28.02.17 Flug nach Alice Springs

Für heute hatten wir unseren Flug nach Alice Springs ins Rote Zentrum Australiens gebucht. Und da wir vorher noch unseren Mietwagen am Airport abgeben mussten, fuhren wir 7.30 Uhr los und erreichten nach 40 Minuten die Hertz Retoure Station gegenüber Terminal 1. Die Rückgabe war schnell erledigt und wir zogen mit unserem Gepäck ins Terminal.

Dort mussten wir uns uns auch das Gepäck am Automaten selbst einchecken, was nach einigem Probieren auch klappte. Bevor unser Flugzeug 10.45 Uhr abhob, kauften wir uns noch einen Salat und ein Sandwich. Das Sandwich verputzte ich sofort und den Salat nahmen wir mit. Nach zwei Stunden landeten wir in Alice Springs. Als erstes kauften wir uns die bereits in Deutschland reservierten Tickets für den Shuttle der Firma "Wanderer" an einem Schalter in der Halle und stiegen in den Bus, der schon draußen bereit stand. Da wir noch auf einige Passagiere warten mussten verspeisten wir inzwischen unseren Salat. Der Bus fuhr uns danach direkt zum Motel "Alice Motor Inn", wo wir eincheckten und anschließend bei großer Hitze 15 Minuten bis in den Ort spazierten, um dort in einem Footcourt asiatisch zu essen.

Anschließend mieteten wir uns für 60 AUD zwei Fahrräder und kauften im Supermarkt sechs große Flaschen Wasser, die wir am nächsten Tag mit auf die Campingtour nehmen wollten. Zuerst brachten wir das Wasser ins Motel und danach radelten wir am ausgetrockneten Flussufer des Todd River entlang zur ca. 5 km entfernten historischen Telegrafenstation. Wir kauften uns zwei Tickets für je 13,75 AUD und schlossen uns einer Führung an, die gerade begonnen hatte.

Die alte Telegrafenstation bildete den Ausgangspunkt für den späteren Ort Alice Springs. Sie wurde 1871 errichtet, um Telegramme via Morsezeichen zwischen Darwin und Adelaide zu übermitteln. Mit einem Unterwasserkabel war man sogar mit London verbunden. Im Zeitalters des Internet eine zum Nachdenken anregende Tatsache.

17 Uhr brachten wir die Räder zurück, kauften uns noch etwas fürs Abendessen und liefen zum Motel, um erst mal zu duschen, denn es war sehr heiß gewesen. Nach dem Abendessen packten wir unsere Sachen für die dreitägige Campingtour, die am nächsten Morgen beginnen sollte. Wir hatten alles schon von Deutschland aus gebucht und mitgeteilt, wo wir wohnen. Bereits 6.45 Uhr sollten wir vor dem Motel abgeholt werden. Also hieß es, nicht so spät Schlafen zu gehen.

01.03.17 Campingtour mit Emu Run Tours

Um 6 gingen wir in den Speiseraum, denn hier war das Frühstück inklusive. Es stand alles bereit und man konnte sich bedienen. Es gab verschiedene Cornflakes, Marmelade, Toast und Tee.
6.35 Uhr stellten wir uns mit unseren zwei Rucksäcken und einer Reisetasche vor das Hotel. Es dämmerte bereits und wir dachten bei jeden Lichtern, die sich uns näherten, dass es unser Bus sei - leider vergebens. Erst mit einer halben Stunde Verspätung wurden wir abgeholt und unser Gepäck in den kleinen Anhänger geladen. Die Fahrerin, die gleichzeitig unser Guide für die nächsten Tage war, hieß Jane. Sie erklärte uns, dass es Probleme gegeben hat und der eigentliche Guide sich heute Morgen krank gemeldet hat und sie kurzfristig einspringen musste.

Es saßen auch schon einige Leute im Bus und ab ging die Fahrt. Nach 20 Minuten hielt Jane nach einem Anruf an, wendete und fuhr die gleiche Strecke zurück, um noch einen Teilnehmer abzuholen, der vergessen worden war.
Dann endlich ging es mit über einer Stunde Verspätung los. Der erste Halt erfolgte bei wunderbarem Wetter am Erldunda Roadhouse, wo wir und etwas kaufen konnten - eine Toiletten und einige Emus gab es hier auch. Außerdem kennzeichnet ein kleiner Mast, dass hier das "Center of the Center" Australiens sei.
Am nächsten Stopp konnten wir aus der Ferne den 300 Meter hohen Mount Connor erblicken. Er liegt 100 km östlich des Uluru und ist 2,8 km lang. Als wir für einige Fotos ausstiegen hatte die Erde diese tiefrote Farbe, die man von  Postkarten kennt und die dem Roten Zentrum seinen Namen gibt.

In Ayers Rock stieß noch der Rest unserer internationalen Reisegruppe zu uns, die mittlerweile auf 16 Teilnehmer angewachsen war. Zwei Südkoreanerinnen, ein Pärchen aus Hongkong, zwei Franzosen, eine Schweizerin, zwei Italienerinnen und sieben Deutsche. Zuerst fuhren wir ins Camp, wo wir unser Gepäck ausluden und eine kurze Sandwich-Lunchpause machten.

Danach fuhren wir in den Uluru Kata Tjuta-National Park, wo wir das Cultural Centre besichtigten und anschließend einen wunderschönen Spaziergang auf dem Mala Walk unmittelbar entlang des Fußes am Uluru unternahmen. Dieser heilige Berges der Aborigines wird von Europäern auch als Ayers Rock bezeichnet.
Hier waren wir wieder froh, Fliegennetze zu haben, denn die die kleinen Biester waren wieder besonders lästig. Wir wanderten bis zum Mutitjulu-Wasserloch und sahen einige Felsmalereien. Nach jeder Biegung ergaben sich neue wunderschöne Motive des aus der Nähe gar nicht mehr so glatt aussehenden Berges und die tiefstehende Sonne gab dem Gestein schöne Rottöne.

Anschließend fuhren wir zu einem Parkplatz, von dem wir den spektakulären Sonnenuntergang am Uluru mit einem (leider warmen) Glas Sekt beobachten konnten. Nach dem Schauspiel fuhren wir zurück zum Camp. Hier gab es einen guten Sanitärtrakt mit sehr sauberen Duschen und Toiletten. Jane stellte uns verschiedene Zutaten für das Abendessen auf den Tisch und wir "durften" uns das Essen selbst zubereiten. Es gab Nudeln mit Hühnchen und Gemüse auf asiatische Art und war den Köchen gut gelungen.
Wir hatten danach die Wahl, entweder in einem 4-Mann-Safari-Zelt oder im Swag, einem speziellen robusten australischen Schlafsack unter den Millionen von Sternen im Outback zu übernachten. Monika und ich entschlossen uns, wie die meisten unserer Gruppe, für den Swag. Wir schliefen schnell ein, denn der Tag war anstrengend und das Wecken für 5.30 Uhr angekündigt.

02.03.2017 Wanderung im Valley of the Winds

Wir hatten wunderbar in unseren Swags unter freiem Himmel geschlafen, als wir um geweckt wurden. Nun hieß es schnell zur Toilette und Dusche, danach gemeinsames Frühstück und 6.30 Uhr Abfahrt, um den Uluru vor dem Sonnenaufgang zu sehen. Anfangs gab es Irritationen, da Jane in ihrem schlecht verständlichen und viel zu schnell gesprochenen Australisch-Englisch es uns nicht verständlich genug erklärt hatte.
Aber schließlich hielten wir an einer Plattform, wo sich schon eine Menge Leute versammelt hatten. Bald färbte sich der Uluru auch wunderbar rot, bevor die Sonne sich am Horizont zeigte. Alle waren nun zufrieden.

Weiter ging es zu den Kata-Tjuta, einer Gruppe von 36 Bergen, die auch Olgas genannt werden und 30 km vom Uluru entfernt sind. Dort war eine 5,5 Kilometer lange Wanderung durch das Valley of the Winds angesagt.
Zum Glück war es noch recht früh am Tage, denn die Sonne knallte bereits voll vom Himmel und es war kein Wölkchen zu sehen, was andererseits natürlich alle Fotofreunde freute.
Wir wurden noch einmal darauf hingewiesen, dass jeder 3 Liter Wasser mitnehmen musste, da es noch heiß zu werden versprach. Es folgte eine sehr schöne Wanderung durch das Tal und nach jeder Biegung ergaben sich wieder neue fantastische Motive. Unterwegs konnten wir auch unsere Wasserflaschen nachfüllen.

Rechtzeitig zum Mittag waren wir wieder im Camp. Heute gab es Chilli Con Carne, das einige Leute aus unserer Gruppe lecker zubereiteten. Danach fuhren wir eine lange Strecke bis ins Kings Canyon Resort, wo wir Toiletten und Duschen fanden und uns eine Stunde am Pool entspannen konnten. Hier fand ich auch zwei fotogene Spinnen, die in ihren Netzen auf Beute warteten. Weiter ging es danach zu unserer heutigen Übernachtungsstätte, dem abgelegenen Bush Camp im Watarrka National Park am Kings Canyon.

Wir sammelten Feuerholz und entzündeten ein Lagerfeuer. Dann begannen die Vorbereitungen für das Abendessen, das heute ein Outback-Barbecue war. Wir mussten wieder alles selbst vor- und zubereiten. Da es hier viele wilde Hunde gab und auch Jane uns belehrte, nicht den Helden zu spielen, entschlossen wir beide uns, heute im Zelt und nicht im Swag zu schlafen.
Das Essen war lecker - mir war das Mittagessen nicht bekommen und so musste ich mich leider mit Weißbrot begnügen, denn für den nächsten Tag war eine große Wanderung angesagt und da gab es unterwegs keine Toiletten.

03.03.17 Wanderung am Kings Canyon

Wir hatten gut geschlafen in unserem Zelt. Monika erzählte mir, dass sie nachts mit der Taschenlampe bewaffnet auf der ca. 100 Meter weit entfernten Toiletten war und sie auf dem Weg plötzlich zwei leuchtende Augen ansahen. Der Dingo, der zu den Augen gehörte, verzog sich aber dann zum Glück in die Büsche. Direkt in unserem Camp war in der Nacht auch ein Dingo gewesen. Ich war vom lauten Geheul erwacht, die Leute in den Swags natürlich auch. Der Essensgeruch hatte ihn angelockt. Als wir nach dem Frühstück um 6.30 Uhr zum Kings Canyon abfuhren, bekam unser Camp auch wieder Besuch von einem Wildhund.

Am Kings Canyon angekommen, wurden wir von Jane ausführlich belehrt, wie wir uns auf der bevorstehenden 6 Km langen Wanderung entlang des Kings Canyon Rim Walk am Randes des Kings Canyon verhalten sollten und was wir beachten müssen. Natürlich war ausreichend Wasser wieder besonders wichtig, denn erstens wurde es heute richtig heiß und zweitens gab es diesmal keine Gelegenheit, Wasser nachzufüllen.

Gleich zu Beginn führten ca. 500 Steinstufen ziemlich steil auf den Rand des Canyon, der aus teilweise über 100 Meter hohen verschieden gefärbten Felswänden besteht. Es war ein anspruchsvoller Frühsport, aber wir schafften es ohne Verluste. Die verschiedenen Steinformationen strahlten wieder in unterschiedlichen Rottönen in der aufgehenden Sonne, so dass die Wanderung auf jeden Fall nicht langweilig wurde.

Unterwegs wechselte die karge Landschaft plötzlich in eine üppig mit Palmen und anderen Gewächsen durchzogenen Schlucht, den sogenannten Garten Eden. Der Kings Creek fließt, wenn auch sehr spärlich durch die Schlucht und am Ende hat sich ein Wasserloch gebildet. Dort machten wir für eine halbe Stunde Rast.
Anschließend erfolgte der Aufstieg aus der Schlucht über eine lange hölzerne Treppe und danach ging es in der schon hoch am Himmel stehenden Sonne fast ohne ohne Schatten seicht bergab bis zum Parkplatz.

Dann begann die Rückfahrt nach Alice Springs, auf der wir wieder an den Road Houses hielten, um etwas Essen zu kaufen und Toiletten aufzusuchen. Am späten Nachmittag erreichten wir nach der langen Fahrt Alice Springs, wo wir an den jeweiligen Unterkünften abgesetzt wurden.

Hinter uns lagen drei sehr abwechslungsreiche Tage mit Bilderbuchwetter und einer sehr angenehmen Reisegruppe. Nur die Organisation der Reise und das Engagement von Jane hätten besser sein können. Sie hatte ohne Zweifel einen harten Job gehabt, war aber eine wesentlich bessere Busfahrerin als ein Guide.

Wir waren wieder im Alice Motor Inn angekommen, unser Gepäck stand im Zimmer. Nach einer warmen Dusche und dem Abendessen, das wir uns unterwegs gekauft hatten ruhten wir uns aus, da wir für den nächsten Morgen den Shuttlebus zum Airport für 8.10 Uhr bestellt hatten.