20. März 2016 - Addis Abeba

Um 5.45 Uhr landete unsere Maschine von Ethiopian Airlines nach einem angenehmen Flug in Addis Abeba. Nach einer zügigen Einreisekontrolle fanden wir einen Geldautomaten der unsere DKB-Visa-Karte sofort akzeptierte und 3.000 Birr herausrückte. An dem Bankschalter gleich daneben wechselten wir noch 10 Euro in 5 Birr Scheine als Fotogeld für den Süden; mehr waren leider nicht zu bekommen.

Nach etwas längerem Warten auf unsere vier Reisetaschen strebten wir dann dem Ausgang zu, hier wartete schon unser Reiseleiter mit einigen Leuten unserer Gruppe auf uns. Es dauerte noch etwa eine halbe Stunde, bis die Gruppe vollzählig war und danach brachten uns zwei Busse zum Hotel "Debre Damo".

Wir fuhren mit vier Reisetaschen hin und kamen mit nur einer zurück, da wir jede Menge Kindersachen, Seife, Schulsachen, Medikamente und Verbandszeug dort gelassen haben. Auch unsere persönlichen Kleidungsstücke, die wir auf der Tour trugen, verschenkten wir hauptsächlich im Norden des Landes.
Im Süden sollte man die Völker nicht mit Kleidung beschenken, damit die Ursprünglichkeit möglichst noch lange erhalten bleibt.

Nach dem Check In in ein sauberes und geräumiges Zimmer hatten wir noch Zeit bis zur Stadtrundfahrt und bummelten durch einige Straßen und Gassen in der Nähe des Hotels. Wir kauften nach der Besichtigung der sehr unterschiedlichen Auslagen in den kleinen Läden ein Flasche Wasser, da wir während der gesamten Reise kein Leitungswasser trinken und auch nicht zum Zähneputzen benutzen durften.

Danach startete 11.30 Uhr das Rundreise-Programm mit einer kleinen Stadtrundfahrt durch Addis Abeba. Zuerst besuchten wir das "Restaurant Lucie", dort war bei bestem Sonnenschein eine lange Tafel im grünen Innenhof für uns reserviert. Wir wählten aus drei verschiedenen Angeboten Zwiebelsuppe, Fischfilet und danach ein Obstdessert.

Bevor wir das Restaurant betreten durften, wurde jeder am Eingang von höflichen Wachleuten abgetastet und die Taschen kontrolliert, was uns auf unseren weiteren Rundreise noch öfter begegnete. Überhaupt wurde viel Wert auf Sicherheit gelegt, was sicherlich auch ein Grund dafür ist, dass in Äthiopien zum Glück bisher vergleichsweise wenige Anschläge passiert sind.

Nach dem guten Essen besuchten wir das 1974 errichtete Nationalmuseum gleich nebenan, dort bekommt man einen Einblick in die Geschichte sowie die Kultur der verschiedenen Völker Äthiopiens.
Im Garten vor dem Museum steht eine Kanone aus der Schlacht von Adua von 1896, hier wurde die italienische Armee in die Flucht geschlagen.

Höhepunkt der Ausstellung war "Lucy", ein ca. 1 Meter großer weiblicher Frühmensch, der vor ca. 3,2 Millionen Jahren gelebt hat und dessen Skelett man aus im Jahre 1947 gefundenen 47 Skelettknochen rekonstruiert hat.

Auf der anschließenden Fahrt zum Aussichtspunkt auf dem Mt. Entoto begegneten uns zwei Frauen mit riesigen Holzbündeln auf dem Rücken, die für eine kleine Pause ihre schwere Last auf einer Mauer absetzten.

Die anschließende Stippvisite auf dem Mercado, den wir aus dem Bus heraus beobachteten, war weniger spektakulär. Erstens konnten wir nicht aus dem Bus aussteigen, da man sicher Angst hatte, uns in dem dichten Gewusel zu verlieren und zweitens war der Markt ziemlich schmutzig und die Angebote an den Ständen nicht so umwerfend. Im Laufe der Reise in den Süden in der zweiten Reisewoche sollten wir dafür entschädigt werden.

Schließlich besuchten wir die Krönungskirche von Kaiser Haile Selassie, bevor wir zum Hotel zurückkehrten.

18 Uhr fuhren wir ca. 20 Minuten mit dem Bus zu einem Touristen-Restaurant. Hier bekamen wir nach der üblichen Einlass-Kontrolle das Abendessen serviert. Auch hier entschieden wir uns, wie noch oft auf der Reise für Vorsuppe, Fischfilet und Obst.
Zum ersten mal erlebten wir auch eine kurze Spannungsunterbrechung, was in Äthiopien normal ist und wofür wir abends immer eine Taschenlampe am Gürtel trugen.
Wir wählten noch auf einer Liste ein Lunchpaket für den folgenden Tag aus, da sich auf der morgigen Fahrt nach Bahir Dar kein passendes Restaurant befindet.

Zurück im Hotel telefonierten wir bei ausgezeichneter WLAN Verbindung über Whats App mit unseren Kindern in Deutschland, bevor wir nach dem etwas anstrengendem Anreisetag in den bequemen Betten eine kurze Nacht verbrachten und der weiteren Reise entgegen schlummerten.