Fahrt zum Fish River Canyon (Namibia)

tl_files/reiseberichte/suedafrika/flag_namibia.jpg

Freitag, 21.10.05

Der Freitagmorgen begann 6.45 Uhr mit Waschen und Zeltabbau, bevor wir uns 7.30 Uhr für die Tagestour stärkten. Nach dem Frühstück wurde eine Liste mit Namen, Nationalität, Pass- und Heimat-Telefonnummer von der Heimat für den Grenzübertritt ausgefüllt und 8.30 Uhr verließen wir Fiddlers Creek.
9.30 Uhr an der Grenze zu Namibia angekommen, begrüßte uns ein sehr lustiger südafrikanischer Grenzbeamter in verschiedenen Sprachen. Die Abfertigung auf beiden Seiten ging relativ flott, wenn man bedenkt, dass jedes mal immerhin 20 Leute einzeln ihr Formular ausfüllen und ihren Pass abstempeln lassen mussten.

Auf Namibischer Seite angekommen, machten wir 10 Minuten Stopp an einer Tankstelle, um Orangen und Wasser zu kaufen.  Bezahlen kann man in ganz Namibia mit Südafrikanischen Rand, die den gleichen Kurs haben wie der Namibische Dollar, aber willkommener als dieser sind. Um 11.45 Uhr erreichten wir die Thermalquellen von Ai Ais, die plötzlich, nach eintöniger Fahrt inmitten eines Bergmassives auftauchten - hier konnten wir uns am Pool erfrischen oder gegen Bezahlung einen Whirlpool nutzen. Alles war sehr sauber und ordentlich und inmitten der Steinwüste aus dem Boden gestampft. Hier verspeisten wir auch gleich unser Lunch (Würstchen, Salat, Brötchen), bevor es 13.30 Uhr weiter ging.

Unterwegs zeigte uns Allan einen Köcherbaum, ein interessantes, voll dem dortigen Klima angepasstes Gewächs, das auch das namibische 50 Cent Stück ziert. Er ist eigentlich gar kein Baum, sondern eine Aloe, die bis zu neun Meter hoch und über einen Meter dick wird. Die sehr glatte, wachsartige Rinde soll ihn vor dem Austrocknen schützen, so kann er viel Wasser in Stamm und Blättern speichern und längere Trockenzeiten überstehen. Er ist typisch für die Halbwüsten Namibias und hat seinen Namen von den Buschmännern, die seine Äste aushöhlen, um sie als Köcher für ihre Jagdpfeile zu benutzen.

Gegen 15.00 Uhr erreichten wir Hobas Camp, wo wir unsere Zelte aufschlugen, um danach den Fish River Canyon zu besuchen, wo wir bis zum Sonnenuntergang bleiben wollten. Er ist mit einer Länge von 161 Kilometern und einer Tiefe von 550 Metern nach dem Grand Canyon der zweitgrößte der Welt und Teil eines Naturschutzparks. Von Hobas aus fährt man noch 10 Kilometer bis zum Canyonrand, um den wirklich beeindruckenden Ausblick zu genießen. Der Fish River ist mit 650 Kilometern der längste Fluss Namibias.
Da der Fish River in Hardap bei Mariental gestaut wird, führt er meist nur wenig Wasser, verwandelt sich jedoch nach Regengüssen im Sommer in einen reißenden Strom. Am Aussichtspunkt spendierten uns Adam und Allan drei Flaschen Wein, nach deren Genuss wir den unspektakulären Sonnenuntergang etwas prächtiger fanden.

Wieder zurückgekehrt ins Camp servierte uns Allan Chickencurry mit Reis. Im Camp gab es einen kleinen Pool, annehmbare Toiletten und Duschen und bis 22 Uhr einen Generator, danach huschten wieder die Lichtkegel der Taschenlampen durch das Lager. Die wenigen Steckdosen, die es nur in den Waschräumen gab, waren teilweise defekt. Bald schlüpften wir in unsere Zelte, um zum 6 Uhr-Frühstück am nächsten Morgen einigermaßen ausgeschlafen zu sein - Schlaf ist auf dieser Reise Luxus!