Fahrt auf die Insel Phu Quoc

Samstag, 04.12.2004

Heute werden wir das Festland verlassen und mit dem Speedboot auf die Insel Phu Qouc fahren, wo wir die letzte Woche unseres Vietnamurlaubes in dem Thang Loi Ressort als erholsamen Ausklang verbringen wollen.

Als Frühstück aßen wir im Zimmer unseres Hotels in Rach Gia das restliche Obst und die Baguettes vom Vortag und tranken in dem kleinen Lokal gegenüber dem Hotel einen Lipton-Tee.

Nach dem Auschecken schulterten wir unsere Rucksäcke und liefen zum nahegelegenen Kai, wo das Speedboot "Superdong" schon auf seine Passagiere wartete.
Unsere Plätze auf der rechten Seite der ersten Reihe waren doppelt vergeben worden, dafür bekamen wir die auf der linken Seite.

Das Boot machte einen technisch guten und sauberen Eindruck und die während der ganzen Fahrt eingeschaltete Klimaanlage machte die 160 Minuten dauernde Überfahrt angenehm.

Als "Bordverpflegung" bekam jeder eine kleine Flasche Mineralwasser und eine Packung Keksriegel, sowie ein feuchtes Tuch zum Frischmachen.
Die Beinfreiheit war in der ersten Reihe etwas eingeschränkt, da das gesamte Gepäck auf den Sitzbänken links und rechts neben dem Fernseher gestapelt war.
So räumte ich mir einige Rucksäcke beiseite und machte es mir dort bequem.

Als wir in An Thoi im Süden der Insel anlegten, fanden wir gleich die von Reinhard organisierten vier Mopedtaxi-Fahrer, die ein Pappschild mit meinem Namen hochhielten.

Der Steg von der Anlegestelle zum Parkplatz führte an mehreren Ständen und offenen Kneipen vorbei und die Gerüche waren oftmals alles andere als einladend, was daran lag, dass jeglicher Abfall einfach ins Wasser geworfen wird und wenn ihn dort keine Strömung wegspült, vor sich hin gammelt.
Uns begegnete solcher Gestank und Unrat später in kleinen Küstendörfern noch öfter.

Die Fahrer nahmen unsere Rucksäcke zwischen die Knie - wobei die kleinen Kerle gerade so über das hohe Gepäck schauen konnten - und ab ging die einstündige Fahrt, die unsere Sitzmuskulatur ziemlich stark strapazierte.

Glücklich und unversehrt kamen wir im "Thang Loi Resort" an, jedoch fehlte anfangs das Moped mit Monika, was aber fünf Minuten später eintraf, da ihr Fahrer unterwegs tanken musste.

Wir wurden von Reinhard, dem Manager der Anlage, im schönen, im Naturstil gehaltenen Restaurant, freundlich begrüßt und in unsere beiden Bungalows geführt, welche direkt am Meer lagen.

Alles war aus Bambus oder anderem Holz gefertigt, das Dach ringsherum offen und die scheibenlosen Fenster hatten nur Läden aus Holzlamellen. Ein Moskitonetz konnte nachts über das große Doppelbett gezogen werden und das Bad war gefliest und hatte WC und Dusche.

So hatten wir es uns erhofft - kein Luxus, kein Fernseher, inmitten der Natur, kein Moped- oder Straßenlärm und direkt am Meer.
Wertsachen und Pässe konnten an der Bar abgegeben und im Safe eingeschlossen werden.

Da es inzwischen Mittag geworden war, probierten gleich das in den Reiseführern gelobte gute Essen aus und konnten auch an den Folgetagen bestätigen, dass die Küche dort ausgezeichnet und preiswert ist. Anschließend ging es zum schönen feinsandigen Naturstrand, wo wir im warmen, glasklaren Wasser den Staub der Mopedfahrt abspülen konnten.

Nach einer kurzen Strandwanderung, die man am nach Norden sehr ausgedehnten durchweg sauberen und menschenleeren Strand unternehmen kann, faulenzten wir in den Bambus-Liegestühlen.

Der Bootsteg wurde gerade von vier Arbeitern mit neuen Holzplanken versehen, was aber nicht weiter störte, da sie sehr rücksichtsvoll und freundlich waren.

Das Ressort verfügt, wie viele Orte auf der Insel, über keinen Spannungsanschluss und so erzeugt ein Generator, der gerade gegen einen nagelneuen ausgetauscht werden sollte, von Nachmittag bis Mitternacht (oder später, je nachdem, wann die letzten Gäste das Restaurant verlassen) Strom.
In dieser Zeit kann man dann in den neueren beiden Bungalows, die wir bewohnten, auch warm duschen, was momentan leider noch nicht möglich war, weil der alte leistungsschwächere Generator dann jedes mal in die Knie ging und die Lampen dunkel wurden.
So konnte man auch gut in den Steckdosen im Bungalow die Akkus für die Kameras aufladen.

Von 17 bis 19 Uhr war "happy hour", wo Tigerbeer, Drinks und Pinacolada nur die Hälfte des sonst auch niedrigen Preises kosten. Wir tranken oft den einheimischen Rum, der spottbillig war und einen angenehm süßlichen Geschmack hatte.

Gegen 22 Uhr krochen wir unter unsere Moskitonetze und ließen uns von der lauten Musik der Zikaden in den Schlaf zirpen.
Gegen Morgen besuchte unser Zimmer ein Tier, was eigenartige Rufe von sich gab, aber im Schein der Taschenlampe, die man unbedingt mit im Gepäck haben sollte, nicht zu finden war.

Das Tier besuchte uns regelmäßig und wir bekamen mit, dass es ein größerer Gecko war, den wir einfach versuchten zu ignorieren.

Sonntag, 05.12.2004

Nach einem morgendlichen Bad im Meer um 7 Uhr und einem kurzen Muschelsuch-Spaziergang genossen wir unser Frühstück im Restaurant und wanderten danach eine Stunde durch die nähere Umgebung des Ressorts bis zu einer Anhöhe mit drei Gräbern, vorbei an einer Kuhherde mit Bambusglocken um den Hals, einem riesigen Spinnennetz mit einer großen, schön gemusterten Spinne und vielen Palmen und grünen Pflanzen.

Die Insel ist, im Gegensatz zum vietnamesischen Festland, total mit Wäldern bedeckt, die stellenweise noch aus richtigem Urwald bestehen. Wenn man Augen und Ohren offen hält, entdeckt man in dieser abwechslungsreichen Natur viele interessante Dinge und kann sich herrlich entspannen.

Nach unserem Morgenspaziergang verbrachten wir den wunderbar sonnigen Vormittag mit am Strand faulenzen, Baden im warmen, klaren Wasser, Schnorcheln und Genießen der verschiedenen an der Bar angebotenen Getränke.
Wir besprachen mit Reinhard, der sich auf der Insel wunderbar auskennt und prima Tipps parat hat, zwei Selbstfahrer-Mopedtouren für die nächsten Tage, eine in den Norden und eine in den südlichen Teil der Insel.

Die Arbeiter waren inzwischen mit dem Steg fertig geworden und stellten nun eine Hinweistafel als Wegweiser für den Weg zum Ressort aus Beton her. Sie hatten allerdings "RESOGT" geschrieben und wir zeigten ihnen, dass das "G" in ein "R" umgewandelt werden muss, was kein Problem war, da der Beton noch nicht abgebunden hatte.
Sie waren seitdem noch herzlicher zu uns und luden uns ständig ein, Reisschnaps zu trinken und ihr leckeres scharfes Seafood zu kosten, welches sie sich an einem Feuer aus Holzabfällen und leeren Zementsäcken an der Baustelle selbst zubereitet hatten.

Den Nachmittag verbrachten wir wieder am schönen Strand unter wolkenlosem Himmel mit Lesen, Zitronensaft trinken und dem Genuss von Rum gebackener Banane.

Unsere Wäsche vom Vortag war tadellos gewaschen und zusammengelegt (19.000 Dong für zwei lange Hosen, Unterwäsche und T-Shirts waren ein guter Preis). Als wir zum Abendessen gingen, flatterten in der Abenddämmerung zahlreiche Flughunde um unsere Bungalows.
Heute hatten wir uns Krabbe sowie Huhn mit Ginger und Chilli ausgesucht - es schmeckte wieder köstlich!

Nachdem wir für Morgen 7.30 Uhr zwei Mopeds bestellt hatten, gingen wir gegen 21 Uhr ins Bett und wurden gegen 23 Uhr von klappernden Geräuschen vor unserem Bungalow geweckt, so dass wir anfangs glaubten, ein Windspiel aus Bambus wurde auf unserer Terrasse von heftigem Wind bewegt.
Als mich Monika zum Abstellen des Geräusches nach draußen schickte, sah ich den Grund des Lärms: die Kühe vom Nachbargrundstück grasten um unsere Bungalows und ihre Bambusglocken verursachten die rätselhaften Geräusche.
Zum Glück verzogen sie sich bald wieder und wir schlummerten in den nächsten Inseltag.

Montag, 06.12.2004 Mopedtour in den Norden Phu Quocs

Am Morgen übernahmen wir nach dem Frühstück unsere beiden Mopeds und machten uns nach Reinhards Beschreibung auf den Weg in den Norden der Insel.

Der Weg vom Ressort bis auf die Straße ist anfangs etwas unwegsam und auch unterwegs hatten wir einige Einlagen mit halsbrecherischen Wegen, Brücken und Baustellen, was die Fahrt sehr abenteuerlich machte uns aber - mit der nötigen Vorsicht - immer wieder gut ankommen ließ. 
Wir fuhren im Nordosten kilometerlang durch üppigen Urwald (auf relativ guter Straße), wo die Grillen die Motorgeräusche überzirpten, riesige moosbewachsene und voller langer Lianen hängende Bäume in den Himmel ragten und die rote Erde, mit ihren teilweise sehr bizarren Formen einen interessanten Kontrast zur saftig grünen Pflanzenwelt bildete.

Immer wieder mussten wir anhalten, um zu fotografieren, große, bunte Schmetterlinge zu beobachten oder auch nur die Aussicht zu bestaunen. Hier hätte man Tage verbringen können.

An der Nordküste besuchten wir ein kleines, abseits gelegenes Fischerdorf in der Nähe von Rach Tram mit herrlich verträumten Palmenstränden und freundlichen Menschen, wo wir schöne Muscheln fanden und große Seesterne im Wasser bestaunten.
Für uns wirkte es wie das Paradies, für die dort lebenden Menschen hingegen war das Leben mit viel Mühen und Entbehrungen verbunden. Trotzdem oder gerades deshalb und weil sie es nicht anders kannten, machten alle einen glücklichen, zufriedenen Eindruck.

Auf unserer gesamten Strecke wurden wir überall mit großem Hallo begrüßt, da man Touristen hier noch sehr selten sieht.

Unser Mittag wollten wir in einem von Reinhard beschriebenen Lokal essen, das im Meer liegt und nur über einen schmalen Holzsteg zu erreichen ist, der schwer zu finden ist, da er zwischen zwei Hütten im Dorf beginnt.
Wir hatten gehört, dass man dort große Krebse zu günstigen Preisen essen kann und wollten es probieren.
Wir fanden alles wie beschrieben in der Nähe von Ganh Dau am nordwestlichen Inselzipfel, gingen vorbei an abenteuerlich anmutenden, stellenweise ziemlich schmutzigen und übelriechenden Abfalllachen über einen langen, noch abenteuerlicheren wackligen Steg zum beschriebenen Lokal.

Dort standen einige Tische und Stühle und hinter einem Holzverschlag gab es auch eine Kochgelegenheit - aber keinerlei Speisekarte.
Da unser Englisch nur freundliches Schulterzucken und Lächeln bewirkte, gaben wir durch Zeichensprache zu verstehen, was wir wollten.
Ein Junge malte dann ein krebsähnliches Tier aufs umständlich aus einer Schublade hervorgekramte Papier, hielt seine Hände an den Kopf und bewegte die Finger wie Scheren.
Wir nickten erleichtert, machten Handbewegungen zum offenen Mund hin, und erlebten so die lustigste Essenbestellung unseres Urlaubs.

Als wir Daumen und Zeigefinger als Zeichen des Preises rieben, schrieb eine Frau 70.000 Dong pro Kilo aufs Papier und wir hoben zwei Finger und sagten "okay".

Darauf verschwand die Frau über den langen Steg und zehn Minuten passierte gar nichts, was bei uns starke Zweifel an der abgegebenen Bestellung aufkommen ließ und wir Anstalten machten, zu gehen. Als wir auf der Hälfte des Steges waren, gab man uns zu verstehen, dass wir warten sollten.
Nach einigen weiteren Minuten kam die Frau dann mit zwei großen Plastikbeuteln zurück und verschwand damit in der Küche.

Das Ergebnis war zwar kein Krebs aber ein Riesenteller mit super großen Garnelen sowie Gemüse und Reis.
Wir hatten mächtig zu tun, alles aufzuessen - es schmeckte fabelhaft und war für 140.000 Dong sehr preiswert.

Auf dem Rückweg fuhren wir an einigen Schulen vorbei, auf deren Höfen alle Kinder mit Halstuch beim in ganz Vietnam jeden Montag von 16 bis 17 Uhr stattfindenden Appell versammelt waren - was uns irgendwie an frühere DDR-Zeiten erinnerte ...

Unterwegs wurden an den Straßenrändern auf großen Strohmatten kleine Fische in der Sonne getrocknet und Frauen waren emsig damit beschäftigt, die Fische zu wenden und einzusammeln.

An der nordwestlichen Küste erfrischten wir uns an einem einsamen Strand, wo nur eine junge Frau auf einem Felsen hockte und auf ihren etwa 30 Meter weit im Meer mit einer Harpune Tintenfische jagenden Mann wartete.
Danach fuhren wir zurück zum Ressort, wo wir nach genau 100 Kilometern Strecke um 17 Uhr, rechtzeitig vor dem Dunkelwerden, ankamen.

Bärbel und Harry, die immer hinter uns gefahren waren, sahen von dem roten Staub, den unser Moped auf den trockenen Straßen und Wegen hochgewirbelt hatte, wie rote Teufel aus und Harrys sonst schneeweiße Haare leuchteten in der Abendsonne herrlich rot, wie nach einer Tönung.

Nach einem herrlich erfrischenden Bad im Meer und einer anschließenden Dusche, da der rote Staub auch im Meer nicht überall abgegangen war, gingen wir Essen, spielten noch etwas mit den zwei kleinen Hunden, die Reinhards Phu Quoc Richback-Pärchen vor einigen Wochen zur Welt gebracht hatte und ließen den erlebnisreichen wunderschönen Tag mit einer Flasche Dalatwein sowie mit mehreren Gläsern Tecilla und Rum ausklingen.

Dienstag, 07.12.2004 Mopedfahrt in den Süden Phu Quocs

Pünktlich sechs Uhr wurden wir durch den Ruf des Geckos, der seinen Morgenspaziergang auf dem Balken unseres Bungalows machte, geweckt, bereiteten uns aufs Frühstück vor, packten einige Sachen in unseren Tagesrucksack und starteten nach dem Essen mit unseren Mopeds, die vollgetankt je 100.000 Dong kosteten (man musste sie nicht wieder vollgetankt abgeben!) in den Süden von Phu Quoc.

Zuerst schauten wir uns den Markt der Inselhauptstadt an.
Die Mopeds parkten wir für 1.000 Dong auf einem kleinen umzäunten Platz am Eingang des Marktes.
Da wir auf unserer Reise schon viele Märkte gesehen hatten, war er nicht aufregend für uns aber trotzdem immer wieder ein Erlebnis.  Nachdem wir Obst für unterwegs gekauft hatten und einem alten Mann eine Spende zukommen ließen, ging es auf der gut ausgebauten Straße weiter südlich, bis wir rechts in ein beliebiges Ressort fuhren, um etwas zu trinken.
Dort fanden wir ein kleines nettes Strandlokal, tranken Cola, Wasser und schälten unser Obst vom Markt (Taschenmesser hatten wir immer am Mann).

Weiter ging es an einer Perlenzuchtfarm vorüber, die wir uns kurz besichtigten, in den Südosten, in den kleinen Ort Sao Beach, der nur über einen mit dem Moped schwierig zu befahrenden Sandweg zu erreichen war.
Wir kamen jedoch unversehrt an, stellten die Mopeds vor einem Restaurant am Wasser ab und gingen an den menschenleeren Strand baden.
Der Sand war wunderbar, nur hatten die Wellen viel Strandgut angespült, was hier auch niemand wegräumte, da hier ja kein öffentlicher Strand ist und normalerweise keiner badet.

Auffallend war die große Anzahl von verschiedensten Schuhen (leider nur einzelnen) und ich machte mir den Spaß, einige zu sammeln und ein Foto zu schießen.

Nach dem Baden hatten wir Appetit auf eine Kleinigkeit bekommen und setzten uns an einen mit Edelstahlblech überzogenen Holztisch des Lokals "AI XIEM" am Strand, wo uns eine nette, kein Wort englisch verstehende Bedienung eine vietnamesische Speisekarte, brachte in der es auch eine kurzgehaltene Seite in Englisch ohne Preisangaben gab.
Monika bestellte sich zwei Krabben, Harry Tintenfisch mit Ingwer, Bärbel gebratenen Fisch und ich eine "Fischsoup Thai-Style", da ich keinen großen Hunger hatte.

Nach einer Weile wurde das Essen serviert - Monika bekam ihre zwei Krabben und Bärbel ihren Fisch.
Als Harrys Tintenfisch kam, klappte bei ihm der Unterkiefer nach unten, denn es war ein Teller mit mindestens 20 ziemlich großen Tintenfischen, die ganz lecker schmeckten, aber kaum zu schaffen waren. 

Ich wunderte mich ein wenig, dass meine Suppe so lange dauerte, aber als man dann einen Propangaskocher in einem Pappkarton vor mir auf dem Tisch aufbaute und danach einen großen Topf mit Brühe und zwei Teller mit verschiedenen Sorten von Fisch und Seafood sowie Gemüse und Kräuter brachte, war mir alles klar, was "Fischsoup Thai-Style" ist.
Es war ein Festschmaus - nur eben etwas viel für unseren kleinen Hunger.
Tapfer schafften wir es gemeinsam, den größten Teil aufzuessen, da das meiste sehr leicht zu verdauen war. Auf den Preis waren wir nun allerdings gespannt, da wir für so ein Essen in Deutschland Unsummen bezahlt hätten. Um so erstaunter waren wir, dass alles inklusive Getränken nur 215.000 Dong kostete, also umgerechnet nur 11 Euro!

Total satt und glücklich schwangen wir uns dann auf unsere Fahrzeuge, deren Stoßdämpfer auf dem holprigen Rückweg stark strapaziert wurden.
Als wir wieder die Hauptstraße erreichten, ging es in flotter Fahrt zurück, denn unser Badeaufenthalt hatte durch das köstliche Essen länger gedauert als wir geplant hatten.

Kurz vor dem Ziel fuhren wir noch in ein im Aufbau befindliches Ressort, in dem Palmen, Tiere, Pflanzen und Berge erbaut waren - aber alles aus Beton - was inmitten der grünen Insel sehr grausam aussah! Unser Ziel war ein Wanderweg, der im hinteren Teil des Geländes begann und zu einer schönen Wanderung entlang eines Flusses, der sich durch die bergige Felslandschaft schlängelte, zu einem kleinen Wasserfall führte, einlud.

Die Urwaldmusik der vielen Zikaden war unüberhörbar und wir wanderten den teilweise recht ansteigenden Pfad bis zum ca. vier Meter hohen Wasserfall, in dem es sich Monika nicht nehmen ließ, ein Bad zu nehmen.

Auf dem Rückweg hielten wir an einigen Schulen und schenkten Buntstifte. Auf einem Schulhof fand gerade der Sportunterricht statt.
Die Kinder machten in normaler Schulkleidung (in Vietnam ist zum Glück überall einheitliche Schulkleidung Pflicht) einige Verrenkungen, die ihnen der Lehrer vormachte, was bei Monika als Diplom-Sportlehrerin ein mitleidiges Lächeln hervorrief.

Als der weitere Weg dann nicht mehr Reinhards Beschreibung entsprach, merkten wir, dass wir uns verfahren hatten, aber nach einigen Fragen bei den Einheimischen, erklärte und zeigte man uns mit viel Gestik und sehr wortreich (was wir aber leider nicht verstanden), die richtige Richtung.

Gegen 16.30 Uhr kehrten wir dann nach 80 km Tagesstrecke ins "Thang Loi Resort" zurück, badeten im Meer, beobachteten die immer wieder aus dem Wasser auftauchenden Schwärme von Springfischen, duschten anschließend den festsitzenden Straßenstaub ab und beobachteten danach am Strand den schönen Sonnenuntergang.

Unser Abendessen bestand heute aus einer Art Schneckengulasch, das Harry am Vortag bestellt hatte, da wir diese Schnecken schon auf dem Markt gesehen hatten, einem HotPot mit Seafood für Monika und einem Obstteller mit zwei Bechern Joghurt für mich, denn ich war noch immer satt vom reichlichen Mittag am Strand.
Von dem vietnamesischen Essen konnten wir einfach nicht genug bekommen und das Beste war, dass zwar sehr satt wird aber kein unangenehmes Völlegefühl wie in Deutschland bekommt.

Abschließend machten wir es uns wieder in den bequemen Rattanmöbeln im schönen luftigen Lokal bequem, tranken eine Flasche roten Dalatwein und diverse Spirituosen, um danach mit der nötigen Bettschwere unters Moskitonetz zu verschwinden.

Mittwoch, 08.12.2004 Faulenzen im Ressort

Heute war der zweite Tag Faulenzen angesagt.

Nach dem morgendlichen Bad im Meer, einem Strandspaziergang, der mit dem Überklettern vieler großer schwarzer Steine kombiniert war und dem Frühstück, verbrachten wir den wie immer wunderbar sonnigen Tag in den Liegestühlen am Strand.

Wir aßen die Ananas und Drachenfrüchte vom gestrigen Marktbesuch und öffneten eine Kokosnuss, die drei Meter neben Monika und Harry von einer hohen Palme herunter gekracht war mit dem Beil, welches sich Harry im Hanoier Markt gekauft hatte. Sie war voller Milch und einer dicken Schicht Kokosfleisch.

Reinhard zeigte mir danach den neuen 20 kW-Generator, der den alten, nur 7,5 kW starken, ablösen soll und gerade von den Elektrikern fertig angeschlossen wurde - leider konnten wir ihn nicht mehr in Betrieb erleben.
Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang, brachten Bärbel und Harry für Monika eine Krabbe mit, die ihnen ein netter Fischer unterwegs geschenkt hatte.
Diese wurde in die Küche gebracht und 15 Minuten später von Kim, der wundervollen Köchin und hilfreichen rechten Hand Reinhards am Strand serviert.

Nach dem Bad im herrlich sauberen warmen Wasser und einem ausgiebigen Sonnenbad aßen wir unser leider letztes köstliches Abendessen im Ressort.
Es gab süß-sauren Tunfisch, süß-saures Huhn und einen Hot Pot mit Meeresfrüchten, zu dem Reispapier serviert wird, in welches man gegartes Fleisch und Gemüse (nicht zu viel!) einrollt und danach in pikante Soße tunkt.

Für Morgen früh 9.30 Uhr bestellten wir vier Mopedtaxen für je 20.000 Dong, um zu unserem 11-Uhr-Flug nach Saigon zu gelangen.

Danach nahmen wir unseren Abschiedstrunk in den Korbsesseln auf der Restaurantterrasse ein und Reinhard brachte noch eine Runde Rum, um mit uns auf den heutigen Todestag von John Lennon anzustoßen.
Vom Licht der Leuchtstofflampen angelockt, wurde Monika von einem ziemlich großen Flugobjekt im Sturzflug getroffen, nach dem Schreck entpuppte es sich als Coconut-Käfer, den wir neugierig auf die Hand nahmen und betrachteten.

Am Strand schauten wir aus den Liegestühlen noch einige Zeit in den wunderbar klaren Sternenhimmel und gingen danach etwas traurig gestimmt zu unserer letzten Nachtruhe an diesem paradiesische Ort.