23. März 2018 - Fahrt ins Saloum-Delta (430 km)

Heute verließen wir nach dem Frühstück das Hotel in Tambacounda, denn es lagen immerhin über 400 Kilometer bis ins Saloum-Delta vor uns. Das Wetter war eigenartig trübe und die Sonne ließ sich nur ahnen.

Nach einer halben Stunde Fahrt machten wir um 9 Uhr einen kleinen Bummel über einen Markt, war wieder ein schönes Erlebnis und ein kleiner Morgenspaziergang für uns war. Hier gab es wieder angefangen von Holzhkohle über Gemüse und Fisch bis hin zum mobilen BH-Händler alles zu kaufen.

Danach hielten wir an einem großen Supermarkt, um uns mit Proviant für das heute geplante Picknick zu versorgen. Wir kauften Schokomilch, Käse, Baguette und eine große Flasche Wasser.
Eine halbe Stunde später hielten wir an einem abgeernteten Maisfeld und jeder suchte sich auf der vom Fahrer ausgebreiteten Plane einen Platz. Es war kein idealer Platz dafür und dazu ziemlich windig und staubig, so dass wir froh waren, als die Fahrt weiter ging.

Auf meine Bitte hin statteten wir später einer Schule im kleinen Ort Missira einen Besuch ab, denn wir hatten noch viele Schulhefte und Stifte übrig, die wir keinesfalls wieder mit nach Hause nehmen wollten.

Für die Kinder und auch den Lehrer kam der Besuch sehr überraschend. Der Lehrer sagte uns, dass die Klasse erst am Vortage das Thema "Ausländische Touristen" besprochen hatte. Ich übergab ihm die Schulsachen und die Kinder bedankten sich bei uns mit einigen Liedern. Am Ende versammelten sich alle Kinder vor der Schule, um uns zum Abschied zu winken.

16.30 Uhr trafen wir im Hotel "Pelican du Saloum" in Ndangane ein und wurden mit Kirschsaft begrüßt. Nach einem schnellen Check-in bezogen wir das Zimmer 21. Ich tauschte an der Rezeption noch 50 Euro zum Kurs von 625 und Monika machte einige Wäschestücke zur Abgabe für die Laundry fertig.

Danach bummelten wir durch den kleinen Ort, der eigentlich nur aus einer Straße mit einigen kleinen Läden und einfachen Restaurants bestand. Um 19 Uhr nahmen wir im fast leeren "Pic Bouf" Platz und wählten Fisch mit Bratkartoffeln sowie Garnelen. Kaum hatten wir bestellt, wurden wir aus dem Gebäude nebenan von gefühlt 50 Männern mit lautem Gebetsgesang beschallt (es war Freitagabend). Zum Rückzug war es nun leider zu spät!

Zu allem Überfluss müssten wir geschlagene 45 Minuten auf das Essen warten, obwohl wir inzwischen die einzigen Gäste waren - und das bei dem Gesangslärm. Zum Glück hatt es wenigstens geschmeckt. Vom Ambiente her war es jedenfalls ein Reinfall!

Anschließend liefen wir die 100 Meter zurück zum Hotel und machten es uns in unserer Hütte bequem.

24. März 2018 - Bootsfahrt

Nach dem Frühstück liefen wir gegen 9 Uhr die 50 Meter bis zum Fluss und kletterten in ein Boot. Die folgende Fahrt durch das Delta war interessant und zwischen den dichten Mangrovenbäumen konnten wir einige Eisvögel, Löffler, Pelikane und den großen Schieferreiher beobachten.

10.45 legten wir an einer Insel zum Besuch des Dorfes Mar Lodj an. Die Kinder waren gerade mit dem unfreiwilligen Baden der Ziegen und Pferde beschäftigt. Wir besichtigten die als Rundbau gestaltete christliche Kirche, welche von dem Missionar Rene Thalmann gegründet wurde.

Beim anschließenden Spaziergang durch das saubere Dorf bekam Monika von einem freundlichen jungen Mann die aufgeplatzte Frucht eines Baobabs geschenkt.
Man konnte sehr gut das weißen Fruchtfleisch erkennen. Es schmeckt süß und wird von den Einheimischen gern genascht. Es hat sehr viel Vitamin C und Calcium. Der daraus hergestellte Saft wird gegen Bauchschmerzen, Durchfall und andere Krankheiten benutzt.

Auf dem Rückweg zum Boot kauften wir am Stand des kleinen Marktes, an dem die Frauen mit Klatschen auf sich aufmerksam machten, drei Armreifen aus Horn.

Gegen 12 Uhr fuhren wir mit dem Boot zurück und kauften uns in einem kleinen Laden kurz vor dem Hotel ein Baguette für 75 CFA, nachdem wir den auf der Kühltruhe Mittagsschlaf haltenden Besitzer aufgeschreckt hatten.

Im Zimmer angekommen, merkten wir, dass die Wasserversorgung des Hotels streikte. Also konnten wir erst mal nicht duschen sondern verspeisten das Baguette mit dem restlichen Käse von gestern.

Für 17 Uhr hatte Mamadou eine Fahrt mit Pferdekutschen organisiert. Vor dem Hotel warteten dann auch zwei von den einachsigen Karren, die wir auf der bisherigen Fahrt oft gesehen hatten und mit denen auf dem Lande alles befördert wird. Sie dienen auch den Menschen als preiswertes Taxi.
Nun hieß es so gut es ging aufsitzen und auf der etwas holprigen Fahrt ins Dorf Djilor gut festhalten. Es war etwas abenteuerlich, hat aber durchaus Spaß gemacht. Leider kamen auch hier wieder nicht alle aus der Gruppe mit, obwohl es ein echtes Erlebnis war und nicht auf dem Plan stand. Vielen Dank dafür, Mamadou!

Nach 30 Minuten waren wir am Ziel und Mamadou zeigte uns stolz das Geburtshaus von Léopold Sédar Senghor, dem von 1960 bis 1980 ersten Präsidenten Senegals und mit dem er um einige Ecken verwandt war. Von einer Händlerin kaufte sich Monika zum Abschluss für 5.000 CFA ein schönes Tuch bevor wir uns wieder auf die Pferdekarren schwangen und Rückfahrt antraten.

Um 18.30 waren wir wieder im Hotel, holten an der Rezeption unsere sehr gut gewaschene Wäsche ab und bemerkten im Zimmer, dass noch immer kein Wasser lief.

Also nutzten wird den aus diesem Grunde in der Dusche stehenden vollen Wasserkübel, um uns notdürftig zu duschen und erfrischten uns anschließend im Hotelpool. Etwas blöd war nur, dass natürlich die Toiletten auch nicht funktionierten, also durchhalten und hoffen, dass das Wasser bald wieder läuft.

Nach 19.00 Uhr gingen wir ins Restaurant "Le Cormoran" gleich gegenüber des Hotels zum Abendessen.
Diesmal hatten wir Glück und wurden nicht mit lautem Gebetsgesang gestört. Dafür wurde das Dorf kurz nach unserer Bestellung mit einem Stromausfall überrascht. Daraufhin wurden auf den Tischen Kerzen entzündet, was gar nicht so unangenehm war.
Die Zubereitung des Essens dauert dafür sehr lange und wir wussten nicht, ob es an der fehlenden Spannung oder der senegalesischen Lebensart geschuldet war. Der Fisch und der Fischspieß schmeckten dafür sehr gut.
Kurz vor 21 Uhr waren wir fertig und gingen sofort zurück ins Hotel, denn für 20 Uhr war für unsere Gruppe eine Trommelsession angesagt.

Man hatte auf uns gewartet und wir konnten die 45-minütige Vorführung, bei der auf großen Kalabassen getrommelt wurde und die Frauen drei Tänze vorführten, miterleben.

Als wir im Zimmer waren, kam zum Glück wieder Wasser aus der Dusche und wir konnten die Haare waschen und endlich die Toilette benutzen.