Im Bundesstaat Karnataka (Teil 1)


31.1. Kozhikode – Coorg (190 km)

Um 8 Uhr brachen wir heute Morgen in Richtung Coorg auf.

Die Strecke wurde nur durch ein paar Toilettenpausen unterbrochen.
Von unserem Reiseleiter erfuhren wir, dass Coorg kein Ort ist, sondern eine ganze Region (deshalb hatten wir auf keiner Karte einen Ort dieses Namens gefunden).

Diese Region liegt ca. 1.500 Meter hoch und ist bekannt für seine Tee- und Kaffeeplantagen, grüne Wälder sowie hügelige Straßen. Davon konnten wir uns heute überzeugen.

Wir kamen bereits um 15.45 Uhr im Hotel „Paddington Resort & Spa“ an. Diese wunderschöne Anlage befindet sich malerisch eingebettet in einer Berglandschaft mit Wiesen und sattgrünem exotischen Baumbestand – es war traumhaft!!!

Natürlich hielt es uns nicht im Zimmer. Wir erkundeten die Umgebung und konnten dabei einige schöne Vögel beobachten.

Das Abendessen auf der Freiluftterrasse wurde diesmal als Menü serviert. Es gab rohes Gemüse, knuspriges Nan, Fisch (der war kalt; doch nachdem der Reiseleiter ihn reklamiert hatte, kam dann warmer frisch gegrillter Fisch für alle) , das traditionelle Linsengericht Dhal, Chickencurry, viele pikante Soßen und Reis.

Wir waren uns einig, dass wir uns freuten, zwei Nächte an diesem paradiesischen Ort zu schlafen.

1.2. Ein Tag in Coorg

Da das heutige Programm nur den Besuch der Abbi-Wasserfälle vorsah, hatte Jürgen schon im Vorfeld gegoogelt, was es noch so Sehenswertes in der näheren Umgebung anzuschauen lohn. Ein buddhistischer Tempel und ein Elefantencamp versprachen interessant zu sein.
Wir sprachen das mit der Reisegruppe ab und konnten Mr. Sing überzeugen diese beiden Ziele anzufahren. Allerdings kassierte er dafür 10 Euro pro Person.

Also fuhren wir nach dem Frühstück auf der kühlen Terrasse bereits 8.30 Uhr zum Dubare Elefantencamp.

Überraschung!!!
Das Camp lag auf der anderen Seite des Flusses und normalerweise fährt ein Boot hinüber. Aber es herrschte momentan leider Niedrigwasser.
Der einzige „Weg“ auf die andere Seite führte auf Steinen durch den Fluss.
Nur fünf Personen aus unserer Gruppe hatten den Mut, sich über die glitschigen Steine zu wagen; wir zwei waren natürlich dabei.
Bis auf einen Ausrutscher und ein nasses Hosenbein ging alles gut und wir konnten im Camp beobachten, wie die Elefanten im Fluss badeten und gewaschen wurden, was sie augenscheinlich genossen.

Der Rückweg ging besser als der Hinweg und so kamen wir 90 Minuten später wieder beim Bus an. Die Wartenden acht Mitreisenden waren etwas „angesäuert“, weil sie so lange warten mussten und eigentlich nichts von diesem Ausflug hatten.

Weiter ging die Fahrt zum Buddhistischen Namdroling Nyingmapa-Kloster in Bylakuppe. Dieses weltgrößte Lehrzentrum des tibetischen Buddhismus in der Welt beherbergt eine Gemeinschaft von über fünftausend Mönchen und Nonnen sowie ein Krankenhaus.
Er war so wunderschön, dass alle Teilnehmer auf ihre Kosten kamen.

Nun begann das offizielle Programm des Tages - die Besichtigung der Abbi-Falls.
Zuerst mussten wir in einen kleineren Bus umsteigen, der uns über eine ziemlich holprige und kurvige Piste zum Eingang des Wasserfalls durchschüttelte.
Über neu angelegte Betonstufen stiegen wir dann zum Fluss hinab.
Die Stahlbrücke, von der man einen besseren Blick gehabt hätte, hat eine Schlammlawine niedergerissen und so drängten sich die Besucher auf der Aussichtsplattform.
Wer noch nie einen Wasserfall gesehen hat, ist sicher begeistert - uns riss es nicht vom Hocker.

Als nächsten „Höhepunkt“ kündigte der Reiseleiter einen Stopp an einer grandiosen Aussicht an, dem "Raja's Seat". Das ist ein kleiner Garten mit Blumen und kitschigen Tierskulpturen im Ort Madikeri. Es war früher ein beliebter Erholungsort für die Rajas. Bei schönem Wetter bietet sich hier ein herrlicher Blick auf die Klippen und Täler im Westen.
Allerdings war bei unserem Besuch kein "Königswetter" und der Ausblick eher bescheiden.
Unser Reiseleiter bot dann noch einen halbstündigen Bummel durch den Ort an, den wir beide uns aber ersparten. Dafür fanden wir die "Fleischerläden", an denen wir später vorbeifuhren, viel interessanter.

Zurück im Hotel gingen wir 17 Uhr wieder auf die Vogelpirsch, sahen aber nicht so viele Vögel wie gestern.
Das Abendessen als Menü war wieder gut und im Wesentlichen das gleiche wie am Vorabend.

Fazit des Tages:

Die beiden zusätzlichen Programmpunkte waren die Highlights, besonders die abenteuerliche Flussüberquerung. Den Wasserfall kann man beruhigt weglassen.
Der Reiseveranstalter sollte die Planung dieses Tages neu überdenken!

2.2.Coorg – Mysore (120 km)

Um 6.30 Uhr wurden wir wie schon am Vortag von Gebetsgesängen aus dem benachbarten Dorf geweckt.
Nach dem Frühstück nahmen wir Abschied von diesem paradiesischen Ort und starteten 9 Uhr in Richtung Mysore. Unser Guide Sing erzählte uns heute etwas über den Dscheinismus.

Da die Straße wie eine Autobahn ausgebaut war, erreichten wir bereits um 10.30 Uhr unser Ziel. Der Trubel der Großstadt hatte uns wieder eingeholt.
Der erste Weg führte uns nicht ins Hotel, sondern in die „St.-Philomena-Kirche“, welche 1936 im neugotischen Stil in Anlehnung an den Kölner Dom erbaut wurde.

Da die Hotelzimmer um 11.30 Uhr immer noch nicht zum Einchecken bereit waren, begaben wir uns ins Hotelrestaurant und ließen uns den Lunch schmecken (keine Bananen!!!)
Dann fuhren wir mit unserem Bus zum zentralen Devaraja Obst- und Gemüsemark, der zu den farbenprächtigsten Märkten in Südindien gehört. Hier tauchten wir ein in ein Gewimmel von Farben, Gerüchen und tollen Fotomotiven.

Gegen 13.30 Uhr waren wir zurück im Hotel „JP Palace“ und konnten endlich einchecken und uns etwas umschauen und ausruhen. Wir erkundeten auch die Dachterrasse, von der man eine gute Aussicht hatte.

Zwei Stunden später ging es bereits wieder mit dem Bus zum „Chamundesshwari-Tempel“, der auf dem Chaumundi-Hügel liegt und uns einen schönen Blick auf Mysore bot. Das Fotografieren im Inneren war wieder einmal nicht gestattet.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zur „Nandi-Bull-Statue“. Nach der hinduistischen Mythologie ist der Buckelstier „Nandi“ das Reittier des Hindu-Gottes Shiva und wird dementsprechend sehr verehrt. Der laut Reiseprogramm vorgesehene Besuch der Kunstgalerie musste wegen Rekonstruktionsarbeiten ausfallen.

Nach einem vorzüglichen Dinner und leckerem Dessert im schönen Hotelrestaurant begaben wir uns auf die Dachterrasse des Hotels und ließen diesen Tag recht stimmungsvoll bei Kerzenschein, zwei Cocktails und frisch gerösteten Mandeln (alles für 1.000 Rupien) ausklingen. Jürgen hatte sich eine Erkältung zugezogen und so gingen wir danach Schlafen.