihm außerdem zehn 2 Euro-Münzen in einen 20 Euro Schein wechselte.

Zurück im Hotel unternahmen wir einen einstündigen Strandspaziergang bis zur rechts vom Hotel liegenden beschaulichen Lagune. Dort kamen wir mit einigen jungen Männern ins Gespräch, die uns anboten, am nächsten Vormittag für 10.000 CFA pro Person für eine Stunde eine Lagunenrundfahrt mit einer Piroge zu machen. Wir sollten am besten gleich buchen, was wir natürlich nicht taten.

Um 18 Uhr liefen wir zu dem ca. 200 Meter entfernten Restaurant, das wir uns am Nachmittag ausgesucht hatten und bestellten zwei Tonic für je 1.000 CFA .

Der Kellner, der leider wie meist im Lande kein Wort Englisch verstand (wir dafür kein Französisch), machte uns begreiflich, dass es erst ab 20 Uhr Essen gab. Das dauerte uns dann doch etwas zu lange und in der Wechselstube erkundigte ich mich nach einem Restaurant, wo wir jetzt schon etwas zu Essen bekommen könnten.

Das fanden wir dann auch 200 Meter weiter: die "Yolo Pizza". Das Lokal stand unter französischer Führung und die freundliche junge Kellnerin servierte uns nach 10 Minuten 1/4 Hähnchen mit Pommes und eine Pizza Cannibale. Dazu ein Bier, eine Fanta und zwei Ananas Gazelle für einen Gesamtpreis von 12.500 CFA. So schnell sind und freundlich wir vorher in Senegal selten bedient worden.

Um 20 Uhr waren wir zurück im Hotel und erfuhren, dass am morgigen Abreisetag einige Zimmer bis zur Abreise behalten werden durften - unseres war erfreulicherweise dabei.

26. März 2018 - Abschied und Heimreise

Die Moskitonetze hatten wir nicht benutzt, was mir in der Nacht einige kleine Stiche einbrachte. So stand ich 3.30 Uhr auf und rieb mich mit Mückenschutz ein. Die letzte Nacht war ansonsten sehr ruhig.

Wir beschlossen heute den Rest des Tages auf einer der zahlreichen Liegen unter den Palmen im Hotel zu verbringen und uns vor der doch etwas langen Heimreise noch auszuruhen. Mamadou sammelte von jeder Person 15 Euro für die während der Reise im Bus angebotenen Wasserflaschen ein. Nach einem kleinen Mittagssnack baute ein aus Dakar angereister Makler der Künstlerkooperative Goorgoorlou einen Tisch mit kleinen Leinwandstücken auf. Auf diesen waren kleine bunte Stoffstückchen geklebt. Dort durfte jeder nach einer kleinen Anleitung einen farbigen Rahmen um das Bild malen und er stellte es mit gekonnten Pinselstrichen fertig. Leider nutzten das Angebot nur wenige aus unserer Reisegruppe. Uns hat es viel Spaß gemacht und es ist ein schönes Reiseandenken.

Nach einem gemeinsamen Abschiedsessen wurde das Gepäck zum letzten Mal auf dem Dach des Busses verstaut und wir wurden zum Airport gefahren. Dort checkten wir nach dem Abschied von Mamadou ein und warteten auf unseren Abflug am Abend.

Nach einem vierstündigen Zwischenstopp in Madrid landeten wir am nächsten Tag um 11.25 Uhr in Frankfurt und erreichten bequem um 13 Uhr den ICE nach Leipzig.


Hinter uns lag eine interessante Reise, die nicht ganz unsere Erwartungen erfüllt hatte. Dazu hatten wir schon zu viele andere afrikanische Länder besucht, in welchen es mehr zu sehen gab, die Reiseorganisation wesentlich professioneller war und die Reisegruppe besser zusammenpasste.
Auf jeden Fall waren wir reicher an Erfahrungen und hatten einige Eindrücke vom Leben der Menschen und der Natur Senegals gewonnen.