19. September - Pantanal

Die letzte Nacht war ganz schön stressig!
Kurz nach 19 Uhr waren wir in Manaus gestartet, 23 Uhr in Brasilia gelandet und 1.40 Uhr weiter geflogen nach Cuiaba, wo wir mitten in der Nacht um 2.30 Uhr landeten.

Vor dem Flughafen wurden wir von Traudi empfangen, die sich heute auch die Nacht um die Ohren schlagen musste. Sie begleitet uns mit dem Bus zum etwas außerhalb liegenden Hotel "Delcas". Dort checkten wir ein und waren froh, als wir geduscht hatten und im Bett liegen konnten.

Am Morgen konnten wir allerdings ausschlafen und nach dem Frühstück luden wir das Gepäck in den Bus, um die 120 Kilometer zu unserer nächsten Unterkunft zu bewältigen.
Unterwegs stoppten wir an einem Supermarkt, um uns mit Obst, Wasser und Naschen für die Fahrt zu versorgen.
Nach weiteren 3 Stunden erreichten wir am Ortsausgang von Poconé die Einfahrt ins Pantanal Hier fuhren wir weiter auf der "Transpantanaira", einer aufgeschütteten Straße, die über viele kleinere ,teilweise recht abenteuerlich anmutende Holzbrücken führt und die einzige Straßenverbindung darstellt.

Unterwegs hielten wir einige Male und hatten Gelegenheit, Vögel zu fotografieren und Kaimane aus nächster Nähe zu bestaunen, bis wir endlich 18.30 Uhr unser einsames Ziel, die "Pousada Rio Claro" genau zum Sonnenuntergang erreichten.
Wir checkten in unser sauberes Zimmer ein und gingen anschließend zum Abendessen, das uns heute wieder als abwechslungsreiches Buffet erwartete. Anschließend noch Duschen - wobei wir im Bad Besuch von einem kleinen Frosch hatten - WLAN ausprobieren und schlafen.

20. September - Mit dem Paddelboot auf dem Rio Claro

Als wir unsere Zimmertür öffneten, waren nach dem Sonnenaufgang viele verschiedene Vögel direkt davor auf der Wiese zu beobachten.

Nach dem Frühstück erkundeten wir per Paddelboot die nähere Umgebung der Pousada auf dem Rio Claro, der direkt hinter der Unterkunft vorbei floss.
Wir hatten schon einige Erwartungen, da es im Pantanal, dem größten Feuchtbiotop der Erde, über Tausend Tierarten geben soll und man nirgendwo in Südamerika mehr Tiere sehen kann als hier.
Was wir nicht wussten war, dass sich diese Tiere im Dschungel sehr gut verstecken können und die Ausbeute deshalb für uns durch Afrika verwöhnte Tierbeobachter in Grenzen hielt. Wir bekamen aber doch einige Wasservögel, einen Tukan, einen Kaiman und Wasserschweine zu sehen.

Zurück in der Pousada konnten wir wieder einige Tiere beobachten, der sehr schöne Gelbbrustara, der hier regelmäßig aufkreuzte, wurde zum Lieblings-Fotomotiv der weiblichen Mitreisenden. Es war ziemlich warm und so entspannten wir uns am Pool, wo wir auch wieder einige Vögel beobachten konnten.

Am Nachmittag startete eine 2-stündige Bootstour durch das Biosphärenreservat, auf der wir ein riesiges Spinnennetz in einem Busch entdeckten, welches von vielen ameisengroßen Spinnen gewebt war.
Auch konnten wir wieder viele verschiedene Wasservögel und Wasserschweine beobachten, einen Kaiman füttern und zum Abschluss den Wappenvogel des Pantanal, den Jabiru-Storch aus der Nähe fotografieren.

Nach dem wir im Boot die Sonne untergehen sahen, fuhren wir zurück und konnten am Abend einheimische Spezialitäten im Restaurant der Pousada probieren.

21. September - Hoch zu Ross

Wir starteten unseren Tag heute nach dem Frühstück und der morgendlichen Vogelbeobachtung mit einem Ausflug auf dem Rücken der Pferde. Nachdem wir jeder über ein kleines Podest in einen Sattel verfrachtet wurden, ritten wir zwei Stunden durch die etwas eintönige Umgebung der Pousada.
Zu sehen war hier außer einem Gürteltier nicht viel und Monikas Gaul war etwas lahm und knickte oft mit einem Vorderbein leicht ein. Kurz vor Ende des Ausfluges so stark, dass er vornüber kippte und Monika nach vorn abgeworfen wurde. Zum Glück kam sie aus den Steigbügeln und konnte auf dem relativ harten Erdboden etwas abrollen. Außer einer Prellung an der Schulter und einem Schreck war zum Glück nichts passiert.
Sie zog es dann vor, die restlichen 500 Meter zur Pousada zu Fuß zu gehen und sich bis zum Mittagessen im Bett zu entspannen.

Am Nachmittag unternahmen wir auf einem ziemlich betagten offenen Lastwagen mit vier Holzbänken eine Tour auf der Transpantanaira, da es ja hier keine anderen Straßen gab, auf denen so ein großer Wagen fahren kann. Kleinere Jeeps wären sicher die bessere Lösung gewesen und wegen der Wackelei und der Staubentwicklung konnte man das Fotografieren vergessen. Nur wenn wir anhielten, konnte man einen Schnappschuss wagen.

Traudi fuhr mit uns auch zu zwei Stellen, wo sie zuvor schon mal blaue Aras gesichtet hatte, aber heute leider vergebens. Bei der früh einsetzenden Dunkelheit, bei der mit Scheinwerfern die beiden Straßenseiten nach nachtaktiven Tieren abgesucht wurden, war dann alles zu spät und die wenigen Tiere ergriffen im Scheinwerferlicht sogleich die Flucht.

Zu allem Überfluss hatten wir noch eine Reifenpanne und wir waren froh, als wir wieder zurück in der Pousada waren, um den Staub abzuduschen und zu Abend zu essen.

22. September - Abschied und zurück nach Cuiabá

Heute stand nach dem Frühstück eine Dschungelwanderung auf dem Programm. Bevor wir jedoch aufbrachen, kam Trudi ganz aufgeregt zu uns und sagte, dass zwei blaue Aras auf einem Baum der Pousada saßen. Also schnell die Kamera gezückt und los!
Wir konnten dann die beiden seltenen wunderschönen Vögel auch aus der Nähe sehen und noch einige Zeit auf einem Baum beobachten. Das war einer der Hauptgrund, warum wir ins Panatanal gereist waren.

Bei der anschließenden leichten Wanderung durch den Dschungel zeigten uns ein Angestellter der Pousada und Traudi einige interessante Pflanzen und Tiere. Das war ein schöner Abschluss unseres Aufenthaltes in der schön gelegenen Pousada mit freundlichen Mitarbeitern, sauberen Zimmern und gutem Essen.

Nach dem Mittagessen wurden die Koffer verladen und wir bezahlten unsere Rechnung für die Getränke und den Wäscheservice an der Rezeption. Dann fuhren wir wieder zurück nach Cuiabá, wo wir am frühen Abend im Hotel Delcas ankamen.
Wir hatten nach der langen Busfahrt keine Lust mehr auf das empfohlene Fischrestaurant und liefen zum nächsten großen Supermarkt, um uns etwas zu Essen und Trinken zu kaufen und gingen danach auf Zimmer.

Am nächsten Morgen hieß es wieder zeitig aufstehen für unseren Flug zum letzten Ziel unserer Reise - Rio de Janairo.