23.09.2016 - Flug auf die Insel Bali

Heute hieß es wieder früh aufstehen, denn wir flogen mit der Maschine um 8.45 Uhr von Labuan Bajo nach Bali.
6.45 Uhr brachten uns die Jeeps zum Airport und Ingo erledigte den Gruppencheckin, was uns viel Wartezeit ersparte. Da nur 10 kg Freigepäck pro Person erlaubt waren und jedes Kilo darüber 13.000 Rupien kostete, zahlten wir 115.000 Rupien.

Nach einem guten Flug landeten wir um 10 Uhr in Denpassar und 10.45 Uhr wurden wir in das 17 km entfernte Resort "Puri Kelara Garden Cottages" unweit des Strandes in Sanur gefahren. 11.30 Uhr erreichten wir das Resort, mussten aber leider noch bis 14 Uhr warten, da die Zimmer noch nicht fertig waren.
Also machten wir einen Spaziergang an der Promenade entlang und fanden ein Restaurant in dem wir uns Shrimps und süßsauren Fisch sowie ein Bier und zwei Sprite genehmigten.

14 Uhr bekamen wir den Bungalow 104 und bummelten gegen 16 Uhr die Hauptstraße entlang. Dort kauften wir einige Dosen Tigerbalm als Mitbringsel für zu Hause und bei Starbucks eine Tasse für unsere Sammlung daheim.

Wieder im Resort zurück nahmen wir einen Drink in dem Restaurant davor, gingen duschen und marschierten mit Kerstin und Georg zum von Ingo organisierten 19 Uhr-Abschiedsessen in die "Tootsie Bar".

Leider spielte das Wetter nicht mit und wir mussten nach 10 Minuten unsere Plätze am Strand fluchtartig verlassen, da zuerst ein Nieselregen und dann ein längerer heftiger Regen einsetzte. Wir nahmen also im nicht sehr gemütlichen überdachten Teil des Restaurants Platz.
Es war nur die halbe Gruppe erschienen, was auch ein Ausdruck dafür war, das der Zusammenhalt der Gruppe auf der gesamten Reise nicht besonders groß war. Uns störte das allerdings wenig, da wir uns so persönlicher mit Ingo unterhalten konnten.

Nach 21 Uhr nahmen wir Abschied von Ingo und bedankten uns für seine ausgezeichnete Betreuung. Wir hatten selten einen besseren Reiseleiter.
Es hatte aufgehört zu regnen und wir erreichten 21.30 Uhr unsere Bungalows. Nachts wurden wir vom heftigen Regenguss geweckt. Gegen 3 Uhr wurden wir von heftigem Klopfen an der Tür aus dem Schlaf gerissen. Es waren zwei Männer vom Hotel, die jemanden wecken sollten, der zum Flughafen gebracht werden wollte. Leider hatten sie sich in der Zimmernummer geirrt und wir hatten Mühe, wieder einzuschlafen.


24.09.2016 - Erste Tagestour auf Bali

Nach einer unruhigen Nacht wurden wir bereits um 6 Uhr wach und frühstückten 8 Uhr im offenen Hotelrestaurant.

Heute endete die offizielle Rundreise und die Gruppe wurde am Nachmittag mit dem Bus zum Airport gefahren, um nach Hause zu fliegen. Monika und ich hatten vorher von zu Hause schon die Übernachtung in Sanur um drei Nächte im gleichen Hotel verlängert, da wir Bali noch etwas kennenlernen wollten.

Aber zuvor wollten wir noch etwas mit Kerstin und Georg unternehmen. Sie brachten ihr Gepäck in unser Zimmer 104 und checkten ihr Zimmer aus. 9 Uhr fanden wir schnell in der Straße vor dem Hotel ein Auto mit Fahrer für eine Tour in den Norden der Insel. Wir vereinbarten eine Tagestour für den Preis von 600.000 Rupien. Der nette Fahrer mit guten Englischkenntnissen hieß Tut Pia.
Er fuhr uns zuerst zum Desa Batuan Village, dort besichtigten wir ein typisches balinesisches Wohnhaus mit seiner privaten Tempelanlage und den Nebengebäuden. Hier hielt man Stachelschweine als Haustiere in Käfigen - sicher, um sie irgendwann zu verspeisen.

Auf den ganzen Strecken, die wir auf Bali fuhren, konnten wir uns davon überzeugen, dass die Bezeichnung "Insel der tausend Tempel" zu Recht besteht. In jedem Dorf fanden wir mehrere kleine oder größere Tempel und fast jedes Haus hatte darüber hinaus noch seinen eigenen im Garten.

Danach besuchten wir den Batuan Tempel, der sehr reich mit balinesischen Ornamenten verziert ist. Er liegt gleich an der Hauptstraße von Denpasar nach Ubud in Batuan, einem Dorf mit vielen Künstlern und Handwerkern und wurde im Jahre 1020 gegründet.

In einer Halle neben dem Parkplatz wurde uns eine Art Wickelrock, der "kamben", umgebunden. Es ist ein Muss für alle Besucher, um Respekt gegenüber dem Heiligtum zu erweisen. Der Eintritt ist kostenlos, doch erwartet man, dass jeder Tourist etwas Geld für die Erhaltung des Tempels in eine Spenden-Box steckt.
Die meisten Tempel waren in drei Abschnitte unterteilt. In die ersten zwei dürfen meist nur Besuchern in angemessener Kleidung und in den dritten Einheimische zum Gebet oder einer Prozession.

Nach der Besichtigung fuhren wir weiter zum zehn Autominuten entfernten Tegenungan Wasserfall. Da wir den Abstieg bis zum Fuße des Falles nicht unbedingt wandern wollten und auch kein Badezeug mit hatten, schauten wir uns das Naturschauspiel von der Aussichtsplattform an.

Weiter fuhren wir in Richtung Elefantenhöhle. Unterwegs schauten wir uns einen kleinen Friedhof, riesige heilige Bäume und einen kleinen Tempel an.
Der Kurzbesuch in eine Manufaktur für Schnitzereien war sehr interessant, jedoch waren wir an keiner Schnitzerei interessiert und fuhren nach 10 Minuten weiter.

Nach 20 Minuten erreichten wir "Pura Goa Gajah", die Elefantenhöhle. Sie wurde von sehr vielen Einheimischen besucht. Vor der Höhle befinden sich Brunnen mit steinernen Frauenfiguren, aus deren Krügen Wasser fließt.

Die Höhle kann man durch einen aufgesperrten Mund eines Dämons oder Gottes, der einen mit großen Augen anschaut, betreten. Durch einen Gang gelangt man in die eigentliche Höhle, die aus dem 11. Jahrhundert stammt, aber erst 1923 von holländischen Archäologen entdeckt wurde.
Im Inneren kann man eine Ganesha-Statue und auf der anderen Seite drei Phallussymbole aus schwarzen Steinen sehen. Und natürlich viele Opfergaben und eine Spendenbox.

Gleich neben der Elefantenhöhle fanden wir die Statue der buddhistischen Göttin Hariti, die als Beschützerin der Kinder gilt. Das erklärte auch die Anwesenheit sehr vieler Eltern mit jüngeren Kindern und Schulklassen.

Kurz vor 13 Uhr sahen wir uns die Reisterrassen nördlich von Ubud an. Als wir auf den Parkplatz fuhren, wurde der Himmel sehr dunkel. Ausgerüstet mit einem Regenschirm, den unser Fahrer im Kofferraum hatte, liefen wir die fünf Minuten bis zum Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick auf die Terrassen hat.
Es führt auch ein kleiner Wanderweg zu den Terrassen, auf den wir bei dem einsetzenden Regen lieber verzichteten. Wieder auf dem Rückweg fing es immer stärker an zu regnen. Wir waren froh, als wir wieder im trockenen Taxi saßen und in Richtung Ubud fuhren, wo als nächstes kurz vor 14 Uhr der Monkey Forest auf unserem Programm stand.

Da Kerstin und Georg rechtzeitig zurück im Hotel sein wollten, statteten sie dem Wald nur einen Kurzbesuch ab. Sie verabschiedeten sich von uns nach 15 Minuten und besorgten sich vor dem Eingang ein Taxi für die Rückfahrt zum Resort.

Der Monkey Forest hat uns sehr gut gefallen. Der wunderbar grüne Wald mit seinen beeindruckenden riesigen Bäumen, die überall umher springenden frechen Affen und die kunstvollen steinernen Skulpturen geben dem Gelände einen besonderen Reiz.
Man sollte auf jeden Fall alle Dinge gut festhalten, denn die Affen sind sehr flink und klauen alles, was sie kriegen können. Ruck zuck saß plötzlich auch einer auf Monikas Schultern, die bei dem trüben Wetter zum Glück keine Sonnenbrille trug. Wir blieben hier eine Stunde und kehrten dann zu unserem Taxi am Eingang zurück.

Auf der Rückfahrt zum Hotel machte Tut Pia einen Stopp in seinem Heimatdorf Gianyar und zeigte uns sein Haus.

Die älteste seiner drei Töchter hatte an der Straße vor seinem Grundstück das sehr ordentliche kleine Restaurant "VW Kitchen" eröffnet. Wir wurden sogleich zu einem Tee und selbstgebackenem Kuchen auf den Freisitz eingeladen und fotografiert, da ausländische Gäste natürlich gut fürs regionale Marketing sind.

Im Anschluss zeigte uns der Hausherr noch seinen Garten und die verschiedenen Gebäude, die ganz typisch für ein balinesisches Grundstück angeordnet waren. Natürlich fehlte auch der private Tempel nicht.

Gegen 17.00 Uhr waren wir zurück im Resort und verabredeten uns mit dem Fahrer für den nächsten Tag zu einer weiteren Tour, da wir mit ihm sehr zufrieden gewesen waren.

Eigentlich wollten wir nach einer kleinen Ruhepause um 19.00 Uhr zum örtlichen Nachtmarkt laufen. Kaum waren wir auf der Hauptstraße, begann es plötzlich stark zu regnen. Wir wollten uns nur für einen Moment unter dem Vordach eines Restaurants unterstellen.

Als der Regen aber immer heftiger wurde, änderten wir den Plan und blieben im Restaurant "Bebek Uyut", wo es vor allem Gerichte mit Ente gab zum Abendessen, was wir nicht bereut haben. Es gab ein ausgezeichnetes Entengericht. Ich durfte sogar kurz an den Rost und unsere Ente selbst kurz grillen, was allen Spaß bereitete.

Während der Mahlzeit wurden wir von einem Donner erschreckt, den wir so gewaltig noch nie gehört hatten; sogar die Alarmanlagen einiger Autos wurden ausgelöst. Auf dem Rückweg hatte es zwar inzwischen aufgehört zu regnen, aber der Hotelgarten stand komplett unter Wasser, so dass wir die Schuhe ausziehen mussten und nur mich hochgekrempelten Hosenbeinen unseren Bungalow erreichen konnten.


25.09.2016 - Zweite Tagestour auf Bali

Heute morgen funktionierte zunächst das Wifi im Hotel nicht nicht, was dem gestrigen Gewitter zuzuschreiben war. Nach dem Frühstück kam unser Fahrer pünktlich in den Garten des Hotels gefahren. Inzwischen stand auch wieder die WLAN-Verbindung.
Wir starteten zu unserer zweiten Tagestour auf Bali und Tut Pia hatte wieder sehenswerte Ziele für uns ausgesucht.

Zu Beginn besuchten wir den Kertha Gosa Palast in Klungkung, der früheren Hauptstadt des Königreichs von Klungkung. Der Palast wurde am Ende des 17. Jahrhunderts erbaut, jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Eroberung der Niederländer zum größten Teil zerstört. Besonders schön ist der Pavillon im See, welcher erst gegen 1940 erbaut wurde.

Eine Halle diente als Gerichtsgebäude und verfügt an der Innenseite des Daches über gut erhaltene Deckenmalereien, auf denen verschiedene Arten der Strafen dargestellt sind. Die überschaubare Anlage verließen wir nach einer halben Stunde wieder, um eine Stunde unterhaltsame Fahrzeit durch kleine Dörfer bis zum nächsten Tempel zurückzulegen.

Gegen 11 Uhr erreichten wir den Parkplatz des Pura Besakih, der als bedeutendstes hinduistisches Heiligtum auf Bali gilt und auch als Muttertempel bezeichnet wird. Wir mussten schon einige hundert Meter davor Parken, den Eintritt bezahlen und einen Guide mieten, der uns einzeln bergauf mit seinem Moped zum Tempel brachte.

Man nimmt an, dass er im 8. Jahrhundert gegründet wurde. Er liegt am Hang des immer noch tätigen Vulkans Gunung Agung, der zuletzt 1963 ausbrach und über 1100 Menschenleben kostete. Leider konnten wir ihn wegen des trüben Wetters nicht sehen.
Wir bestiegen die riesige Tempelanlage, zu der über 200 Gebäude gehören bis zum Portal des mittleren Tempelbezirks, das für Ausländer verschlossen ist. In einem Innenhof fand gerade eine Prozession statt, die von Musikern begleitet wurde.

Nach einer guten Stunde marschierten wir bergab zum Parkplatz und bestiegen unser Taxi, um ein Restaurant zum Mittagessen zu suchen. Unterwegs sahen wir wieder interessante Dörfer und Menschen.
Wir hielten im "Batur Bagus Resto", das einen sehr schönen Ausblick auf Reisterrassen bot. In dem offenen Restaurant zog es jedoch heute fürchterlich, da sich das Wetter verschlechtert hatte. Wir fanden dann doch noch einen Tisch, an dem es erträglich war und luden unseren Fahrer zum Essen ein.

Nach dieser Stärkung fuhren wir weiter, um uns einen Bambuswald anzuschauen. In einem kleinen Dorf waren viele Frauen und Männer damit beschäftigt, Opfergaben für den Verkauf an den Tempeln herzustellen. Die Männer schnitten Bambusblätter und Stiele in Streifen und die Frauen bastelten daraus Körbchen und andere kleine Behältnisse.
Wir wanderten mit unserem Fahrer ein kleines Stück und waren plötzlich inmitten eines Waldes aus unzähligen Stangen von Riesenbambus, die zwischen 10 und 15 Meter hoch waren - ein beeindruckendes Bild.

Nach weiteren 15 Minuten Fahrt kamen wir im Balinesischen Kulturdorf Desa Adat Penglipuran an.

Dieses Dorf besteht aus typischen balinesischen traditionellen Häusern und einem kleinen Tempel. Man kann hier eine Straße entlang wandern und in die einzelnen Höfe hineingehen und alles anschauen. Natürlich sind die Bewohner hier alle auf den Tourismus eingestellt und versuchen, gebastelte Gegenstände oder landwirtschaftliche Produkte zu verkaufen - alle sind jedoch sehr freundlich.

An den Zufahrtsstraßen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten sind in Bali meist Stationen eingerichtet, wo man den Eintrittspreis bezahlen muss und dann weiterfahren kann. So war es auch hier und das Geld dient der Erhaltung der Stätten und der Sauberhaltung der Dörfer.

Nach einem kleinen Spaziergang durch das Dorf und dem Besuch des Tempels fuhren wir ein kurzes Stück, bis wir die Kasse zum großen Tempel Pura Kehen erreichten.

Der Pura Kehen, der eine der wichtigsten hinduistischen Tempelanlagen Balis ist und zu den neun Staatstempel der Insel gehört, war unser nächstes Ziel. Er ist einer der ältesten Tempel Balis und stufenförmig angelegt. Beeindruckend war die Treppe mit den lebensgroßen Dämonenfiguren. Trotz des trüben Wetters hat der Tempel einen besonderen Reiz auf uns ausgeübt, was besonders an dem riesigen heiligen Baum, dessen unzählige Luftwurzeln wie Haare herabhingen, lag.

Nun wurde es langsam Zeit für die Rückfahrt und wir baten unseren Fahrer, ob wir unterwegs noch auf einem typischen Markt anhalten können, wo kaum Touristen sind, da man dort den besten Eindruck von den einheimischen Menschen bekommt. Er erfüllte uns den Wunsch und nach 45 Minuten waren wir gegen 16 Uhr mitten im Marktgetümmel von Gianyar.

Neben sehr frischem Gemüse und Obst wurden an kleinen Ständen alle möglichen Speisen angeboten - etwas übertrieben fanden wir die bunt gefärbten Küken. Auch hier bastelten und verkauften Frauen alle möglichen Opfergaben für den Besuch der Tempel oder auch nur, um diese auf Wege und Eingänge zu legen und damit die bösen Dämonen zu besänftigen.

Auf der Weiterfahrt zeigte uns Tut Pia in einem Dorf eine Ansammlung von Männern, die dort auf einer Wiese Hahnenkämpfe veranstalteten. Diese sind zwar offiziell verboten aber da es eine Jahrhunderte alte Tradition ist, werden sie meist geduldet.

Wir näherten uns der Gruppe, wo gerade zwei Hähne für den Kampf vorbereitet wurden. An jeweils einen Fuß wurde ein rasierklingenscharfes Messer befestigt. Nach dem Wetten abgeschlossen wurden und Geldscheine eingezahlt wurden, begann der Kampf, an dem beim Zusammentreffen der zwei Hähne bis zum bitteren Ende eines der beiden gekämpft wurde. Es fanden an diesem Nachmittag mehrere Kämpfe statt.
Die Verlierer wurden an Ort und Stelle gerupft und nach den Kämpfen in einer Suppe verzehrt. Dieses Ritual sollte ursprünglich die bösen Geister vor den Zeremonien in den Tempeln besänftigen.

Wie gestern waren wir 17.00 Uhr zurück im Hotel und verabredeten uns natürlich auch für eine dritte Tagestour am nächsten Tag. Heute holten wir den Besuch des Nachtmarktes nach und nach 10 Minuten Fußmarsch bogen wir rechts in die Straße zum kleinen Markt, wo schon ein reger Betrieb herrschte. Am Eingang stand ein winziges transportables Kinderkarussel mit blinkenden Lämpchen.
Wir schauten uns zunächst die verschiedenen kleinen Stände mit lokalen Gerichten an und entschieden und zum Schluss für eine Hühnerkeule mit Gemüse und Reis mit diversen Zutaten sowie zwei kleine Bier.

Auf dem Heimweg blieben wir noch kurz im "Six Point Cafe" hängen, um zwei leckere Obstshakes zu trinken. Im Hotel merkten wir, dass wir den Regenschirm, den wir heute vorsorglich mitgenommen hatten, liegengelassen hatten. Also nochmal kurz zurück und geholt.

Im Zimmer erledigten wir den Online-Check in für den Flug in zwei Tagen nach Singapur und luden die Tickets aufs Smartphone. In dieser Nacht regnete es wieder sehr heftig.

26.09.2016 - Dritte Tagestour auf Bali

Wieder hatte es in der Nacht stark geregnet und als uns um 9 Uhr unser Fahrer zur heutigen Tour abholte, erzählte er, dass es bei ihm im Dorf ganz besonders schlimm war.

Zuerst fuhren wir zum Postamt, um zwei Postkarten abzugeben, danach zum Pura Tanah Lot. Wir wollten an diesem Tempel eigentlich den Sonnenuntergang erleben, aber bei der momentanen Wetterlage wären wir enttäuscht gewesen. Also lieber am Morgen als gar nicht.

Kurz nach 10 Uhr erreichten wir den Parkplatz, kauften Tickets und liefen, vorbei an vielen Souvenirläden, den Weg zum Strand. Nach einigen Minuten erblickten wir den eindrucksvoll auf einem Felsen im Meer nahe dem Ufer liegenden Tempel.

Er ist einer der heiligsten Tempel auf Bali und gehört wie der Besakih ebenfalls zu den neun Staatstempeln.
Den Haupttempel auf dem Felsen kann man nur bei Ebbe erreichen, da bei Flut sehr hohe Wellen den ca. 50 Meter langen Weg überspülen. Wir hätten es zwar gerade noch wagen können, wussten aber, dass der Zutritt ins Innere nur Hindus gestattet ist und ließen es so lieber sein. Außerdem war der Anblick aus der Ferne auf jeden Fall besser.

Der Tempel wurde im 16. Jahrhundert von einem Hindupriester gegründet, der vor dem sich schnell ausbreitenden Islam auf Java nach Bali geflohen war und dabei diese Insel als Rückzugsort wählte.

Wir gingen einen anderen Weg zurück nach oben und bestaunten von dort den Pura Batu Bolong, dessen ins Meer reichende Felsenklippe ein großes Loch aufweist. Wieder am Parkplatz angekommen setzten wir die Inselerkundung in Richtung Norden fort.

Nach einer längeren Fahrt mit einigen interessanten kleinen Stopps zeigte uns unser Fahrer kurz nach 12 Uhr den Pura Luhur Batukau. Er lag etwas abseits auf einer Anhöhe eines Ausläufers vom zweithöchsten Vulkan Balis, dem Mount Batukaru. Wir waren außer einer Gruppe von Gläubigen, welche gerade im Gebet versunken waren, ganz allein dort.

Am Eingang wies ein Schild darauf hin, welchen Personengruppen der Zutritt verwehrt ist, auf uns traf zum Glück nichts davon zu.Zwinkernd
Es hat uns in der Anlage sehr gut gefallen und das trübe Wetter verstärkte die mystische Wirkung der grünen Anlage mit den mit Moos bewachsenen steinernen Dämonenfiguren. Leider wurde der im 11. Jahrhundert errichtete Tempel 1604 zerstört, zum Glück aber 1959 wieder neu errichtet.
Ein kleiner Spaziergang am Ufer des heiligen Sees mit einem Schrein auf einer kleinen Insel rundete das Erlebnis ab. Es fing leicht an zu regnen und wir beeilten uns zum Auto zu kommen, nachdem uns Tut Pia mit heiligem Wasser segnete.

Auf dem Weg zu den Reisterrassen von Jatiluwih hielten wir an einigen Aussichtspunkten, wo jedes Mal ein kleiner Obolus zu entrichten war, ebenso für die Einweiser auf den Parkplätzen.

Unterwegs begegneten uns einige Male gut restaurierte VW-Kübelwagen "VW Safari". Die Bauteile dafür wurden ab 1976 aus Mexiko nach Indonesien importiert und dort moniert. Er war für die damaligen schlechten Straßen ein geeignetes Fahrzeug und wird heute noch von einigen Auto-Liebhabern gefahren und an Touris vermietet.

Gegen 13 Uhr erreichten wir die Reisterrassen, die aber leider durch das regnerische trübe Wetter nicht ihre leuchtend grüne Farbe zeigten. Da wir aber auf Flores sehr oft solchen Anlagen, wenn auch nicht in dieser Größe, begegnet waren, hielt sich unsere Enttäuschung in Grenzen. 

14 Uhr erreichten wir das nächste Highlight unserer Tour, den wunderschön gelegenen kleinen Pura Bratan.
Dieser Wassertempel liegt sehr schön auf einer kleinen Insel am Ufer des heiligen Bratan-Vulkansees in 1.200 Meter Höhe. Er wurde 1663 errichtet und wird für Opferzeremonien benutzt.
Zum Glück ließ sich die Sonne ein wenig erblicken, als wir die Tempelanlage erreichten, so dass die schön angelegten Blumenrabatten voll zur Geltung kamen.

Wir machten einen kleinen Spaziergang am Ufer und setzten danach die Fahrt fort. Das sich langsam der Hunger meldete, hielten wir Ausschau nach einem einheimischen Lokal. In einem Dorf sahen wir am Straßenrand ein Schild mit "Babi Guling". Wir hatten gelesen, dass dieses Spanferkel-Gericht für die Balinesen etwas ganz besonderes ist und auch an Feiertagen gern gegessen wird.

Da unser Fahrer auch davon schwärmte bestellten wir das Gericht und bekamen eine Suppe und einen Teller mit verschiedenen Stücken vom hinter einer Glasscheibe gebratenen Spanferkel mit Reis serviert. Die Suppe und das Fleisch schmeckten mir sehr gut. Die sehr knusprig geröstete Schwarte hingegen konnte ich beim besten Willen nicht kauen und gab sie deshalb unserem Fahrer, der meinte, es sei das Beste vom Schwein. 

Auf dem Rückweg zum Hotel führte unser Weg noch an einem Tempel vorbei, dem Taman Ayun, einer ziemlich großen Anlage im Ort Mengwi. Am Eingangstor begegnete uns eine junge Frau mit einem zahmen Mungo auf der Schulter.
Mit seinen geschwungenen hohen stufenförmigen Dächern und dem prächtigen Eingangstor gilt er als einer der Schönsten auf Bali. Errichtet wurde der Tempel im Jahr 1634.

Einige Männer waren damit beschäftigt, den Tempel für eine Zeremonie vorzubereiten und schmückten ihn mit zahlreichen Opfergaben und langen Palmwedeln, die wir auch schon unterwegs an den Straßenrändern gesehen hatten und die zu einer Art Erntedankfest vor ein paar Wochen aufgestellt wurden waren.

Um 17.30 Uhr waren wir im Hotel zurück und verabschiedeten uns von Tut Pia, der uns drei Tage mit seinem Auto durch Bali gekurvt und viel Interessantes gezeigt hatte. An der Lobby bestellte ich danach für den nächsten Morgen 10 Uhr ein Taxi zum Airport.
Wir unternahmen noch einen letzten Bummel entlang der Strandpromenade. Hier hatte es in unserer Abwesenheit mächtig geregnet, was man an den vielen großen Pfützen sehen konnte. Durch die Anlage eines Hotels liefen wir zur Hauptstraße, kaufte noch einige kleine Flaschen mit scharfer und süßsaurer Soße und liefen zurück zum Hotel um zu Duschen.
Abends aßen wir heute im Restaurant des Hotels, denn es regnete wieder einmal. Ich entschied mich für Hühnchen mit Cashewnüssen und Monika für Hühnchen süßsauer, dazu Bier, Sprite und zwei leckere Erdbeerlassie.
Anschließend schliefen wir die letzte Nacht in Indonesien.


27.09.2016 - Flug nach Singapur

Heute verließen wir Indonesien nach sehr abwechslungsreichen und interessanten drei Wochen mit dem Kopf voller Eindrücke, die wohl erst zu Hause (zum Beispiel in diesem Bericht) richtig geordnet sein würden.
Um 9 Uhr Zimmer bezahlten wir die drei Nächte unserer Reiseverlängerung sowie die Laundry und gingen danach auf die Terrasse frühstücken.
Wie jeden Morgen servierte man uns zu Beginn einen kleinen Teller Obst und ein Glas Melonensaft, danach konnten wir aus der Frühstückskarte wählen. Ich bestellte heute Reisporridge, was nicht unbedingt zu meinen Lieblingsspeisen gehören wird aber interessant schmeckte.

Pünktlich 10.00 Uhr erschien das am Vorabend bestellte Taxi und brachte uns für 150.000 Rupien zum Flughafen. Gegen 13 Uhr startete unser Flugzeug nach Singapur.