Zwei-Tagestour nach Mui Ne

Sonntag, 28.11.2004

Da wir schon 7.00 Uhr vor TNK-Travel in der De Tham Street eintreffen mussten, bestand unser Frühstück auch diesmal wieder nur aus vor dem Hotel gekauften Baguettes und dem restlichen Käse vom Vortag. An einem Stand kauften wir dann noch eine Tüte kleine Bananen für die Fahrt.

Bevor der OpenTour-Bus 7.30 Uhr startete, hatte ich noch eine Fotosession, da sich einige Asiatinnen, welche dort ebenfalls auf einen Bus warteten, unbedingt mal mit einem großen Mann (dabei bin ich nur 1,84, was aber für vietnamesische Verhältnisse riesenhaft ist) fotografieren lassen wollten.
Ich war so überrascht, dass ich ganz vergaß zu fragen, woher sie kamen. Nach dem Aussehen konnten sie von den Philippinen stammen.

Gegen 10 Uhr machte der Bus eine kleine Pause an einer Tankstelle, wo wir für 6.000 Dong eine kleine Plastiktüte mit sechs gekochten Wachteleiern und einem Salz/Pfeffer-Gewürz und zwei apfelähnliche Früchte für zusammen 6.000 Dong kauften.

Gegen Mittag erreichten wir Mui Ne und wurden trotz Monikas Bitte beim Fahrer nicht vor unserem gebuchten Ressort abgesetzt. Der Busfahrer düste vorbei und gab uns zu verstehen, dass er erst an der Endstelle wendet uns auf der Rückfahrt absetzen würde.
Die Endstelle entpuppte sich aber als ein anderes Ressort, in dem man erst mal eine halbe Stunde Pause machte und uns gleich eine Hütte anbot (gehörte irgendwie zu OpenTours).

Wir hatten aber keinen Bock auf langes Warten und so schnappten wir uns auf der Straße davor vier Mopedtaxen und wurden für je einen Dollar den Weg zurück ins "Seabreeze-Resort" gefahren, wo wir nach dem Einchecken von den im palmenbewachsenen Innengarten stehenden zwei strohgedeckten Bungalows mit Klimaanlage Besitz ergriffen.

Natürlich mussten wir als erstes eine Wanderung im feinkörnigen weißen Sand des unmittelbar dahinter liegenden Strandes unternehmen, wo das Meer mit respektablen Wellen rauschte.
Auf der Terrasse das Resorts überzeugten wir uns von der sehr leckeren Nudelsuppe, bevor wir uns für 15.30 Uhr einen Cheep zu den Red Dunes (Roten Dünen), welche 14 km entfernt sind, bestellten. Die insgesamt 20 Dollar dafür stellte man uns mit auf die Zimmerrechnung.

Da es schon etwas spät am Nachmittag war, warfen die Spitzen des kleinen rötlichen Gebirges, in das man uns zuerst fuhr, schon lange bizarre Schatten, war aber - trotz des sehr feinen roten Sandes der unsere Schuhe zunehmend füllte und der vielen roten Flecken an unseren Sachen, die wir uns beim Zwängen durch die engen Felsspalten zugezogen hatten - sehr sehenswert.

Am Eingang des Gebirges wird man sofort von einer Schar Kinder umringt, welche Ansichtskarten verkaufen wollen. Uns begleitete ein nettes, cleveres Mädchen, das uns durch die engen Wege führte, die besten Stellen zum Fotografieren zeigte und auch ein professionelles Gruppenfoto von uns machte.
Von den Karten, die sie uns erst zum Schluss anbot, kauften wir dann als Dankeschön einige für einen Dollar und schenkten ihr Buntstifte und eine kleine Puppe.

Auf dem Rückweg stoppte unser amerikanischer Cheep - welcher seinem Zustand nach vom amerikanischen Krieg übriggeblieben sein musste - an der weitläufigen roten Düne, welche von der tiefstehenden Nachmittagssonne eine wunderbar rote Färbung bekam.
Auch dort wurden wir von Kindern umringt, welche uns für 10.000 Dong anboten, auf einer Plastikmatte die Dünen runter zu rutschen, was Monika und Bärbel dann auch taten.

Vor unserer Rückfahrt ins Ressort verschenkten wir dann noch alles, was wir an Naschen, Stiften und Spielsachen in den Taschen hatten.
Unterwegs sollten wir dann noch 15 Minuten allein durch einen kleinen Fluss waten, um die Dünen von der anderen Seite zu sehen - da es aber schon etwas dämmrig war und hier schnell dunkel wird, verzichteten wir auf diesen Teil des Programms und schauten lieber zu, wie in großen Tontöpfen Fischsoße zur Gärung angesetzt wird.

Im Resort konnten wir 18 Uhr gerade noch rechtzeitig den schönen Sonnenuntergang bewundern, bevor wir uns von den schäumenden Wellen des Ozeans den roten Staub von der Haut waschen ließen.

Ganz allein ließen wir uns danach einen Fischtopf, Tintenfisch und Gemüsereis zum Abendessen im schönen luftigen Terrassenlokal schmecken, bevor wir, begleitet vom Meeresrauschen, in den bequemen Betten unserer Bungalows einschlummerten.

Montag, 29.11.2004

Das Meer lockte uns gegen Sechs Uhr zum Morgenbad und so konnten wir rechtzeitig beobachten, wie die Fischer mit Ihren kleinen runden aus Korb geflochtenen Booten vom morgendlichen sehr kärglichen Fang heimkehrten.

Nach dem Sieben-Uhr-Frühstück (inklusive) holte uns ein diesmal neuerer US-Army-Jeep ab, um den Ort Pan Thiet und die Cham-Türme zu besichtigen.
Wir hatten leider nur 15 Minuten Zeit, um die vielen interessanten Motive im Hafen auf uns wirken zu lassen und mit der Kamera einzufangen, bevor es zum Markt weiterging, der nicht weniger interessant war und auf welchem außer uns keine Touristen zu sehen waren.

Eine dreiviertel Stunde später fuhren wir zu den südlichsten Cham-Türmen in Vietnam, dem Pho Hai, einem Drei-Turm-Heiligtum, welches im Achten Jahrhundert erbaut wurde.
Nach einem mehr symbolischen Eintritt von 2.000 Dong pro Person wanderten wir zur kleinen Anhöhe, auf welcher die Türme stehen und von der man einen schönen Rundblick hat.

Nach unserer Rückkehr ins Ressort gegen 10.30 Uhr ging es noch mal ins Meer bevor wir uns Chicken mit Ginger und Tintenfisch schmecken ließen und frische Kokosnüsse tranken.

Nach dem Auschecken erwarteten wir den OpenTour-Bus, welcher uns 14.00 Uhr wieder zurück nach Saigon bringen sollte - leider aber vergebens.
15 oder notfalls 30 Minuten Verspätung hatten wir ja insgeheim einkalkuliert.
Als dann aber immer noch kein Bus zu sehen war, wurden wir doch etwas unruhig und fragten an der Rezeption nach den Gründen. Dort lächelten die beiden jungen Damen nur und meinten, dass er schon noch kommen würde.

Als dann eine ganze Weile immer noch nichts geschah, ließen wir noch bei der Nummer auf unseren Tickets anrufen, was wieder nur die Antwort einbrachte, dass der Bus bald käme.
15.40 Uhr war es dann endlich soweit - der Bus hielt vor dem Ressort an der Straße - ich hatte ihn vorsichtshalber mit einem Handzeichen gestoppt - wir verstauten unser Gepäck und nahmen im ziemlich vollen Bus Platz.

Unterwegs fuhren wir an großen Drachenfrucht-Plantagen vorbei, wir sahen dort zum ersten mal, dass Drachenfrüchte an Büschen mit langen hängenden kakteenähnlichen Ästen wachsen.
Die Fahrer hatten sich beim Fahren abgewechselt und der, welcher den Bus von Saigon aus hergefahren hatte, spannte sich eine Hängematte zwischen einem Sitz und der Mitteltür, machte es sich darin gemütlich und schlief während der gesamten Fahrt.

Der neue Busfahrer wollte die verlorene Zeit anscheinend wieder einholen, denn er fuhr wie der Teufel, so dass wir nach zwei Fastcrashs, die mit lautem Aufjuchzen der Fahrgäste verbunden waren, glücklich waren, gegen 20.20 Uhr in Saigon zwei Querstraßen nach unserem Hotel aussteigen zu dürfen.

Harry ging im Eiltempo zur Bank, welche 20.30 Uhr dicht machte und vergaß dort vor lauter Eile noch den Beutel mit den gekauften Bananen. Ich tauschte auch gleich noch etwas Geld und ließ mir einige neue Dong-Münzen als Souvenir mitgeben.

Die Dame im "Spring House Hotel", in dem wir die Übernachtung vorbestellt hatten, war sehr erstaunt, uns zu sehen, denn sie hatten die Reservierung für den falschen Tag eingetragen.
Da sich in Vietnam leicht jedes Problem lösen lässt, wenn man nur Ruhe bewart, bot man uns dann ein kleineres Zimmer für 15 Dollar und im Nachbarhotel "Hanh Hoa" in der 237 Pham Ngu Lao ein größeres für 20 Dollar an.

Monika und ich gingen dann noch zu TNK-Travel, um unseren Rückflug von Phu Quoc nach Saigon für den 9. Dezember zu buchen (38 Dollar pro Person) - eine halbe Stunde später hielt ich die Tickets in den Händen. Außerdem kauften wir noch vier Fahrscheine für das Speedboot, welches uns am 04. Dezember um Acht Uhr von Rach Gia auf die Insel bringen sollte für je 9 Dollar.

Nun konnten wir beruhigt auf der Dachterrasse eines Hotels einige Häuser weiter einen Abenddrink einnehmen, wo wir allerdings die unfreundliche Bedienung nach zwei Saigon-Bier (je 15.000 Dong) und zwei gemischten Fruchtsäften (je 20.000 Dong) wieder verließen, um 23.20 Uhr Schlafen zu gehen.