Fahrt zum Chobe National Park

Donnerstag, 03.11.05

Der heutige Tag sollte uns in den 11.000 km² großen Chobe Nationalpark führen, der mehr Wildreichtum zu bieten hat, als jeder andere Ort in Botsuana. Nachdem wir um 5.30 Uhr aufgestanden waren, brav unser Zelt abgebaut und eine Stunde später gefrühstückt hatten, startete Adam 7.30 Uhr den Truck, um zur Mittagszeit im nächsten Camp zu sein.
Gegen 11 Uhr stoppten wir für einen Moment an einer Tankstelle am Weg, um Wasser zu kaufen und die Toiletten zu benutzen (wie immer unterwegs akzeptable WC's). Nach einer kurzen Weiterfahrt stoppte man uns an einem veterinärmedizinischen Kontrollpunkt, wo wir alle aussteigen mussten, um durch eine Seuchenmatte zu laufen - danach durften wir wieder einsteigen. Verständlich, wenn Botsuana so stark auf die Tierzucht und Ackerbau setzt und von Seuchen verschont bleiben möchte. Auch fuhren wir an endlosen Weizen-, Mais- und Baumwollfeldern sowie Getreidesilos vorüber, bevor wir 13 Uhr die Toro Lodge erreichten,  unser Lager errichteten und Kartoffelsalat mit Ei zum Lunch vorbereiten halfen.

Wie immer blieb wenig Zeit zum Ausruhen, denn 14.45 Uhr wurden wir von zwei Autos zu einer Bootsfahrt auf dem Chobe River abgeholt, die zum Programm gehörte. Wir hatten uns für den offenen Wagen entschieden, was wir wenig später bereuten, denn es begann plötzlich ein starker Sturm, der Mengen von Sand aufwirbelte und zur Krönung fing es auch noch an zu regnen. Das Wetter beruhigte sich allerdings etwas, als wir nach einer halben Stunde an der Anlegestelle der Boote ankamen, die am Ufer einer sehr schönen Hotelanlage lag.

Die anschließende zweieinhalbstündige Bootsfahrt begann dann zunächst wieder sehr stürmisch und die sich am Bug brechenden Wellen spritzten weit ins offene Boot, in dem wir in mehreren Viererreihen auf Plastiksitzen dem Wetter zu trotzen versuchten. Aber zum Glück war das Unwetter nur von kurzer Dauer, so dass die weitere Flussfahrt noch sehr angenehm wurde und uns auch schnell wieder trocknete. Bis wir 18 Uhr wieder anlegten, sahen wir große Herden von Elefanten, die teilweise auch den Chobe durchquerten, schnaubende Hippos, Krokodile, Büffel, Giraffen, Antilopen und viele Wasservögel.
Insgesamt sollen in dieser Gegend etwa 73.000 Elefanten leben, die manchmal in Gruppen von bis zu 500 Tieren zur Tränke kommen. Sie richten dann allerdings auch viel Schaden an, so dass die Pflanzenwelt in der näheren Umgebung total verwüstet aussieht.  Wir merkten nicht, wie die Zeit verging und mittlerweile wurde es langsam dunkel, die Bäume an den Ufern spiegelten sich in dem inzwischen spiegelglatten Fluss und wir erlebten einen wunderschönen Sonnenuntergang, bevor wir 18.30 Uhr anlegten und zurück ins Camp gefahren wurden.

Dort hatte Allan für 19 Uhr Plätze bestellt und wir ließen den Tag mit Fisch, Spareribbs und verschiedenen Drinks ausklingen. Meine Pulas reichten nicht mehr für die Rechnung, so dass ich die fälligen 220 Pula noch mit 30 US-Dollar ausgleichen musste, bevor wir 22.30 Uhr Duschen gingen (wo unbedingt eine große Spinne die Dusche mit mir teilen wollte) und danach wie immer ziemlich geschafft einschliefen.