12. Oktober: Kitchener

Heute nun war es endlich soweit: in Kanada wurde Thanksgiving gefeiert. Die unzähligen Kürbisse und Strohballen und liebevoll geschmückte Vorgärten hatten uns ja schon auf der gesamten Rundreise begleitet.
Als Abschluss unserer Reise hatten wir uns den Ort Kitchener ausgesucht, der von vielen deutschstämmigen Menschen bewohnt wird. Die Landstraßen zwischen Wasaga Beach und Kitchener waren wie auf dem Reißbrett rechtwinklig angeordnet. Wir zogen diese Strecke der Autobahn vor, da es hier viel interessanter ist und man etwas von Land und Leuten sieht. Über Elora, Elvira und St. Jacobs erreichten wir gegen 12 Uhr unser Ziel, das Oktoberfest in Kitchener.

Zuerst besuchten wir das Festzelt, in der eine Trachtenkappelle deutsche Trinklieder spielte und auch sonst ging es ziemlich deutsch zu. Überall gab es Lederhosen, Hüte und Anstecker zu kaufen und immer wenn wir uns als Deutsche zu erkennen gaben, freute man sich und erzählte, welcher Vorfahr aus Deutschland stammte. Wir trafen auch viele Deutsche, die erst in den letzten 50 Jahren nach Kanada ausgewandert sind.

Nach einem Schnitzel mit Sauerkraut und Bratkartoffeln an einem der vielen Stände fuhren wir ins Hampton Inn & Suites by Hilton Kitchener und brachten nach dem Check In unser gesamtes Gepäck aufs Zimmer, um alles für die Rückreise zu verstauen.

Am Nachmittag fuhren wir zum Joseph Schneider Haus, Kitcheners ältestem Haus von 1816, welches seit 1981 restauriert und als lebendiges Museum eingerichtet wurde. Joseph Schneider, ein deutschstämmiger Mennonit hatte sich nach langer Reise aus Pennsylvanien als erster Siedler hier eine Bleibe gesucht. Kostümierte Mitarbeiter demonstrieren hier das Leben zur damaligen Zeit.

Danach fuhren wir zum "Pioneer Memorial Tower" der als 19 m hoher Turm am Ufer des Grand River, an die ersten Siedler erinnern soll. Gleich daneben findet man einen winzigen Friedhof mit einigen Grabsteinen der ersten Siedler.

In der Wohnsiedlung daneben konnten wir gut sehen, wie in Kanada Wohnhäuser gebaut werden. Sie bestehen aus einem Holzskelett, das mit Spanplatten beplankt uns zum Schluss mit Klinkerfassaden oder anderen Verkleidungen verblendet wird, so dass es optisch wie ein solides Steinhaus wirkt.

13. Oktober: Rückflug nach Frankfurt

Da wir erst am Nachmittag zum Airport mussten, hatten wir den gesamten Vormittag Zeit, und einige Mennoniten-Siedlungen in der Umgebung anzusehen. Als ersten führen wir ins 10 km nördlich von Kitchener gelegene St. Jocobs, früher Jakobsstettel genannt. Dort gibt es viele historische Gebäude, die teilweise noch genutzt werden. Wir besuchten das in der alten Mühle gelegene interessante Ahornsirup-Museum und ein Technikmuseum, in dem man sehr viele, liebevoll zusammengetragene, alte Werkzeuge und Apparate findet.

Da im ländlichen Gebiet rund um St. Jacobs viele Mennoniten ihre Bauernhöfe haben, und am Lebensstil ihrer Vorväter des 19. Jahrhunderts festhalten, machten wir im Anschluss eine kleine Rundfahrt. Im Visitor Center im Ort hatten wir dazu neben vielen interessanten Informationen und einem kurzen Film über die Mennoniten auch einen Plan mit den Gehöften bekommen.
Oft begegneten wir Pferdekutschen der Mennoniten und an den Farmen sahen wir Verkaufsstände mit Ahornsirup, Kartoffeln oder Eiern und einer kleinen Schachtel für das Geld. Hier vertraut man darauf, dass das passende Geld hinterlassen wird.
Auch einige kleine Mennoniten-Schulen konnten wir auf unserer Tour sehen.

Danach fuhren wir zum Airport nach Toronto, gaben 15 Uhr unseren Mietwagen zurück und flogen über München zurück nach Leipzig.

Ende