Fahrt nach Maun (Botsuana)

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Sonntag, 30.10.05

Um 5.30 Uhr Wecken, Waschen, dann 6.30 Uhr Frühstück (diesmal mit gekochtem Sonntags-Ei). Danach noch ein kurzer Rundgang zu den Gehegen der Wildtiere. Durch den nächtlichen Regen krochen überall schwarze Riesen-Hundertfüßler - sogenannte Skolopender - umher, die eine zum Teil erschreckende Größe hatten. Diese aggressiven Räuber fressen so ziemlich alles, was sie überwältigen können – Insekten und sogar Mäuse. Im Gepardengehege sahen wir ein Prachtexemplar mit dem Durchmesser eines mittleren Gartenschlauches und ca. 30 Zentimeter Länge.

Die Abfahrt zum 110 Kilometer weit östlich gelegenen Grenzposten Buitepos erfolgte pünktlich um 7.25 Uhr und die dortigen Passabfertigungen in Namibia und Botsuana gingen reibungslos über die Bühne. Auch an der Grenze wimmelte es überall von den schwarzen Hundertfüßlern. Die Straßen in Botsuana waren erstaunlich gut. Auffallend war, dass überall an den Straßenrändern Kuh- und Schafherden grasten, so dass Adam besonders vorsichtig und relativ langsam fahren musste, da die Tiere oft spontan die Straßenseite wechselten. Auch lagen ab und zu Tierkadaver an den Rändern - dass Ergebnis einer Kollision mit großen Sattelschleppern, die nicht mehr rechtzeitig bremsen konnten.
Da laut Allan die Versorgung mit Frischwaren in Botsuana nicht so gut wie in Namibia war, gab es zum 13 Uhr-Lunch am Straßenrand diesmal Corned Beef aus der Büchse, was mit Brötchen und Salat gar nicht so schlecht schmeckte.

Kurz vor 16 Uhr erreichten wir die Tankstelle in Maun, wo wir schnell noch in der benachbarten Wechselstube Botsuanische Pulas kaufen konnten, denn diese schloss bereits 16 Uhr. Dann hatten wir Zeit, unsere Wasservorräte für das Bushcamp zu besorgen, was sich am Sonntag als nicht so einfach erwies. Da jeder von uns zwei Fünf-Liter-Kanister benötigte, waren die Vorräte der Tankstelle natürlich schnell erschöpft. Wir mussten dann lange suchen, bis wir den etwas entfernt liegenden Supermarkt "Shoppies" fanden. Hier hätten wir eindeutig bessere Infos von unseren Guides gebraucht. Maun war ein etwas schmutziger und vor allem staubiger kleinerer Ort - in dem überall Esel rumliefen und die Abfalltonnen nach Essbarem durchsuchten (und auch meist fanden).

Vier aus unserer Gruppe hatten sich vorher für einen Rundflug über das Delta entschieden und mussten danach um 18 Uhr wieder vom Airport abgeholt werden - wir anderen sollten Freizeit im Camp haben. Doch statt uns in der Zwischenzeit ins Camp zu fahren, durften wir in dem Ort mit den geschlossenen Geschäften rumgammeln und waren - vor allem als wir später merkten, wie nah das Camp war - ziemlich sauer auf das miserable Organisationstalent unserer Guides. Aber sicherlich war das eine Frage der Mentalität, da Zeit in Afrika nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Im Halbdunkeln erreichten wir dann gegen 18.30 Uhr das AUDI-Camp, wobei wir laut unserem Reiseplan eigentlich in der Sitatunga Crocodile Farm absteigen sollten. Es war aber auch hier sehr schön und sauber und die Toiletten und Duschen waren sehr einfallsreich mit Naturmaterialien erbaut und hatten kein Dach, so dass man alles unter dem herrlichen Sternenhimmel besorgen konnte - es gab eben nur keine Krokodile, was auch ein Vorteil sein konnte. Gegen 19.30 Uhr kam ein Vertreter des Veranstalters, der mit uns am nächsten Morgen die Tour ins Bushcamp machen sollte und gab uns Hinweise über das Verhalten bei Wildtierkontakten, zu den sanitären Bedingungen und beschrieb uns die Sachen, die wir unbedingt mitnehmen sollten - was außer Taschenlampe, Schlafsack, Besteck, Blechteller und -tasse, Fotoausrüstung, Ferngläsern, zehn Litern Wasser und eventuellen persönlichen Medikamenten nicht viel mehr sein durfte.

Für 20.15 Uhr hatte Allan für uns Plätze im Camp-Restaurant bestellt, wo es uns - bis auf die lange Bestellzeit - gut gefiel und das Essen (ich probierte Chicken Curry) auch sehr gut schmeckte.
Gegen 23 Uhr suchten wir dann das Zelt auf und waren voller Erwartungen, was uns so alles am nächsten Tag erwarten würde.