Uxmal - Kabah - Mérida

18. Januar 2016

Heute startete gegen 9 Uhr unsere Fahrt von Campeche nach Merida. Vor uns lagen 240 km und unterwegs standen die Mayastätten Uxmal und Kabah sowie einige andere interessante Dinge auf dem Programm.


Sombrero-Manufaktur

9.45 Uhr erreichten wir als ersten Höhepunkt des Tages den kleinen Ort Becal, der berühmt ist für seine kleinen Manufakturen, in denen die berühmten Jipi Japa Hüte hergestellt werden. In diesen Familienbetrieben hilft jeder bei der Herstellung der Sombreros.

Wir besuchten gleich am Ortseingang den Laden "La Dona Chary". Dort hingen sehr viele bunte Hüte und auch andere geflochtene Sachen, wie Lampenschirme, Ohrringe, Halsketten oder Fächer.
Der Besitzer führte uns in den Hof und erklärte uns auf anschauliche Weise die Herstellung der Hüte.

Aus einer bestimmten Palmenart werden die schmalen Blätter in ganz dünne Streifen getrennt und danach behandelt und gefärbt. Nach der Trocknung werden diese von den Frauen in einer Höhle geflochten. Wir konnten uns die unterirdische Höhle auch ansehen, in der eine Frau gerade mit der Herstellung eines Hutes beschäftigt war. Diesen feuchten Ort wählt man, damit in der sehr trockenen Luft Mexikos das Material nicht austrocknet und bricht. Ist der Hut fertig geflochten, wird er in einer Art Bügelpresse auf eine metallene Hutform gestülpt und durch Hitze in die endgültige Form gebracht. Wenn der Hut abgekühlt ist, kann man ihn zusammenrollen, ohne dass er ihre Form verliert.

Im Ort verkehrten Fahrradtaxis, von denen ich eines bestieg und mich ein Stück durch den kleinen Ort fahren ließ, während die Gruppe im Hutgeschäft einige Einkäufe machte. Bei meiner Rückkehr gegen 10.30 Uhr wurde ich schon im mir entgegen fahrenden Bus erwartet.


Uxmal

Gegen 11 Uhr kamen wir an der Ruinenstätte Uxmal an, die ca. 80 km vor Merida liegt und als wichtigste Mayaruine der Puuc Region gilt. Die Größe der im 9. und 10. Jahrhundert erbauten und heute gut restaurierten Stätte war beeindruckend.
Gleich am Eingang steht man vor der Rückseite der 45 hohen Hauptpyramide, welche gegenüber vielen anderen Maya-Pyramiden abgerundete Ecken hat. Sie konnte man auf der steilen Treppe an der Vorderseite bis vor einigen Jahren noch besteigen, mittlerweile ist es aus Sicherheitsgründen für Touristen verboten, da es in den letzten Jahren mehrere schwere und sogar töpdliche Unfälle gegeben hat.

Nach der Pyramide schauten wir uns noch verschiedene andere Bauwerke des Komplexes an, wie das Nonnenviereck, den Ballspielplatz, den fast 100 Meter langen Palast des Gouverneurs und das Haus der Schildkröten.
Die gesamte Anlage ist sehr groß und man kann hier locker mehrere Stunden verbringen.
Die Fassaden der Bauten mit ihren Ornamenten und Figuren kamen bei dem heutigen Bilderbuchwetter besonders schön zur Geltung.
Wir trafen uns 13 Uhr an den Schmuck- und Souvenirgeschäften am Ausgang, kauften uns ein Eis sowie Getränke und fuhren danach zur nächsten Ruinenstätte.


Kabah

Gegen 14 Uhr erreichten wir das 37 km entfernte Kabah, die im 11. und 12. Jht. n.Chr. wohl zweitwichtigste Stadt der Maya in Nord-Yucatán. Auf dem etwa 1 km² großen Gelände kann man wieder einige gut restaurierte Gebäude bestaunen. Sehenswert sind der Triumpfbogen auf der Westseite, die ziemlich zerstörte große Pyramide und der Palast.
Besonders schön ist allerdings der Palast der Masken, wo sich über 250 Masken des Regengottes Chaac aneinander reihen. Da wir etwas in Zeitnot waren, konnten wir hier nur kurz verweilen.


Anschließend fuhren Hilde und Maria mit uns zu einem Maya-Friedhof, den wir kurz besichtigen konnten und sehr interessant fanden. In der Maya-Region von Yucatan gibt es noch den alten Totenbrauch der Knochenreinigung vor bestimmten Feiertagen.
Einige Jahre nach dem Tode des Verstorbenen wird seiner Familie erlaubt, den Leib wieder auszugraben. Die Knochen werden dann gewaschen und die Familie unterhält sich mit ihnen. Anschließend werden sie auf eine mit einem bestickten Tuch bedeckte Kiste gelegt. Dann wieder mit einem Tuch bedeckt und in ein offenes Grab gelegt, wo sie bis zum nächsten Jahr liegen bleiben, um dann erneut gewaschen zu werden. Andere Länder - andere Sitten!

Gegen 15.45 Uhr machten wir dann endlich unsere wohlverdiente Mittagspause. Auch heute hatten unsere beiden Reiseführerinnen wieder etwas besonderes für uns ausgesucht, das "Restaurante Halach-Huinic", 5 km nördlich von Uxmal.

Man hatte für uns in einem Erdloch gegartes Schweine- und Hähnchenfleisch mit Gemüse vorbereitet und wir ließen es uns schmecken. Als besonderen Gag bereitete nach dem Essen ein lustiger Kellner vor unseren Augen mit der passenden Hintergrundmusik einen "La Cucaracha". Das ist ein Mixgetränk mit viel Teqiulla und ein wenig Kaffelikör und Cucaracha bedeutet auf deutsch "Küchenschabe".
Dann bekam jeder den breitkrempigen Sombrero aufgesetzt, musste das Glas austrinken und bekam vom Kellner den Kopf wie einen Cocktailshaker geschüttelt, was natürlich einen Riesenspaß gab.


Merida

17 Uhr starteten wir dann zur Weiterfahrt nach Merida, wo wir eine Stunde später ankamen und eine Stunde Zeit hatten, uns umzusehen. Der Bus brachte in der Zwischenzeit unsere Koffer ins Hotel.

Wir starteten unseren Rundgang auf dem Plaza Grande, der den Mittelpunkt Meridas bildet und schauten uns die Kathedrale aus dem 16 Jahrhundert an, die aus Steinen eines zuvor zerstörten Maya-Tempels erbaut wurde.
An den Seiten des Platzes kann man andere imposante Gebäude wie die Casa de Montejo von 1549, das weiße Rathaus von 1735 oder den Gouverneurspalast ansehen. Kurz vor 19 Uhr verfolgten wir dann, wie mit großem militärischen Aufmarsch die mexikanische Fahne eingeholt wurde, bevor uns um 19 Uhr der Bus zum Hotel "El Espanol Paseo de Montejo" abholte, das in der breiten Prachtstrasse Paseo Montejo im Norden der Innenstadt lag.
Am nächsten Morgen fuhren wir dann noch einmal durch diese Straße und konnten uns die zahlreichen Villen aus dem 19. Jahrhundert aus dem Bus bei Tageslicht ansehen.