21. März 2018 - Fahrt zu den Bassari

Nach einem typischen senegalesischen Frühstück brachen wir 8 Uhr nach Egath auf. Auf dem Programm stand ein Besuch der Schule und ein Picknick mit dem Dorfchef, der bei einem Picknick etwas über sein Volk erzählen sollte.
So packten wir einen schweren Rucksack mit vielen von zu Hause mitgebrachten Schul- und Kindersachen.

Nach einer dreistündigen Busfahrt mussten wir an einem Kontrollpunkt unsere Pässe abgeben und persönlich am Posten erscheinen. Dort wurden handschriftlich unsere Passdaten von einem Beamten in Uniform in ein großes Buch übertragen.
Nach einer halben Stunde nahmen wir einen örtlichen Guide mit an Bord und hielten darauf kurz nach 11 Uhr mitten auf einer staubigen Landstraße. Nun wanderten wir in der Hitze auf der Straße bergauf und die vorbeifahrenden LKW staubten uns gehörig ein. Dann bogen wir in einen Wanderweg ein und erreichten eine halbe Stunde später den Rand des Dorfes.

Dort war in 50 Meter Entfernung das gesamte Dorf versammelt und hielt eine Art Versammlung ab. Wir wurden vom Guide aufgefordert zu warten, bis sie fertig sind und durften nicht fotografieren. Als sie endlich fertig waren, durften wir ins Dorf und auf winzigen Holzkisten Platz nehmen. Bis auf den Dorfchef, der jeden mit Handschlag begrüßte, und eine Handvoll Leute waren alle anderen Bewohner in ihren Hütten verschwunden.

Als nächstes sollten wir dem Guide auf einen großen sogenannten Kampflatz folgen. Hier standen wir eine halbe Stunde in der prallen Sonne und er erzählte auf Französisch etwas von den Initialisierungszeremonien, das von Mamadou schlecht übersetzt wurde.

Dann zeigte man uns noch einen Baum, auf dem irgendwelche Masken für die Feier eingelagert waren und wir durften einige Hütten von außen fotografieren. Das war's dann auch schon!

Nun wurden wir aufgefordert zu gehen, erfuhren, dass die Schule geschlossen war und hatten auch keine Gelegenheit, die mitgeschleppten Sachen zu übergeben. Ich war stinksauer. Die Krönung war, dass der Bus uns bis zum Rand des Dorfes gefolgt war um auf uns zu warten - da hätte ich den Rucksack auch nicht schleppen müssen! Brüllend

Das geplante gemeinsame Picknick fand im Anschluss in einem staubigen Lokal statt. Nach unserer Weigerung, uns in einen fast dunklen Raum zu setzen, durften wir an den Tischen im Freien Platz nehmen. Hier gab es vom Busfahrer mitgebrachte Assietten mit trockenem Reis und Hühnerfleisch.
Gegen 14 Uhr traten wir die Rückfahrt an und waren 16.30 Uhr zurück im Hotel. Einige fuhren noch weiter zum Geldwechsel und in den Supermarkt.

Wir gingen den Staub abduschen und holten die fertige Wäsche von der Rezeption. Der Preis von 500 CFA für eine ganze Menge Kleidungsstücke war geschenkt.

Da wir die umsonst mitgeschleppten Sachen gern verschenken wollten, fragten wir den Barkeeper nach dem Fußweg zum Fluss, den man vom Restaurant aus sehen konnte und wo sich viele Einheimische aufhielten. Über eine Müllhalde gelangten wir dann auch dort hin und fanden eine Frau mit Kindern, der wir die Plüschtiere, Kleidung und Kosmetik schenkten, die eigentlich für das Dorf bestimmt gewesen waren. Die Freude war groß!

An der Bar genehmigten wir uns danach bei der Hitze eine Cola und Fanta. Anschließend nutzten wir das WLAN an der Rezeption, um einige Infos über die morgige Wanderung nach Iwol zu bekommen. Nach einer erneuten Dusche gingen wir 19.30 Uhr zum Abendessen.

22. März 2018 - Ausflug zu den Bedik

Heute Morgen starteten wir den zweiten Versuch, ein Dorf zu besuchen. Es fuhr nur die Hälfte der Gruppe mit, da einigen nach dem gestrigen Tag die Lust vergangen war. Außerdem war die vor uns liegende Wanderung als mittelschwer beschrieben, was bei 40 Grad im Schatten nicht unbedingt ein Vergnügen ist.

Da die Zimmer mittags geräumt ein mussten, stellten wir unser Gepäck bereits jetzt an die Rezeption und um 8 Uhr fuhren wir ab. Ich hatte heute nur einige Schulsachen mitgenommen, da ich nicht wusste, was uns erwartet und ich mich nicht zu sehr belasten wollte.

Eine halbe Stunde später hielt der Bus im Dorf Ibel. Von hier begann nach 200 Metern ein steiler Aufstieg. Diesmal begleiteten uns einige junge Männer, die den Frauen die Rucksäcke abnahmen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich alle Sachen mitgenommen.
Mit einigen Verschnaufpausen hatten wir es nach einer knappen Stunde endlich geschafft. Das Dorf lag vor uns und wir konnten es betreten.

Diesmal wurden wir etwas freundlicher begrüßt. Etwas dürftig waren allerdings die Erklärungen. Mamadou erhielt vom Dorfaltesten einen Text, den er ziemlich holprig vorlas und den wir am Vorabend gleichlautend auf Wikipedia gelesen hatten.

Ansonsten war das Dorf sehenswert und besonders der riesige Baobab - einer der größten Senegals - war beeindruckend. Wir konnten danach noch die Kirche und die Schule besuchen, bevor wir den Abstieg begannen.

Nachdem wir nach dem Abstieg wieder am Bus angelangten, wartete dort eine Frau mit kleinen Kindern und wir verschenkten noch einige Sachen und Kuscheltiere, die wir immer im Bus mitführten.

Um 12.30 Uhr wieder im Campement angekommen, konnten wir uns in einem Zimmer duschen, nachdem wir uns von einem recht unfreundlichen Zimmermädchen Handtücher besorgt hatten. Gleich danach gab es zum Mittagessen Spaghetti Bolognese und zum Nachtisch eine Banane.

Rückfahrt in Richtung Kedougou (230 km)

13.30 Uhr verließen wir die Unterkunft, um den Südosten auf der gleichen schlechten Strecke wieder zu verlassen, die wir gekommen waren. Nach 15 Minuten stoppten wir bei einer Familie, die in Handarbeit aus den Nüssen des Karitébaumses Sheabutter herstellte, welche auch in Europa teuer gehandelt wird . Später zeigte uns Mamadou diese auch auf dem Markt.
Nach der Vorführung überreichte Monika dem Dorfchef unter allgemeiner Belustigung einige Puppen für die Kinder.

Eine Stunde später besuchten wir kurz vor Sekéto ein Goldgräberdorf. Sofort wurden wir von einer Schar Kinder umringt und vorbei an sehr einfachen Hütten erreichen wir auf sehr staubigem Weg ein von vielen Gruben zerklüftetes Gelände. Hier gruben Frauen in sehr schwerer körperlicher Arbeit nach Gold. Mit an Seilen befestigten Eimern zogen sie die unten abgebaute Erde hoch und trugen sie auf dem Kopf in Schüsseln zu den 50 Meter entfernten aufgeschütteten Haufen.

Vor dort wird die Erde dann zu den Hütten transportiert. Vor einer Hütte sehen wir eine schräge Holzrinne. Mamadou erklärt uns, dass hier die Erde manuell mit Wasser übergossen und über eine Art Teppich gespült wird. Am unteren Ende steht ein Eimer, der das schlammige Wasser auffängt. Die eventuell enthaltenen kleinen Goldkörnchen bleiben dann im Teppich hängen. Eine schwere, gefährliche und sehr mühsame Arbeit auf der Jagd nach ein bisschen Reichtum.

Nach diesem sehr nachdenklich stimmenden Erlebnis fuhren wir weiter zur Brücke in Mako. Dort sahen wir wieder den Frauen beim Wäschewaschen zu. Man konnte auch Frauen beobachten, die in großen, aus Kalebassen hergestellten Schüsseln, Goldstaub aus dem Gambia-River wuschen.

Ohne Pause fuhren wir danach bis zum Eingang des Nationalparkes, um dort für 15 Minuten eine Toilettenpause zu machen. Unser Busfahrer macht uns auf eine Frau aufmerksam, die vor einer Hütte Pfannkuchen in heißem Öl frittiert. Wir entschlossen uns, einige zu kaufen und bekamen für 500 CFA drei Beutel mit je fünf Stück.

Weiter ging es auf der staubigen Holperstraße. Da es mit der Ankunft im Hotel spät zu werden drohte, fragte Mamadou schon mal ab, was jeder zum Abend aus drei Wahlgerichten essen möchte und teilte es dem Hotel mit. Wir entscheiden uns für Fisch.

Endlich erreichten wir um 20.30 Uhr das Hotel "Relais de Tamba" in Tambacounda.
Nach einem schnellen Check-in bezogen wir das geräumige Zimmer 110, um gleich danach zum Essen zu gehen. Der Fisch mit Pommes schmeckte einigermaßen, war aber etwas trocken und nur lauwarm. Die aus den Lautsprechern tönende Musik war sehr nervig und so gingen alle gleich wieder in die Zimmer, welche im Innenhof um den schönen Pool angeordnet waren.