El Chalten

Mittwoch, 23. Januar 2008

... und noch einmal „Ruta 40“;

6.30 Uhr Frühstück (sehr flotte Bedienung). Noch vor Sonnenaufgang ging es 7 Uhr los, denn 13 Stunden (850 km) Schotterpiste trennten uns vom nächsten Höhepunkt der Reise.

Spektakulär war neben dem Picknick mit Schinken/Käse-Sandwich die  Begegnung mit einem Gürteltier. Der Bus stoppte plötzlich; Busfahrer und Reiseleiterin sprangen heraus – wir hinterher - und das Gürteltier lief „um sein Leben“; erst versteckte es sich unter dem Bus (ich auf den Bauch und knips) und dann rannte es in die patagonische Pampa. Schade; ich hätte es gern „gestreichelt“...

Bei strahlender untergehender Sonne kam der „Fitz Roy“ (3375m hoch und nach dem Kapitän des Forschungsschiffes „Beagle“ von Charles Darwin benannt) am Horizont immer näher. Wir hatten 19 Uhr El Chalten erreicht und waren von der langen Fahrt im engen Bus ziemlich geschafft. 19.40 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Essen (Steak Lomo für 37$). Einige Leute unserer Gruppe hatten sich durch die Klimaanlage im Bus total erkältet und hatten teilweise Fieber. 23.30 Uhr lagen wir im Bett unserer akzeptablen Unterkunft.

NIE WIEDER RUTA 40 !!!  Brüllend

An diesem Tag stand eine Tageswanderung bis zur „Laguna de los 3“, am Fuße des Fitz Roy auf dem Programm. Nach dem 7 Uhr-Frühstück fuhr der Bus 8 Uhr die acht Mutigen für 25$ zum Ausgangspunkt der zunächst sehr moderaten 15 km-Wanderung durch grüne Wälder mit uralten Bäumen bis zum Rio Blanco. Doch nach der Flussüberquerung änderte sich das Terrain: kein Baum, kein Strauch, gnadenloser Sonnenschein, Geröll und nur bergauf. 400 Höhenmeter waren nun zu überwinden, die es in sich hatten.

Doch die Strapazen des 90 minütigen Aufstiegs in praller Sonne waren am Ziel schnell vergessen. Ein fantastischer Blick auf glasklare Bergseen, gewaltige Bergmassive und natürlich den Fitz Roy entschädigten für den „Kraftakt“.

Das Wasser aus dem Gletschersee und einem Schmelzbach haben wir auf Anraten unserer Reiseleiterin als Erfrischung getrunken; nicht ohne Folgen, wie sich später herausstellen sollte...

Der Abstieg war nicht minder anstrengend; doch wohlbehalten erreichten wir 19 Uhr wieder El Chalten. Nach dem Duschen gönnten wir uns 20 Uhr ein wohlverdientes großes Steak und ein Bier, bevor wir schliefen wie die Murmeltiere.

Freitag, 25. Januar 2008

Ein atemberaubendes Erlebnis jagt das nächste!

7.15 Uhr Frühstück - 8 Uhr Abfahrt - 40 Minuten bis zur Anlagestelle, wo es erst mal einen Gratistee in dem schönen neuen Gebäude der Bootsfirma gab. 9.15 Uhr ging die Fahrt vorbei an schwimmenden Eisbergen bis zum „Viedma Gletscher“. Er ist der zweitgrößte Gletscher des südlichen Inlandeises und seine Gletscherwand ist bis 55 Meter hoch.

An Land wurden Steigeisen angeschnallt und dann betraten wir unter Leitung von spezialisierten Guides den Gletscher. Es war ein ehrfürchtiges Gefühl, über viele hundert bzw. tausend Jahre altes Eis zu laufen. Wir bewunderten bizarre Eisformationen und in den verschiedenen Blautönen schimmernde Eishöhlen. Als Überraschung gab es „Baileys - on the rocks“. Auf dem Rückweg machten wir auf den Felsen Halt und verzehrten die am Vortag als Picknick gekauften Knacker mit Brötchen (etwas anderes war leider nicht zu bekommen). Die Rückfahrt mit dem nagelneuen, hochmodernen Boot (lange wird es nicht in diesem Zustand bleiben) war sehr angenehm und wurde uns mit Schokolade und Kaffee versüßt.

Gegen 16 Uhr brachte uns der Bus zum Hotel, wo wir unsere Wäsche aus der Wäscherei holten. Das Abendessen ließen Monika und ich wegfallen, da ich höllische Schmerzen im rechten Knie von der gestrigen Hammer-Tour hatte und Monika mit Fieber und Brechdurchfall das Bett hüten musste.

Wie sich am nächsten Morgen herausstellte lag es am Gletscherwasser, in welchem sich durch die ungewöhnlich hohen Temperaturen Keime vermehrt hatten. Die Hälfte der Bergführer des Ortes war dadurch erkrankt, da sie das Wasser getrunken hatten. Als die Gruppe gegen 23 Uhr vom Essen zurückkam, erfuhren wir, dass ein Teilnehmer unserer Gruppe beim Essen vor Erschöpfung vom Stuhl gekippt war und kurzzeitig ins Krankenhaus geschafft worden war (Flüssigkeitsmangel). Es wurde die unruhigste Nacht unserer Reise.