Fahrt zum Etosha National Park

Mittwoch, 26.10.05 — Donnerstag, 27.10.05

Um 6 Uhr Aufstehen - 7 Uhr Abfahrt - Frühstück gab’s diesmal im Beutel, da die Küche in der Villa Wiese noch geschlossen war (Ei, Käse, Brötchen, Apfel, Orangensaft). Außerhalb Swakopmunds fing sofort wieder die totale Wüste an - 580 Kilometer lagen zwischen uns und dem nächsten Ziel - dem Etosha Nationalpark.
Um 9.25 Uhr stoppte Adam an der Tankstelle in Usakos für Toilette und Wasserkauf. Usakos liegt am südlichen Ufer des Khan Riviers und spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der namibischen Eisenbahn. So wurden um 1900 Werkstätten zur Wartung der Schmalspurloks gebaut. 1907 hatte Usakos immerhin zwei Hotels und beachtliche 300 Einwohner. Da 1960 die Dampfloks durch Dieselmaschinen ersetzt wurden, sank seitdem die Einwohnerzahl deutlich. Gegen 12.30 Uhr machten wir eine Stunde Lunch am Straßenrand mit Brötchen, Salami, Käse und Salat.

Über eine spärlich bewachsene Hochebene erreichten wir dann gegen 14.30 Uhr den Etosha Nationalpark, der mit fast 23.000 km² einer der größten Afrikas ist.   Es gibt hier 114 Säugetierarten (auch das seltene schwarze Nashorn). Den Elefanten wird nachgesagt, mit einer Schulterhöhe von vier Metern die größten Afrikas zu sein. Außerdem waren wir sehr gespannt auf Gnus, Zebras, Hyänen und Löwen. Auch soll es hier etwa 300 Vogelarten geben. Der Park ist über drei Tore - im Osten, im Westen und im Norden - zu erreichen, wobei wir die westliche Einfahrt passierten und gegen 15 Uhr das Okaukuejo Camp erreichten, welches das größte ist und rund 120 Kilometer nördlich von Outjo - am Südwestrand der Etosha Salzpfanne liegt. Hier befindet sich zugleich der Haupteingang des Parks mit der Verwaltung. An der östlichen Einfahrt liegt das Namutoni Camp in einem ehemaligen Fort der Schutztruppe.
Neu ist das King Nehale Gate bei Andoni im Nordosten, das eine direkte Zufahrt zur ehemaligen Ovamboland Region ermöglicht. Allerdings muss man spätestens zwei Stunden vor Sonnenuntergang dort sein, da es hier kein Camp gibt und man ca. zwei Stunden bis zum Namutoni Camp benötigt.
Etwa in der Mitte, rund 70 Kilometer von den beiden anderen Camps entfernt, liegt das kleinere Camp Halali. Jedes der Camps besitzt eine Tankstelle, einen kleinen Supermarkt, ein Restaurant, Picknick Plätze und Swimmingpool. Das Eindrucksvollste sind zweifelsfrei die nachts beleuchteten Wasserlöcher, an denen die Tiere zur Tränke erscheinen.
Etosha's imposante Salz-/Lehmpfanne ist eine weite, flache Ebene von etwa 5.000 km² Größe. Während der meisten Zeit des Jahres schimmert dieser weiße Salz- & Kalkschlamm in der Sonne; daher auch die Übersetzung von Etosha: "der große weiße Platz von trockenen Wasser". Hier soll es zur Zeit etwa 250 Löwen, 4.000 Gnus, 8.000 Oryx-Antilopen, fast 20.000 Springböcke, 300 Nashörner, 2.500 Giraffen, 6.000 Zebras und über 2.000 Elefanten geben.

Nach dem Zeltaufbau starteten wir um 15.30 Uhr gleich zum ersten Gamedrive angesagt, auf dem wir auf den guten ungeteerten Straßen die verschiedenen Wasserlöcher rund um das Camp abfuhren und zahlreiche Giraffen, Zebras, Antilopen, Elefanten und Rhinos beobachten konnten. Um 19.30 Uhr kehrten wir rechtzeitig zum Dinner ins Camp zurück und genossen die von Allan zubreitete Hähnchenpfanne mit Nudeln und Gemüse.

Ganz toll war das Wasserloch im Camp, wo wir den Rest des Abends verbrachten und als Hauptattraktion Gruppen von Löwen und Rhinos aus ziemlicher Nähe beobachten konnten.
Gegen 23.30 Uhr suchten wir dann unsere Zelte auf, obwohl man die ganze Nacht über am beleuchteten Wasserloch verbringen konnte, denn es herrschte ständig Hochbetrieb. Doch am nächsten Morgen wollten wir bereits 6.30 Uhr zur nächsten Safari starten.

Nach morgendlichen Toast, Marmelade, Tee und Biskuit kauften wir im Camp-Shop für 35 N$ eine Broschüre, in dem die im Park vorkommenden Tiere abgebildet sind, bevor wir das Camp in Richtung Halali verließen. Auf dem Weg dorthin sahen wir wieder viele lebendige Tiere aber auch einige tote Tiere, wie einen Elefanten und zwei Giraffen.
Halali erreichten wir gegen 11.30 Uhr, wo wir nach dem Brunch am dortigen Wasserloch einige Zebraherden beobachteten, die nacheinander zur Tränke kamen.  Die große Hitze trieb uns danach allerdings zum Pool (die Badesachen hatten wir vorsorglich mitgenommen).
Nach dem Lunch, welches heute aus Rührei, Beefwürstchen und Weißbrot bestand, fuhren wir 14.30 Uhr zurück zum Okaukuejo Camp, wo wir vom Wasserturm einen herrlichen Rundblick genossen, bevor es uns wieder ans Wasserloch zog, um Elefanten, Rhinos und Giraffen beim Trinken zuzuschauen.

Das Dinner war heute nicht im Tourprogramm enthalten und Allan hatte im Restaurant Plätze für alle bestellt, wo man am Buffet für 110 Rand pro Person Schwein, Rind, (zähes) Kudu, Gemüse, Käse, Fisch, Torte, Pudding und Eis wählen konnte. Eine Gruppe von Schulkindern untermalte das Ganze später mit Gesang, Tänzen und Geld einsammeln.
Spät abends besuchten wir nochmals das Wasserloch, wo sich zuerst Elefanten und danach Rhinos tummelten, beide mit vielen Jungtieren. Der Abend war bewölkt un die Sterne ließen sich nicht blicken.